Erst hieß es, „Under the Dome“, die Verfilmung des Stephen-King-Romans „Die Arena“, sollte eine Miniserie sein. 13 Folgen – ein Anfang, ein Mittelteil, ein definitives Ende. Nachdem die Show in den USA mit phänomenalen Quoten gestartet wurde, sieht die Sache schon anders aus.

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Entwickler Brian K. Vaughn erklärte unlängst, dass man Ideen für eine zweite Staffel hat und hofft, dass die Zuschauerzahlen so bleiben, um diese auch Wirklichkeit werden zu lassen. „Under the Dome“ soll also zur Endlosserie werden – oder zumindest ein paar Jahre lang laufen. Ob das der Geschichte jedoch gut tut?

Der kleine Ort Chester’s Mill ist nichts Besonderes. Jeder der Bewohner geht seinen üblichen Geschäften nach, aber dann ändert sich schlagartig alles. Von einem Moment zum nächsten erscheint eine unsichtbare Barriere, die die Stadt von der Außenwelt abschottet. Und das in alle Richtungen, handelt es sich doch um eine Kuppel. Was außerhalb dieser vor sich geht, lässt sich für die Bewohner von Chester’s Mill nicht mehr sagen – noch nicht einmal Schall kann die Barriere durchdringen.

Dale „Barbie“ Barbera (Mike Vogel) ist Geldeintreiber für einen Buchmacher. Ihn verschlägt es geschäftlich nach Chester’s Mill, wobei es zu einer tödlichen Auseinandersetzung kommt. Big Jim (Dean Norris) ist das einzige Stadtratsmitglied innerhalb der Kuppel und versucht, die Macht an sich zu reißen.

Under the Dome - Unter der Kuppel ist es anders als im Buch - auch mit Stephen King an Bord

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Die Simpsons haben's zuerst gemacht? Diesmal nicht: Stephen King hatte die Romanidee bereits lange vor dem ersten Kinofilm der Gelbhäutigen.
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Sein Sohn Junior hat seine Freundin Angie (Britt Robertson) entführt und hält sie in einem Luftschutzbunker gefangen. Linda Esquivel (Natalie Martinez) leitet die Polizei von Chester’s Mill, hat aber mit ihren eigenen Leuten Probleme.

Die Reporterin Julia Shumway (Rachelle Lefevre) versucht, mehr über die Hintergründe der Kuppel herauszufinden, muss sich aber auch fragen, wo ihr Mann abgeblieben ist. Die Teenager Joe (Colin Ford) und Norrie (Mackenzie Lintz) haben Anfälle, die mit der Kuppel in Verbindung stehen, und bei denen sie ein merkwürdiges Mantra mehrmals wiederholen. Der Reverend (Ned Bellamy) glaubt, dass die Kuppel der Wille Gottes ist, eine Prüfung, die die Spreu vom Weizen, die Gläubigen von den Ungläubigen, trennen soll.

Sie und alle anderen versuchen, unter der Kuppel zu überleben, doch die Nerven liegen blank …

Vorlage und Adaption

Wer neugierig ist, könnte nun natürlich den Roman lesen und würde dann wissen, wer die Kuppel zu welchem Zweck errichtet hat. Aber: Stephen King erklärte schon, dass die Auflösung in der Fernsehserie eine ganz andere sein wird. Ohnehin gab es bei der Adaption durch Brian K. Vaughn allerhand Veränderungen. Einige Figuren fielen ganz raus, manche wurden mit anderen verschmolzen und wieder andere sind gänzlich neu.

Die Grundzüge der Figuren sind erhalten, aber die Umstände sind anders, so etwa beim psychopathischen Junior, der im Roman schon mehrere Frauen ermordet hat, bevor die Kuppel fällt, hier jedoch seine Freundin entführt, damit sie ihn wieder liebt. So stellt er sich das zumindest in seinem kranken Kopf vor.

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Problematisch ist dabei, dass die Vereinfachung einigen Figuren nicht gut getan hat, vor allem gilt dies für Junior, aber auch seinen Vater. Sie sind in Serie und Roman die Antagonisten, in der literarischen Umsetzung sind sie charakterlich jedoch weit feiner strukturiert. Man empfindet keine Sympathie für sie, versteht sie aber besser. Bei der Fernsehserie kommt das nicht wirklich zum Tragen, wobei Junior da noch schlechter abschneidet als Big Jim.

Under the Dome - Unter der Kuppel ist es anders als im Buch - auch mit Stephen King an Bord

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Barbie und Julia verbindet mehr, als die Reporterin anfänglich glaubt.
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Dass die Auflösung eine andere sein wird, ist nicht so tragisch. Einerseits, weil es unter Umständen noch Jahre dauert, bis man sie im Fernsehen zu sehen bekommt, andererseits, weil Stephen Kings Idee im Roman ziemlich gut funktioniert, verfilmt jedoch beim einen oder anderen Zuschauer zum Kopfschütteln führen könnte.

Die Idee ist aber per se nicht schlecht und stellt auch einen Kommentar dazu da, wie man sich gegenüber seiner Umwelt verhält, denn plötzlich ist man nicht mehr die Krone der Schöpfung und muss am eigenen Leib erfahren, was passiert, wenn man zum Spielball des Schicksals wird.

Unter der Kuppel zeigt sich am Mikrokosmos einer Kleinstadt, wie schnell unser Konzept der Zivilisation verfällt. Spannendes Sci-Fi-Drama.Fazit lesen

Mehr Drama als Sci-Fi

Wer sich von „Under the Dome“ eine harte Science-Fiction-Serie erhofft, in der es darum geht, mehr über die Kuppel und ihre Wirkungsweise herauszufinden, der könnte enttäuscht werden. Denn in seiner Essenz ist die Serie ein Drama, die sich mit dem Mikrokosmos Chester’s Mill mit der Frage befasst, wie der Mensch reagiert, wenn die zivilisatorischen Zwänge nach und nach abfallen.

Under the Dome - Unter der Kuppel ist es anders als im Buch - auch mit Stephen King an Bord

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"Nicht Hank, sondern Big Jim heißt Dean Norris' Charakter in Under the Dome. Der Breaking-Bad-Star mimt den wesentlichen Antagonisten.
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So besteht ein durchgehendes Gefühl der Spannung, da man weiß, dass die Situation mit verstreichender Zeit nur schlechter werden kann. Benzin, Nahrung, Wasser, Medikamente Zigaretten, buchstäblich alles geht nach und nach zur Neige. Je weniger da ist, desto brutaler werden die Verteilungskriege.

In den ersten Folgen erahnt man das nur, aber man erkennt instinktiv, dass sich die Geschichte nur in diese Richtung entwickeln kann. Das ist es auch, was „Under the Dome“ so faszinierend macht. Es ist keine Sci-Fi-Kuppel, sondern das menschliche Drama, das den Zuschauer an die Serie bindet.

Von kleineren Schwächen in der Charakterisierung der Figuren abgesehen, sind diese auch so gut gestaltet, dass man Interesse für sie entwickelt. Bisweilen ergibt sich jedoch ein Déjà-vu, so beim Reverend, der an Marcia Gay Hardens Figur in „Der Nebel“ erinnert.