Die ungewöhnliche Krimiserie „Unforgettable“ lief bislang nur im Pay-TV auf Glitz. Nun hat SAT 1 die Serie unverhofft ins Programm genommen. Ab dem 11. Oktober läuft jeden Donnerstag um 22.15 die neue Serie mit Poppy Montgomery. Eigentlich sollte die Show mal auf Kabel 1 laufen, aber das SAT-1-Experiment, zwischen zwei Krimiserien eine Sitcom zu zeigen, ist gescheitert, weswegen man nun mit „Unforgettable“ das Krimi-Publikum bei der Stange halten will.

Nichts ist jemals vergessen

Carrie Wells findet eine ermordete Nachbarin. Die Polizei ermittelt, wobei Detective Al Burns auf Carrie aufmerksam wird. Burns und Carrie waren einst ein Paar – und sie diente wie er in Syracuse bei der Polizei. Hauptsächlich wurde sie Polizistin, weil ihre Schwester Rachel als Kind ermordet wurde und sie seitdem nach ihrem Mörder sucht. Aber die Polizeiarbeit fordert einen harten Tribut von ihr.

Denn Carrie ist kein gewöhnlicher Mensch. Sie ist eine aus nur einer Handvoll Menschen, die über eine spezielle, medizinische Kondition verfügen: das hyperthymestische Syndrom. Carrie kann sich an alles, was sie gesehen oder gehört hat, erinnern. Das macht sie als Polizistin großartig, aber nicht vergessen zu können, was sie in dem Beruf alles gesehen hat, ist ein hartes Los. Darum stieg sie aus.

Doch nun hilft sie Al bei der Aufklärung des Mordes. Zugleich erinnert sie sich bruchstückhaft an den Tag, an dem Rachel starb. Es ist der einzige Tag, der bislang in ihrem Gedächtnis fehlt. So schließt sie sich wieder der Polizei an, immer hoffend, doch noch Rachels Mörder finden zu können.

Im Grunde ist „Unforgettable“ natürlich eine Krimiserie, wie es sie zuhauf gibt. Aber da das Fernsehen von solchen Formaten geradezu erschlagen wird, ist ein Kniff immer gut. Hier ist es ein real existierendes Syndrom, das sich filmisch interessant umsetzen lässt. Denn wenn Carrie sich an etwas erinnert und noch mal alles Revue passieren lässt, dann steht sie quasi neben sich und beobachtet, was sie in diesem Moment getan und gesehen hat.

Unforgettable - Die totale Erinnerung

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Fluch oder Segen? Carrie kann sich an alles erinnern, das sie je erlebt habt.
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Es ist ein photographisches Gedächtnis, nur tausendfach potenziert. Eine Gabe, aber im Grunde auch ein Fluch, ist Vergessen doch auch ein Segen. Aber was macht man, wenn man nicht vergessen kann? Nicht nur die schönen Dinge, sondern vor allem auch die schlechten?

Auch damit befasst sich „Unforgettable“ und liefert Hauptdarstellerin Poppy Montgomery dabei reichlich Schauspielfutter. Es sind die nuancenhaften Veränderungen, die über ihr Gesicht huschen und den Zuschauer klar erkennen lassen, was sich gerade in ihrem Inneren tut, die auch dazu beitragen, dass man sofort von dieser Frau fasziniert ist. Führt sie doch ein Leben, das man sich in seiner Konsequenz kaum vorstellen kann.

Der rote Faden

Wie es sich für moderne Serien ziemt, gibt es auch bei „Unforgettable“ mehr als nur den Fall der Woche. Es ist ähnlich wie bei „Der Mentalist“, wo die Hauptfigur nach dem Mörder von lieben Angehörigen sucht. Das ist immer eine starke Motivation und zieht den Zuschauer auch in die Geschichte rein.

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Im Lauf der Staffel findet Carrie weitere Anhaltspunkte und Verdächtige, den Mörder selbst bringt sie jedoch nicht zur Strecke. Umso tragischer war, dass der US-Sender CBS bekannt gab, dass „Unforgettable“ nicht verlängert wird. Ein Ärgernis für alle Fans. Aber mitunter geschehen auch im harten Fernsehgeschäft Wunder.

Krimi-Serie mit ungewöhnlichem Ansatz, der es auch erlaubt, eine Figur in den Mittelpunkt zu rücken, für die ihre Gabe eher Fluch als Segen ist. Poppy Mongtomery ist großartig.Fazit lesen

Ein kurzes Vergnügen?

Nach nur zwei Monaten, in denen andere Sender die Option, die Serie zu übernehmen, verstreichen ließen, entschied man sich bei CBS, „Unforgettable“ noch eine Chance zu geben. Eine zweite Staffel wurde geordert und wird in den USA Anfang 2013 laufen. Produziert werden aber nur 13 Folgen, im Gegensatz zu den 22 Episoden der ersten Staffel. Als Midseason-Replacement muss sich „Unforgettable“ dann bewähren – oder es ist Schluss mit lustig.

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Ungewisse Zukunft: Eine zweite Staffel wird es wohl geben, aber nur abgespeckt.
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Sollte das Ende doch nach der zweiten Staffel kommen, wäre es auf jeden Fall eine feine Sache, wenn die Macher auch einen Abschluss vorbereiten würden. Ein Finale ohne Auflösung der großen Geschichte wäre ärgerlich. Aber das muss die Zukunft zeigen, jetzt kann man hierzulande in die erste Staffel einsteigen.