Amazon steigt nun auch ins Seriengeschäft ein. Zu diesem Zweck hat man mehrere Pilotepisoden verschiedener Serien produziert, zeigt diese nun auf der amerikanischen Website und lässt abstimmen, was auch wirklich in Serie gehen soll. Eine dieser Shows ist „Zombieland“. Sie basiert auf dem gleichnamigen Film, der zweifelsohne eine der lustigsten Zombie-Komödien überhaupt ist. Aber kann die Serie da auch mithalten?

Die Serie setzt nach dem Film ein – von einem kurzen Prolog abgesehen, der zeigt, wie Tallahassee seinen ersten Zombie kaltmacht. Tallahassee, Columbus, Wichita und Little Rock sind unterwegs in Zombieland. Sie suchen nach anderen Überlebenden. Einerseits, weil man ja irgendwie die Spezies retten muss, andererseits, weil sie im Grunde auch nichts Besseres zu tun haben. In Los Angeles treffen sie nach und nach auf Überlebende, aber es stellt sich alsbald ein Problem ein, das eines der vielen Running Gags dieser Pilotfolge ist: Überlebende sterben schnell.

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Die Pilotfolge hat nur eine Laufzeit von 28 Minuten. Eine mögliche Serie wird dann wohl auch dem Format treu bleiben, was sie mehr in Richtung einer Komödie bugsiert. Das geht aber auch in Ordnung, denn obschon es ein paar Splatter-Effekte gibt, ist „Zombieland“ in erster Linie darauf ausgelegt, die Lachmuskeln zu reizen.

Zombieland - Reicht eine akzeptable Pilotfolge für eine ganze Serie?

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Die Unverwundbarkeit der Hauptcharaktere nimmt solchen Szenen schnell ihre Bedrohlichkeit.
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Regeln zum Überleben in Zombieland

Die Serie hält sich an das vorgegebene Muster des Films. So gibt es auch immer wieder Einblendungen der Regeln, nach denen Columbus lebt. Aber nicht nur formal, auch inhaltlich hält man sich extrem an die Vorlage. Die Figuren sind so, wie man sich an sie erinnert. Nur: Es sind andere Schauspieler.

Genau das ist ein Problem. Während Tyler Ross als Columbus noch als Jesse-Eisenberg-Ersatz durchgeht, wirkt Izabela Vidovic als Little Rock wie ein Chloe-Moretz-Klon – nur in schlecht. Die aus „Desperate Housewives“ bekannte Maiara Walsh ist zwar auch keine Emma Stone, aber seien wir ehrlich: Sie sieht gut aus. Damit wird sie der Rolle schon gerecht. Am wenigsten kann man sich jedoch an den Vierten im Bunde gewöhnen.

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Das sind die vier Neulinge, von denen immerhin zwei als "okay" durchgehen.
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Es gibt nur einen Woody Harrelson

Kirk Ward spielt Tallahassee. Bei dieser Figur hat man auf einen Schauspieler gesetzt, der der Filmvorlage nicht im Mindesten ähnlich sieht. Die verrückten Manierismen des Zombiekillers wirken bei Ward überzogen. Wo sie bei Harrelson absolut natürlich erschienen, weil der Mime ein gewisses irres Charisma besitzt, verkommt Tallahassee hier zu sehr zum Hansdampf, der für die mehr oder minder gelungenen Gags zuständig ist. Und die funktionieren wahrlich nicht immer, wie der pubertäre Regina/Vagina-Running-Gag, der im Nachspann endgültig zu Tode geritten wird, bestens illustriert.

Gibt es viel zu lachen?

Die Schauspieler sind mehrheitlich gewöhnungsbedürftig und der eine oder andere Gag ist ziemlich ausgelutscht, aber alles in allem ist „Zombieland“ schon ziemlich witzig. Das zeigt sich allein bei der wunderbaren Eingangssequenz, in der ein Mann in einem Büro seiner Kollegin von seinem schlimmen Leben vorjammert, während man durch das Fenster im Hintergrund sehen kann, wie die Welt in der Zombie-Apokalypse versinkt.

Teils ganz witzige Serie, die aber nicht die Klasse des Films erreicht, was zum Teil auch an der Besetzung liegt.Fazit lesen

Der Humor ergibt sich weniger durch geschliffene Dialoge, als vielmehr durch die Situationen. Die besten Gags haben dabei noch nicht mal was mit der Haupthandlung zu tun, etwa die Erinnerung daran, was der coolste Zombie-Kill der Woche ist. Das könnte sogar der coolste Kill des Jahres sein, denn garantiert hat man noch nicht gesehen, dass ein Zombie auf diese Art und Weise aus dem Leben befördert wurde.