Eine Serie wie „Wolf Hall“ ist sicherlich im Programm von Arte am besten aufgehoben. Die ähnlich gestaltete Serie „Die Tudors“ tat sich bei den Privaten schließlich sehr schwer. Arte kann aber immerhin damit rechnen, dass das Interesse für „Wolf Hall“ größer ist, als das bei historischen Stoffen normalerweise der Fall ist.

Wolf Hall - Offizieller Serientrailer

Denn Hauptdarsteller Damian Lewis ist durch „Homeland“ zum Star geworden. Dort waren die Fans erzürnt, dass seine Figur aus der Serie ausschied, aber das erlaubte es dem Schauspieler zumindest, ganz neue Projekte anzugehen. Hier spielt er nun Heinrich VIII, der seit 20 Jahren verheiratet ist, aber noch immer keinen männlichen Erben hat, weswegen er den Papst drängt, seine Ehe zu annullieren. Doch der weigert sich. Und weil Heinrichs Berater und höchster Geistlicher, Thomas Wolsey, in der Beziehung auch versagt, fällt er in Ungnade.

Wolf Hall - Die britische Erfolgsserie unter der Lupe: besser als House of Cards?

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Intrigen, Mord und Verrat. Eine schöne Welt...
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Das ist der Moment, da Thomas Cromwell sich erhebt. Er wird zum brillanten Consigliere, Berater, von Heinrich. In den Hallen der Macht steigt Cromwell auf. Er ist ein pragmatischer Machtmensch von niederer Herkunft, der König und Vaterland dient, während er den politischen Intrigen ausweicht, die wilde Beziehung von Heinrich und Anne Boleyn umschifft und sich auch in den Unruhen der protestantischen Reformation zurechtfindet.

Erstklassig besetzt

Die sechsteilige Serie basiert auf den zwei Romanen „Wolf Hall“ und „Bring Up the Bodies“ von Hilary Mantel. Die BBC ließ es sich sieben Millionen Pfund kosten, um die historische Miniserie so gut aussehen zu lassen, wie sie es tut, und Schauspieler zu rekrutieren, die mit einem gewissen Prestige daherkommen.

Neben Damian Lewis agieren hier der renommierte Shakespeare-Mime Mark Rylance als Cromwell, Claire Foy („Vampire Academy“) als Anne Boleyn, Bernard Hill („Der Herr der Ringe“) als Thomas Howard, Mathieu Amalric („Ein Quantum Trost“) als Eustace Chapuys, Jonathan Pryce („Der Morgen stirbt nie“) als Thomas Wolsey, Thomas Brodie-Sangster („Game of Thrones“) als Ralph Sadler, Joanne Whalley („Willow“) als Catherine von Aragon und Mark Gatiss („Sherlock“) als Stephen Gardiner.

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Die Bücher waren überaus erfolgreich; die Serie ist es auch.
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Das ist ein Ensemble, das sich wirklich sehen lassen kann!

Politische Intrigen

„Wolf Hall“ ist eine faszinierende, aber sicherlich nicht einfache Serie. Man muss schon aufmerksam sein, sie nebenbei zu sehen, bietet sich nicht an. Da man bei mehr als 100 Figuren auch den Überblick bewahren muss, wer in welcher Position ist und wie sich die Ränkeschmiede entwickeln.

Die Stärke der Serie ist das politische Element. Es geht darum, wie man im Umfeld eines totalen Despoten nicht nur überlebt, sondern gedeiht. Das wird deutlich rauer und glaubwürdiger dargestellt als etwa bei „Die Tudors“. Schon die Verpflichtung des Dramaturgen Peter Straughan, der aus 1.000 Romanseiten. Sechs Stunden Fernsehunterhaltung destilliert hat, zeigt dies. Er hat eine ganz andere Herangehensweise, die eine düsterere, wohl aber auch authentischere Darstellung des Englands der Tudor-Zeit erlaubt.

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Die BBC hat eine Menge Geld für diese Serie fließen lassen.
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Wie es weiter geht

Hilary Mantel schreibt gerade am dritten Roman, „The Mirror and the Light“, mit dem er die Geschichte abschließen wird. Die BBC hat auch schon durchblicken lassen, dass eine Adaption im Bereich des Möglichen ist. Und auch Damian Lewis und Mark Rylance wollen für eine weitere Miniserie zurückkehren.

Sechs Stunden Geschichtsunterricht – aber alles andere als trocken!Fazit lesen

Mantel hat sich, ebenso wie die Umsetzung, historische Freiheiten erlaubt, um die ohnehin dramatische Geschichte noch etwas aufzupeppen. Darüber kann man streiten, es ist aber auch keine Dokumentation, die hier produziert worden ist, sondern eine Dramatisierung, die vor allem der Unterhaltung dient.

Wolf Hall - Politisch, düster, intrigenreich

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