Morgen startet im US-Fernsehen bereits die 4. Staffel der guseligen Anthologie-Serie "American Horror Story". Doch das "American Story"-Franchise steht gerade erst am Anfang. Wie jetzt bekannt wurde hat der Kabelsender FX eine neue Mini-Serie mit dem Titel "American Crime Story" in Auftrag gegeben. In der ersten Staffel widmet sich das Projekt einem der berühmtesten Kriminalfälle der jüngeren US-Geschichte.

TV-Serien - Nach "American Horror Story" kommt "American Crime Story"

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 245/2551/1
Szene aus "American Horror Story"
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die erste Staffel wird sich um den Mordfall O.J. Simpsons drehen. 10 Folgen lang wird man das Drama um den Mord an Simpsons Ex-Frau und deren Freund behandeln. Als Grundlage dient dabei das Buch "The Run of His Life: The People v. O.J. Simpson" von Jeffrey Toobin, welches von Scott Alexander und Larry Karaszewski als Drehbuch adaptiert wird. Ryan Murphy, Showrunner und Schöpfer von TV-Hits wie "American Horror Story" und "Glee" wird das Projekt beaufsichtigen und bei allen 10 Episoden der ersten Staffel die Regie übernehmen. "American Crime Story" soll den Simpsons-Fall aus der Perspektive der Anwälte zeigen, die sich im Zentrum eines Medienssturms wiederfinden. Die Dreharbeiten sollen ab nächsten Frühjahr in Los Angeles stattfinden.

"Das ist ein aufregendes Projekt für mich. [...] Der O.J. Fall war genauso tragisch, wie er faszinierend war - es schien als wäre jeder daran irgendwie beteiligt. Es war wirklich der Beginn des modernen Tabloid-Zeitalters." äußerte sich Ryan Murphy zu dem Projekt.

Der Fall des O.J. Simpson hielt Mitte der Neunziger die USA, im Grunde genommen aber die gesamte Welt in Atem: Der bekannte Football-Spieler und Schauspieler Simpson wurde am 17. Juni 1994 nach einer Auto-Verfolgungsjagd quer durch Los Angeles, die live im Fernsehen übertragen wurde, verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, seine Ex-Frau Nicole Brown Simpsons und deren Liebhaber Ron Goldman nach einem Streit ermordet zu haben, was der Star bestritt. Der Fall entwickelte sich zu einem gigantischen Medienspektakel, in dem es bald um mehr ging, als um die Mordschuld Simpsons. Viele benachteiligte Minderheiten und besonders Afro-Amerikaner waren frustriert nach Jahrzehnte langer, ungerechter Behandlung seitens der Justiz. O.J. Simpsons wurde für sie zum Symbol des unschuldig verhafteten Schwarzen, dem wegen Rassismus ein Verbrechen in die Schuhe geschoben wurde.

Obwohl mehrere Indizien und DNA-Analysen vom Tatort sehr stark dafür sprachen, dass Simpson tatsächlich der Täter war, konnte ihm der Mord laut Ansicht der Geschworenen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Der ehemalige Star wurde strafgerichtlich freigesprochen, wurde in einem späteren Zivilprozess allerdings zur Zahlung von über 30 Millionen US-Dollar an die Angehörigen der Opfer verurteilt. Im Gefängnis sitzt O.J. Simpson heute trotzdem: 2009 wurde er wegen bewaffneten Raubüberfalls zu einer Haftstrafe von mindestens 9 Jahren verurteilt. Dass er tatsächlich der Mörder seiner Ex-Frau und deren Geliebten war, bezweifelt heute kaum noch jemand.