Schon in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es Science-Fiction-Serien im Fernsehen. Erst in den 60er Jahren gab es jedoch Erfolge wie „Star Trek“, „Mission Seaview“, „Verschollen im Weltall“, „The Outer Limits“ und „Invasion von der Wega“. Die 70er Jahre waren dann lange eine SF-freie Zone, bis mit „Star Wars“ das Interesse wiederbelebt wurde und auch heute noch beliebte Serien wie „Kampfstern Galactica“, „Buck Rogers“ oder „Mondbasis Alpha 1“ debütierten.

Mit der voranschreitenden Technik wurden auch die Serien aufwendiger (und günstiger zu produzieren), doch in den 80er Jahren gab es nur wenig handfeste Science-Fiction, aber immerhin „Zurück in die Vergangenheit“ und „Krieg der Welten“. In den 90er Jahren explodierte das Genre jedoch, nachdem „Akte X“ eine richtige Mystery-Welle eröffnet hatte: „Nowhere Man“, „Time Trax“, „First Wave“, „Space Precinct“, „Stargate: SG-1“ und viele mehr tummelten sich in den Wohnzimmern.

Zu Beginn des Jahrtausends ließ das Interesse wieder etwas nach, aber mit „Lost“, „Fringe“ und „Firefly“ gab es dennoch Serien, die ein fanatisches Publikum fanden. Aufgrund der schieren Masse an hochwertigen SF-Serien ist es natürlich schwer, zehn Highlights herauszupicken. Wir haben uns dennoch daran versucht und kaum einen der Titel, die in dieser Einleitung stehen, in unsere Top Ten aufgenommen. Lasst uns doch wissen, was für euch die besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten sind.

10. Parallele Welten

Sliders (1995-2000)

„Sliders“ ist die Serie, die nicht sterben wollte, es aber im Grunde innerlich ist. Denn die von Tracy Tormé ersonnene Serie ist ein zweischneidiges Schwert. Die ersten beiden Seasons sind großartig. Sie sind Science-Fiction, wie sie sein sollte, und bleiben dem eigenen Konzept treu. Es geht um vier Menschen, die mit einer neuen Technologie von einer parallelen Welt zur nächsten reisen, aber nicht mehr nach Hause können. Sie müssen also weiter „sliden“, bis sie irgendwann ihre Heimat wiederfinden. Dabei geraten sie in Welten, die wie unsere sind, deren Entwicklung sich aber anders abgespielt hat. Zum Beispiel konnte man in eine Welt sliden, in der die USA unter kommunistischer Kontrolle sind.

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In den ersten beiden Staffeln nutzte „Sliders“ eben diese Prämisse. Es wurden Welten gezeigt, wie sie auch bei uns denkbar wären, wenn sich gewisse Ereignisse anders abgespielt hätten – im Großen wie auch im Kleinen. Tormé folgt hier den Regeln von Parallelwelterzählungen und bietet dabei intelligente und actionreiche SF-Unterhaltung. Mit der dritten Staffel änderte sich das jedoch. Plötzlich kamen die Sliders in Welten, in denen Magie existierte. Man merkt der Serie an, dass sie sich an gerade aktuelle Kinofilme heranhängen wollte.

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Zugleich litt „Sliders“ darunter, dass sie nach und nach fast alle Hauptdarsteller verlor. Nachdem John Rhys-Davies („Der Herr der Ringe“), Jerry O’Connell und Sabrina Lloyd weg waren, blieb nur noch Cleavant Derricks. Dennoch schaffte es die Serie bis zur fünften Staffel, danach war endgültig Schluss. Die Staffeln 3 bis 5 kann man ruhigen Gewissens ignorieren (auch wenn sie auf trashige Art und Weise unterhaltsam sind), die ersten zwei Seasons sind jedoch feinste SF und ein Highlight der Fernsehhistorie der 90er Jahre.

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9. Angriff aus dem All

UFO (1970-1971)

„UFO“ wurde von SF-Guru Gerry Anderson entwickelt, der zuvor Puppenserien wie „Thunderbirds“ produziert hatte. Nun wollte er jedoch zu Live-Action wechseln. Die Serie spielt in der damaligen Zukunft, dem Jahr 1980. Die Erde wird immer wieder von Außerirdischen angegriffen, weswegen man SHADO, die Supreme Headquarters Alien Defence Organisation, gegründet hat, um die Invasoren abzuwehren. Die Organisation wird von Edward Straker geleitet, der u.a. auch Testpilot Paul Foster rekrutiert, als dieser auf die Aliens aufmerksam wird.

Zu Wasser, zu Lande und in der Luft werden die Außerirdischen, die nie einen Namen bekommen - weder nennen sie selbst einen, noch geben ihnen die Menschen einen -, bekämpft. Unklar ist dabei, was die Außerirdischen eigentlich wollen, aber eines ist sicher: Sie greifen beständig von Neuem an.

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Insgesamt entstanden 26 Episoden, von denen jedoch nur 17 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Die Bildqualität der DVDs ist übrigens atemberaubend gut. Der Look der britischen Serie ist heute so faszinierend wie vor Jahrzehnten. Die SHADO-Mitarbeiterinnen auf der SHADO-Mondbasis tragen lilafarbene Perücken, die Uniformen zeigen bisweilen mehr Haut als man meinen sollte und die Spezialeffekte sind auch mehr als 40 Jahre später noch sehenswert.

Schade nur, dass es nie einen Abschluss der actionreichen Serie gab. Anderson hatte ein Konzept für die zweite Staffel, die auf dem Mond spielen sollte. Die SHADO-Basen auf dem Mond wären ausgebaut und zur ersten Verteidigungslinie der Menschheit im Kampf gegen die Außerirdischen geworden.

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Der Sender hatte daran aber wegen durchwachsener Quoten kein Interesse, weswegen Anderson aus der Idee „Mondbasis Alpha 1“ machte. Seit Jahren heißt es übrigens, dass es ein großes Kino-Remake der Serie geben soll, viel passiert ist bisher aber nicht.

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8. Besser als „District 9“

Alien Nation (1989)

Im Jahr 1988 kam „Spacecop L.A. 1991“ in die Kinos. Das ist im Grunde ein Buddy-Movie im SF-Gewand. Vor ein paar Jahren sind die Newcomer auf die Erde gekommen. Sie sind Außerirdische, die einst Sklaven waren, nun jedoch auf der Erde ein neues Leben beginnen. Sam „George“ Francisco ist einer von ihnen und wird der erste Detective bei der Polizei von Los Angeles. Sein neuer Partner ist Matthew Sikes, der mit Newcomern nicht viel anfangen kann. Aber beide raufen sich zusammen, als es gilt, einen Cop-Killer zu finden.

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Im Jahr darauf debütierte die Serie „Alien Nation“, die die Geschichte fortsetzt (und im Pilotfilm praktisch die Geschichte des Kinofilms noch mal erzählt). War das Skript des Films von Rockne S. O’Bannon („Farscape“), zeichnete für die Serie Kenneth Johnson verantwortlich, der hier eine SF-Prämisse gefunden hatte, die es ihm erlaubte, sich mit dem alltäglichen Rassismus zu beschäftigen.

So ist „Alien Nation“ eine Krimiserie, hat aber auch sehr viele SF-Elemente und lebt vom Drama dessen, dass eine Minderheit sich gegen alltägliche Diskriminierung durchsetzen muss. „Alien Nation“ ist eine clevere Serie, die ihr Publikum leider nie fand. Nach nur einer Staffel war Schluss. Allerdings wurden von 1994 bis 1997 noch fünf Fernsehfilme produziert. Der erste war besonders wichtig, da er den offenen Cliffhanger der Fernsehserie zu einem Abschluss brachte.

„Alien Nation“ hat auch mehr als 20 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Aktualität verloren. Schade, dass es keine moderne Fortführung gibt, die zeigen würde, wie es heutzutage um die Newcomer bestellt ist.

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7. Mensch gegen Roboter

Battlestar Galactica (2003-2009)

Die klassische Serie aus den 70er Jahren war für ihre Zeit hervorragend, litt aber darunter, dass der große Anspruch mit den vorhandenen Budgets nur bedingt umsetzbar war. „Kampfstern Galactica“ ist dennoch ein SF-Klassiker mit großer Fanbase. Die war einigermaßen erzürnt, als zu hören war, dass „Battlestar Galactica“ keine Fortführung war, sondern die Serie neu erfinden würde.

Die zwölf Kolonien werden von den Cylonen vernichtet, woraufhin der letzte Rest der Menschheit fliehen muss. 40 Jahre nach dem Ende des Kriegs wollen sie, was ihrer Meinung nach ihnen gehört: das Universum. Die Maschinenwesen haben sich verändert und agieren nun auch in menschlicher Gestalt. Gnadenlos verfolgen sie die Galactica, den letzten noch existierenden Kampfstern, der mit einer Flotte ziviler Schiffe nach einer neuen Heimat sucht.

Für die Hauptrolle von Adama konnte man Edward James Olmos gewinnen, der damit in die Fußstapfen von Lorne Greene tritt. Als Präsidentin der Menschheit fungiert Mary McDonnell. Die übrige Besetzung war damals weitestgehend unbekannt: Jamie Bamber (Apollo), Katee Sackhoff (Starbuck), Grace Park (Boomer), Tricia Helfer (Nummer Sechs) und James Callis (Baltar).

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Showrunner Ron Moore verzichtet in der Serie auf Außerirdische. Es ist eine Geschichte, die sich mit Menschen befasst – und Cylonen, die immer menschlicher werden. Die Serie setzt auf einen realistischen Look, wofür oft mit Handkamera gearbeitet wird, so dass man als Zuschauer das Gefühl hat, direkt mit dabei zu sein. Im Gewand der Science-Fiction kann sich „Battlestar Galactica“ auch mit unangenehmen Dingen befassen – so dem Einsatz von Folter. Dies ist ein wichtiges Thema in der Serie, das nicht schwarzweiß gezeichnet wird, sondern aus allen Blickwinkeln betrachtet wird.

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In erster Linie geht es bei „Battlestar Galactica“ nicht um Raumscharmützel und große Kämpfe. Es geht um Menschen. Daraus entspinnt sich von jeher das größte Drama. Besonders erwähnenswert ist die ungewöhnliche, aber packende musikalische Untermalung von Bear McCreary.

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6. Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht

V (1983-1984)

13 Jahre vor Roland Emmerich ließ „V“ gewaltige Raumschiffe über den Hauptstädten der Erde erscheinen. Kenneth Johnson ersann die zweiteilige Miniserie und erzählt davon, wie scheinbar freundliche Besucher auf die Erde kommen, aber handstreichartig ein totalitäres Regime errichten und dabei auf die Hilfe zahlreicher Kollaborateure setzen können. Doch der Widerstand formiert sich.

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Der Zweiteiler war immens spannend und höchst aufwendig gestaltet. „V“ wurde zu einem Phänomen und zu einem Quotenhit, weswegen – diesmal ohne Johnson – eine zweite Miniserie in Auftrag gegeben wurde, die aus drei 90-minütigen Filmen bestand und sich damit beschäftigt, wie die Besucher besiegt werden.

Johnson hatte ursprünglich den Plan, pro Jahr mehrere Filme rund um „V“ zu machen, da sich nur so der hohe Aufwand betreiben ließ. Eine wöchentliche Serie hätte nie und nimmer das Budget gehabt, um mit den Miniserien, die Kinofilmen in nichts nachstanden, mithalten zu können. Der Sender sah das anders und gab eine wöchentliche Serie in Auftrag, die billig und schlecht war – nach nur einer Staffel wurde sie eingestampft und „V“ war Geschichte.

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Aber auch dieser hässliche Wurmfortsatz kann nicht verhindern, dass die ersten beiden Miniserien zu echten Fernsehklassikern geworden sind. Dabei ist die erste Miniserie noch etwas besser. Die zweite ist deutlich actionorientierter (und am Ende hin ein bisschen zu esoterisch), mit der ersten wird jedoch etabliert, was Johnson wirklich erkunden wollte: Wie sich ein totalitäres System in einem demokratisch gefestigten Staat festsetzen kann.

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5. Die Wahrheit ist dort draußen

Akte X (1993-2002)

„Akte X“ war eine der großartigsten Serien der 90er Jahren. Sie startete nicht als großer Hit, doch positive Mundpropaganda sorgte dafür, dass Folge für Folge mehr Zuschauer einschalteten. Sie hörten von Freunden, Bekannten und Kollegen, dass ein neuer Serienstar in der Stadt war, den man nicht verpassen durfte, denn „Akte X“ bot mehr als nur normale Unterhaltung. Hier wurde Woche für Woche eine Serienfolge auf Filmniveau präsentiert, was damals alles andere als üblich war.

Die Folgen, die sich mit Mulders verschwundener Schwester Samantha, den Außerirdischen oder der Verschwörung beschäftigten, waren das Salz in der Suppe. In diesen Folgen wurde das persönliche Leben von Mulder und Scully und allen, die sich in ihrem Dunstkreis befinden, betrachtet und weitergesponnen. Es waren diese Folgen, die uns die Charaktere besonders ans Herz legten, geschahen hier doch die größten Tragödien, aber auch die intimsten Momente, so dass Mulder und Scully schon fast zu echten Menschen wurden, mit denen man bangte und zitterte.

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In den ersten beiden Jahren wurde der Aspekt der Mythologie noch etwas im Hintergrund gehalten und nur langsam ausgeweitet. Es gab schon sehr viele Andeutungen, doch meistens blieb vieles offen und nur die wenigsten Fragen wurden beantwortet. Und geschah dies einmal doch, dann wurden sofort weitere, noch interessantere Fragen präsentiert. Es waren auch diese Folgen, dieser rote Faden, der sich durch die Serie zog, der in ihren frühen Jahren noch mehr Zuschauer vor den Fernseher lockte. „Akte X“ wurde zum Phänomen und jeder wollte wissen, wie es damit weiterging.

Den Höhepunkt stellte – an reinen Quoten betrachtet – die fünfte Staffel dar, wobei hier der Zeitpunkt lag, an dem die Serie am heißesten war, was nicht verwundert, wartete doch alle Welt schon gespannt auf den Kinofilm. Zu jenem Zeitpunkt waren jedoch bereits die Kratzer im Lack auszumachen, denn schon bei den früheren Folgen, die sich mit der immer weiter ausufernden Mythologie der Serie beschäftigen, war zu erkennen, dass die innere Geschlossenheit langsam litt.

Carter hatte offenbar keinen Masterplan parat, der ihm verriet, auf welches definitive Ende die Verschwörung hinauslaufen sollte. Vielmehr hangelten sich er und sein Autorenteam von Folge zu Folge und dachten über die aufgeworfenen Fragen auch erst nach, als diese schon festes Thema waren. Während in den ersten vier Staffeln die Welt noch in Eitel Sonnenschein getaucht war, verdunkelte sich der Horizont bereits. Schon zu diesem Zeitpunkt waren in der Serie unzählige Außerirdische parat, die allesamt scheinbar andere Ziele im Auge hatten, wobei noch immer unklar war, wie die Verschwörung mit ihnen zusammenhing.

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Doch auch im fünften Jahr der Serie hielt sie sich noch recht gut, erst mit Beginn des sechsten Jahres schien die Mythologie langsam in sich zusammenzubrechen. Erstaunlich ist darüber hinaus, dass die sechste Staffel auch mit schlechteren Quoten dastand als ihre Vorgänger. Zudem waren die Zuschauer zunehmend verwirrter, was den großen Handlungsbogen betraf. Den Höhepunkt dieser Entwicklung erreichte schließlich der diese Staffel abschließende und die nächste Season beginnende Dreiteiler, der selbst eifrigen Fans Stirnrunzeln bescherte.

Mit Beginn der achten Staffel gab es einen neuen Hauptdarsteller, den von Robert Patrick gespielten Agenten Doggett. Mulder war noch dabei, aber nur noch in wenigen Folgen. In der neunten Staffel fehlte er dann mit Ausnahme des Finales ganz.

In den neun Jahren ihrer Existenz hat die Serie einige Veränderungen durchgemacht und wurde von einer Zwei-Mann-Show zu einer richtigen Ensemble-Show mit großer Besetzung. Auch inhaltlich machte sie viele Veränderungen durch, so manche nicht unbedingt zu ihrem Vorteil, doch alles in allem muss man auch den späteren Staffeln attestieren, dass sie zumindest gute Unterhaltung boten. Zwar kamen sie nicht an die Glanzzeit der Serie – die Staffeln 1 bis 4 – heran, doch kaum irgendein Serienprogramm kann sich rühmen, eine derartige Qualität über eine dermaßen lange Zeit aufrechterhalten zu haben.

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„Akte X“ ist ein außergewöhnliches Fernsehphänomen, das es auf mehr als 200 Episoden, zwei Kinofilme und eine Spin-off-Serie gebracht hat.

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4. Doktor wer?

Doctor Who (ab 2005)

Sein erstes Abenteuer erlebte der Doktor im Jahr 1963, als die BBC die SF-Serie ins Programm nahm. Was damals entstand, ist nicht weniger als die erfolgreichste SF-Serie aller Zeiten, die bis 1989 lief und es auf unglaubliche 700 Folgen plus mehrerer Specials und Spin-offs brachte. Die Laufzeit der Folgen war zumeist nur 25 Minuten lang, dafür wurden gleich größere Geschichten erzählt, die über drei bis sechs Folgen laufen konnten. Die klassische Inkarnation der Serie ist in unseren Breitengraden recht unbekannt.

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Der Doktor ist ein exzentrischer Time Lord, ein hochintelligenter Wissenschaftler von einem weit entfernten Planeten, der mit der TARDIS durch Raum und Zeit reisen kann. Der Doktor liebt die Erde und rettet sie wieder und wieder vor außerirdischen Gefahren. Dabei findet er Begleiter von der Erde, die ihm bei seinen Abenteuern beistehen. Der Doktor hat zahlreiche Feinde, darunter die Daleks und den abtrünnigen Time Lord Master.

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Der neunte Doktor ist Christopher Eccleston, mit dem die Serie 2005 ins Fernsehen zurückkehrte. Er war nur ein Jahr dabei, danach regenerierte sich der Doktor und sah fortan wie David Tennant aus. Tennant spielte die Rolle drei Staffeln lang. In einem Special, das zwischen der vierten und fünften Staffel angesiedelt ist, starb er dann und regenerierte sich erneut: diesmal in Form von Matt Smith.

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Auch die neue Inkarnation von „Doctor Who“ war in Deutschland nicht besonders erfolgreich. Im Free-TV liefen die ersten beiden Staffeln, im Pay-TV brachte man dann auch die fünfte und hat anschließend auch mit der Synchronisation der noch fehlenden Episoden begonnen. Die Serie hat natürlich unbestreitbar britisches Flair, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist.

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Geboten wird jedoch höchst originelle Science-Fiction mit faszinierend andersartigen Außerirdischen und unkonventionellen Geschichten. Es gibt auch extrem spannende, bisweilen sogar richtig gruselige Episoden, so z.B. all jene mit den Weeping Angels. Das Schöne an der Serie ist aber auch, dass sie sich mit jeder Regeneration neu erfindet. So kann man mit dem neuen Doktor Matt Smith in der fünften Staffel (die stärker als zuvor auf gruseliges Ambiente setzt) in die Handlung einsteigen, ohne je auch nur eine andere Episode gesehen zu haben. Großartig ist auch die Musik von Murray Gold.

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3. „Für immer treu, mein Freund.“

Space 2063 (1995)

“Wir dachten, wir wären allein. Glaubten, das Universum gehöre uns. Bis eines Nachts im Jahre 2063 eine unserer Raumkolonien angegriffen wurde. Nun haben wir Krieg. Ich bin Lt.Col. T.C. McQueen, ein In-Vitro, das sind Menschen, die in Brutkästen heranwachsen. Ich habe das Kommando über ein Marine Corps, das Achtundfünfzigste. Man nennt uns die Wild Cards. Wir kämpfen auf Abruf: im Weltraum, an Land und zu Wasser. Diesen Krieg zu verlieren, wäre schlimmer als der Tod. Wir müssen alle unsere Aufgabe erfüllen - bedingungslos.”

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So beginnt eine der besten SF-Serien aller Zeiten, die aber leider nur eine Staffel erlebt hat. Die von den „Akte X“-Autoren Glen Morgan und James Wong entwickelte Serie „Space 2063“ war ihrer Zeit weit voraus. Das Autorenduo entwickelte eine Serie, die zwar Science-Fiction ist, aber im Grunde die Geschichte eines Kriegs erzählt. Mehr von Robert Heinlein denn von Gene Roddenberry inspiriert, ist „Space 2063“ eine Serie, die viel von der Stimmung vorwegnimmt, die „Battlestar Galactica“ Jahre später zum Erfolg führen sollte: harter Realismus im SF-Gewand.

Im Mittelpunkt stehen fünf Marines, die Wild Cards, deren Erlebnisse im Kampf gegen die außerirdischen Chigs, die den Menschen technologisch überlegen sind, man miterlebt. Hurra-Patriotismus gibt es nicht, sondern Morgan und Wong zeigen ungeschönt die Bestie Krieg. Mit der Episode „Wer überwacht die Vögel?“ haben sie einen echten Klassiker erschaffen: Eine Episode, die fast ohne Dialoge auskommt.

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Obwohl es keinen Abschluss für die Kriegsgeschichte gibt, ist das zweiteilige Finale dennoch ein unheimlich gutes Ende, das jedoch - passend zur erschütternden Darstellung des Kriegsgeschehens in der Serie - als totaler Downer daherkommt und passender kaum sein könnte. Im Krieg sterben Menschen – auch die, die uns am Herzen liegen.

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2. Dorthin gehen, wo noch nie jemand zuvor gewesen ist

Star Trek (1966-1969) / Star Trek: The Next Generation (1987-1994) / Star Trek: Deep Space Nine (1993-1999)

Den zweiten Platz teilen sich drei Serien, die so ineinander verzahnt sind, dass man sie nur ungern für sich allein stehend betrachten würde: Sie bilden den Anfangspunkt und den Kern des Phänomens „Star Trek“. Die erste Serie mit Captain Kirk, Spock und McCoy ist aus heutiger Sicht natürlich schon etwas angestaubt, auch wenn die Effekte für die neuen Blu-rays aufgemöbelt wurden. Die Geschichten konnte man aber nicht aufmöbeln.

Dennoch: Gene Roddenberrys Serie hat noch immer eine Vielzahl großer Episoden zu bieten, die nicht nur spannend und actionreich, sondern auch intelligent und humanistisch sind. „Star Trek“ zeichnet das positive Bild einer zukünftigen Menschheit. Den Erzählmustern der 60er Jahre verpflichtet, stehen die Geschichten für sich selbst. Einen roten Faden gibt es nicht.

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Als der Mythos 1987 mit „Star Trek: The Next Generation“ auf den Fernseher zurückkehrte, zeigte sich in der ersten Staffel auch noch kein nennenswerter roter Faden. Erst im Lauf der Jahre hat sich die Show entwickelt und mit einer ganzen Reihe von wiederkehrenden Figuren eine stärkere Chronologie aufgebaut. Für viele ist die Serie mit Captain Picard, Commander Riker, Commander Data und all den anderen noch immer das beste Stück „Star Trek“, das es je gegeben hat. Es ist schwer, dagegen zu argumentieren, denn tatsächlich erlebte die Serie mit Beginn der dritten Staffel einen enormen Höhenflug, der bis zum Ende durchhielt.

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Die dritte wichtige Serie im „Star Trek“-Kosmos ist „Star Trek: Deep Space Nine“, das von manchen als schwarzes Schaf angesehen wird. Denn Roddenberrys Maxime, dass es innerhalb der Crew keine Konflikte geben darf, wurde über Bord geworfen. Das macht die Serie menschlicher und letzen Endes auch mitreißender. In den ersten drei Jahren war der rote Faden zwar vorhanden, aber noch schwach ausgeprägt, erst mit dem Erscheinen der Gründer und des Dominion begann die Serie schließlich, aus allen Rohren zu feuern. Sie wurde immer kühner, präsentierte einen Krieg zwischen Föderation und Klingonen, brachte die Romulaner als Verbündete hinzu und endete schließlich mit einer Staffel, deren letzte zehn Episoden aus einem riesigen Handlungsbogen bestehen, der in der finalen Auseinandersetzung und einer gigantischen Schlacht mit dem Dominion mündet.

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Die danach gekommenen Serien „Star Trek: Voyager“ und „Star Trek: Enterprise“ konnten das hohe Niveau ihrer Vorgänger nicht halten.

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1. Chaos vs. Ordnung

Babylon 5 (1994-1998)

J. Michael Straczynskis epochale Serie stand immer im Schatten von „Star Trek: Deep Space Nine“, trieb diese aber tatsächlich vor sich her. Erst im Fahrwasser von „Babylon 5“ entwickelte man dort eine dichte, fortlaufende Handlung – etwas, das der kleine SF-Konkurrent von Anfang an hatte. Noch etwas anderes hatte „Babylon 5“, das anderen SF-Serien abging: Hier gab es imposante und riesige Weltraumschlachten zu sehen. JMS hatte „Babylon 5“ auf eine Laufzeit von fünf Jahren angelegt.

Im Mittelpunkt steht die Raumstation Babylon 5, die die letzte Hoffnung auf Frieden ist – und zu etwas weit größerem wird: der letzten Hoffnung auf den Sieg. Denn das Universum befindet sich im Umbruch. Uralte Wesen, die Schatten, sind zurück, um die Völker des Universums in einen gewaltigen Krieg zu stürzen.

Die Erd-Allianz gerät zur totalitären Diktatur, der Krieg zwischen Centauri und Narn wird erbittert geführt und weitet sich aus. Alles könnte verloren sein, gäbe es nicht Babylon 5 unter dem Kommando von Captain John Sheridan. Man sagt sich von der Erd-Allianz los, findet Verbündete und nimmt den Kampf gegen die Schatten auf.

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Da die Gefahr bestand, dass die Serie nach nur vier Staffeln eingestellt werden würde, warf JMS, der von der zweiten bis zur vierten Staffel quasi alle Drehbücher selbst schrieb, alles in das vierte, möglicherweise letzte Jahr hinein und erschuf ein dramatisches Epos, das von einem Höhepunkt zum nächsten jagte. Er gab seinen Figuren großartige Dialoge – vor allem Bruce Boxleitner erhielt Ansprachen, die Fans einen Schauer über den Rücken laufen ließen.

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Die fünfte Staffel gab es dann doch noch, aber da war die Luft etwas heraus. JMS hatte seine große Geschichte bereits beendet. Spätere Versuche, das „Babylon 5“-Universum auszubauen, blieben kurzlebig, darunter die Serie „Crusade“ und verschiedene Fernsehfilme.

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