Es ist praktisch unmöglich, ihnen zu entkommen: den Doku-Soaps im deutschen Fernsehen. Auf (fast) allen Kanälen bekommen wir häppchenweise erklärt, was denn in der Realität, also da draussen vor der Haustür, so Schönes passiert. Das Fernsehen macht ganz Deutschland zu deinem Nachbarn und geht dabei so nahe ran, dass selbst langjährige Bettgenossen noch Neues erfahren dürften.

Das Fernsehformat Doku-Soap ist aktuell, menschelt aus allen Rohren und kann, kamerageile, bzw. abgebrannte Opfer vorausgesetzt, für einen Bruchteil der sonstigen Programmkosten die Sendestunden füllen. Einmal geht es um abgestellte Zwangsjunggesellen auf der Suche nach Mrs. Right, dann werden Tütensuppen madig gemacht und getauschte Frauen mit ausgeprägten Putzneurosen dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Die Doku-Soap ist inzwischen eine höchst erfolgreiche Allzweckwaffe im Kampf um Zuschauerzahlen, die schon längst die „prime time“ erobert hat und uns alltäglich in Erinnerung ruft, wie komplex so ein Mensch doch agieren kann. Auf also zu einem gnadenlos subjektiven Top 10 Ranking der bizarrsten, witzigsten und blödesten Realitäts-Schnitten, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat. Es stimmt schon: investigativer Journalismus war noch niemals so hart wie heute.

10. Bauer sucht Frau (RTL)

„Bauer sucht Frau“ ist einer DER Paten des Doku-Soap Erfolgs und dreht sich um, na ja, Bauern, die Frauen suchen. Jeder kennt diese Sendung, auch wenn man es nie zugeben würde, und jeder würde vor Schmerz aufheulen, wenn einmal eine Folge ohne die folgenden Zutaten zu Ende gehen würde: Inka Bauses Dauergrinsen – eindeutige Charakterisierungen à la „Pfundskerl Mike“ oder „der fröhliche Ziegenwirt Hansi“ – Tapeten anno 1952 – keifende Mamas in fortgeschrittener Birnenform – hingestammeltes Hauptschuldeutsch mit Zwangsuntertiteln.

TV-Serien - Folterfernsehen: Die dümmsten Doku-Soaps im TV

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Wenn der Landwirtschaftssimulator nicht mehr reicht, muss die Doku-Verkupplung her.
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Was dieses Format zu so einem mördermäßigen Quotenknaller macht, ist die durchaus charmante Mischung aus schrägen Outlaws, abgewrackten Wohnungseinrichtungen, unbeholfenen Baggerversuchen und der schwer süßlich duftenden „Frau im Spiegel“ Verpackung. Dass diese Sendung nicht wesentlich weiter vorne rangiert, beruht vor allem auf ihrem granatenstarken Unterhaltungswert und der zwar defintiv grenzwertigen, aber zum Glück nie giftigen Präsentation der Protagonisten.

„Bauer sucht Frau“ vereint ganze Generationen in friedlicher Partystimmung vor der Glotze und bietet in all seiner handgestrickten Heimeligkeit so viel leidenschaftlichen Gesprächsstoff, dass selbst die im ZDF direkt anschließende Pilcher-Dröhnung vor Neid die Kühe von der irischen Wiese treibt. „Ich bin fick und fertig“ – allerdings!

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9. Schwiegertochter gesucht (RTL)

Und gleich nochmal eine Kuppel-Show von RTL, die diesmal Vera Int-Veen auf fortgeschrittene Junggesellen loslässt und diese, inklusive Mama, doch noch in den liebreizenden Hafen der Liebe schubsen möchte. Das Prinzip bei „Schwiegertochter gesucht“ ist das gleiche wie bei „Bauer sucht Frau“, wobei auch hier gilt, dass die freakigen Macken der Kandidaten im linearen Verhältnis zur Lautstärke der Lachsalven der Zuschauer stehen.

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Da weiß man gar nicht, wer wen verkuppeln möchte. Der schnittige Herr links ist derjenige welcher.
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Auch diese Doku-Soap wäre eigentlich ein Anwärter auf einen der vorderen Plätze, wenn da nicht die fröhliche Tatsache wäre, dass man sich hier fast noch besser als bei „Bauer sucht Frau“ unterhalten kann und die süßen Stubenhocker, wie z.B. Kaninchenfan Holger, am liebsten erstmal windeln möchte. Nie im Leben geht hier alles mit rechten Dingen zu, aber das tut dem kuriosen Spaß aus spießbürgerlichen Edelmacken, verzweifelten Liebesdienerinnen mit Beruf Altenpflegerin, bumsfidelen „voice over“-Gehässigkeiten und rigorosen Schwiegermonstern keinen Abbruch.

„Vera’s Reste-Rampe“, wie die Sendung bereits liebevoll umgetauft wurde, ist einer DER Frontberichte aus verdrängten Gesellschaftskreisen, in denen Modern Talking immer noch inbrünstig singen darf, leidenschaftliche Küsse bis tief in Nasenlöcher reichen und abgewrackte VW-Golfs zur „Knight Rider“-Titelmusik einparken. Noch mehr Realität und den Zuschauern würden endgültig die Köpfe platzen!

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Koch-Grütze und Gülcan in der Schule

8. Rosins Restaurant (Kabel 1)

Nach so viel Jubel wird es nun endlich Zeit für die Aktivierung der Giftkanülen in den Fingerspitzen: immerhin geht es ja hier um Doku-Soaps! „Rosins Restaurant“ dreht sich um Sternekoch Frank Rosin, der fremde Restaurants besucht und deren Probleme innerhalb von maximal drei Tagen in Luft auflöst. Zu Beginn wird immer der (selbstverständlich) desaströse Ist-Zustand dargestellt, dann folgen stramme ad hoc-Maßnahmen zwischen neuer Speisekarte und Mitarbeiter zurechtstauchen und am Ende schließlich steht ein strahlender Neuanfang.

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Billige Kopie von Gordon Ramsey und Co.: Rosins Restaurant schmeckt uns nicht.
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Was „Rosins Restaurant“ überhaupt in diese Liste befördert, ist seine dreiste Kopiererei von der ungleich besseren RTL-Variante dieses Formats, „Rach, der Restauranttester“. Praktisch alles, bin hin zu einzelnen Gesten, wurde hier einfach mal mit einem Bart versehen und schickt sich als solches an, das deutsche Restaurant an sich als ungeputzte Hölle faden Tütenessens zu brandmarken. Eigentlich ist es ein Wunder, dass in die vorgestellten Buden überhaupt noch jemand einläuft, so tendenziös wird hier auf ABSOLUTE Katastrophe gebogen.

Es gab ja schon wiederholt Berichte, dass die Restaurants dieser und ähnlicher Doku-Soaps (wie z.B. „Die Kochprofis“) inzwischen endgültig dicht sind. Was ist da nun besser: von einem „Unternehmensberater“ auf den (eventuell) richtigen Weg gebracht zu werden oder sich im Fernsehen als planloses Ferkel naggisch zu machen?

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7. Die Promi-Pauker (ZDFneo)

ZDFneo ist der –Zitat- „Jugendkanal“ des ZDF, der mit bemerkenswerter Energie GEZ-Gebühren für Formate rauspfeffert, die genau so auch bei Privatsendern auf offene Arme stoßen würden. Eines der schönsten Beispiele für die dort herrschende Auffassung des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages ist die Doku-Soap „Die Promi-Pauker“, bei der Gülcan, Heide Simonis und Manuel Andrack als Lehrer antreten und den anwesenden Schülern viel Freude bereiten.

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"Guck' mal, ich kann schon meinen Namen schreiben. Jetzt bin ich fast so klug, wie die Kinder, die ich unterrichte...hihi."
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Um fair zu bleiben, sollte man festhalten, dass diese Sendung nicht ganz so furchtbar ist, wie es das Konzept vermuten lässt, doch trotzdem: wir befinden uns immer noch bei oberflacher Ex-und-Hopp Jauche, die mit gleichförmiger Belanglosigkeit berieselt und dabei eben mit Gebührengeldern finanziert wird. Denkt sich ZDFneo etwa, dass mittels dem Setting Schule bereit dem Deckmäntelchen Anspruch genüge getan ist? Es macht sich Entgeisterung breit, und dass nicht nur, weil Gülcan, die neue Bio-Tante, erstmal mit den Kids in den Zoo marschieren möchte.

Überhaupt: Gülcan. Und Heide Simonis. Und Manuel Andrack – der nach Harald Schmidt anscheinend monatelang vor einem stummen Telefon saß. Eigentlich wäre es angebrachter, diese drei Gestalten auf eine Neuköllner Ghettoschule zu schicken und dann als zweites Setting das nächste Krankenhaus zu etablieren. „Das Dschungelcamp“ mit echten Messern – geil!

Hartz4-TV mit Frauentausch

6. Kleine Familie sucht große Liebe (ZDFneo)

Und gleich nochmal ZDFneo, und gleich nochmal eine drastische Anbiederung an die Doku Soap-Standards der Privatsender: Bei „Kleine Familie sucht große Liebe“ stehen alleinerziehende Eltern im Mittelpunkt, die auf Partnersuche gehen und dann zusammen mit den Kindern die Daumen nach oben oder unten senken. Was hat den Umworbenen besser gefallen – die Kanutour oder der Erlebnispark?

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Die lieben Kleinen dürfen entscheiden - der Herr links hat gewonnen, weil er so schön nach Zuckerwatte riecht.
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Es versteht sich von selbst, dass die hier verknüpfte Kausalkette „geiles Event/viel Action = der Partner fürs Leben ist gefunden“ totaler Quatsch ist. Möchte man wirklich mit jemandem zusammen sein, der mit dem Hubschrauber Semmeln holt oder einen sonntäglichen Spaziergang nur in Combat-Uniform antritt? Und überhaupt: sicher sind die Kids bei dieser Chose nicht ganz unwichtig, doch sie ständig als objektive Entscheidungsfinder miteinzubeziehen, wirkt eigentlich eher als Argument gegen den demokratischen Erziehungsberechtigten.

„Kleine Familie sucht großes Glück“ wird von ZDFneo als –ein weiteres Zitat- „realistische Dokumentation“ beworben und ist dabei nichts anderes als eine verpeilte Kuppelshow mit ausgeprägtem Schicksals- und Tränenfaktor. Eigentlich spricht der Titel ja bereits Bände, doch trotzdem sollte man es noch mal klarstellen: auf keinen Fall ansehen!

5. Frauentausch (RTL2)

In gewisser Weise ist es ja müßig, über die altgediente Ikone des Prekariats-Fernsehens noch irgendwelche Worte zu verlieren, doch leider ist die hier aufgebaute Zielscheibe einfach zu groß, um sie nicht zu beachten. RTL2 hat mit dieser Sendung seinen Ruf als Hartz IV-Sender begründet und fährt damit auch noch so große Erfolge, dass ein Ende der Pein nicht abzusehen ist. Zwei Frauen, zwei Familien, ein zehntägiger Tausch…und dann ab ins haarsträubende Getümmel!

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Fernsehen für die oberen Zehntausend: Eloquenter und nivea...nivo...schöne Sendung!
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Die Gründe, warum „Frauentausch“ auf den Scheiterhaufen televisionärer Fremdschäm-Orgien gehört, sind so mannigfaltig wie einfältig: die ewige Putzerei. Die peinsame Mediengeilheit der offensichtlich unterbelichteten Protagonisten. Die hingescripteten Pseudo-Konflikte, ausgetragen mit Schrei-Arien. Die tränenreichen Videobotschaften der leidenden Rest-Familien. Die ständigen Wiederholungen des off-Kommentators. Die rigorose Auswalzung aller der Wissenschaft bekannten menschlichen Schwächen. Undsoweiterundsofort.

„Frauentausch“ ist nicht die schlimmste Sendung im deutschen Fernsehen, aber eine der hassenswertesten. Man merkt den Machern allzu deutlich an, dass sie keinerlei Respekt vor ihren „Akteuren“ haben, doch genau das ist ja auch erwünscht. Eine Doku-Soap als Autounfall – also einer Mischung aus Entsetzen, Häme und dem erhabenen Gefühl, mit dem Pudding neben sich auf dem Sofa doch nicht so falsch gelegen zu haben.

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Gefakter Rauswurf bei Mutti

4. Verdachtsfälle (RTL)

Apropos hingescriptet: der neueste Trend bei dem ganzen Doku-Soap-Wahnsinn sind Doku-Soaps mit einem Drehbuch und Schauspielern – die dann so tun, als würde der zusammenfantasierte Quark, den sie da von sich geben, irgendetwas mit der Realität zu tun haben. Beweisstück A: „Verdachtsfälle“, ein täglich ablaufender Groschenroman auf RTL, der dramatische Ereignisse zu, jawohl, Verdachtsfällen zusammenschustert und dann bis zum Schluss überraschende Aufklärung betreibt.

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Schon das Logo sieht verdächtig aus.
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Natürlich kann man an eine tägliche Serie keine allzu hohen Qualitätsansprüche stellen, doch was hier für absolute Null-Nasen anwesend sind, kann trotzdem nur unter bockigem Geschrei hingenommen werden. Egal ob die knapp volljährige Tochter einen sleazigen Partykönig als „liebenden“ Freund anschleppt, eine russische Austauschstudentin ihre ungezügelte Libido verbreitet oder ein Hausbrand mit wüsten Schlägereien gepaart wird – hier wird die Gürtellinie nicht mal mehr mit dem Fernglas erkannt.

Falls irgendjemand mal nach einem (weiteren) Beweis für die Verdummung des deutschen Fernsehens sucht, hier ist er. Ein Zitat aus der Hausbrand-Folge, vorgetragen mit hoch quietschender Erregung: „nur weil unser Haus abgebrannt ist, lackierst du mir nicht mehr die Fingernägel!"

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3. Schluss mit Hotel Mama (Kabel 1)

„Schluss mit Hotel Mama“ ist eine Art Coverversion des „Schwiegertochter gesucht“ Konzepts und stellt erneut ungeliebte Nesthocker in den Mittelpunkt des Interesses. Von heute auf morgen müssen die Jungs (keine Mädels hier – Tatsache!) auf Hotel Mama verzichten und alleine mit Hausarbeit und Jobsuche klarkommen. Immer dabei, weil es ja schließlich auch pädagogisch wertvoll zugehen soll: Psychologe Michael Thiel, allseits gefürchtet als kamerageilster Seelenklempner der Talkshow-/Doku Soap-Nation.

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Achtung: Dieser Herr ist für "Deine Mudda"-Witze nicht sonderlich empfänglich...
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Was bei dieser Sendung besonders heraussticht, ist zum einen die offensichtliche Fake-Aura des Geschehens (Stichwort: KRASS - das Kinderzimmer ist auf einmal leer!) und zum anderen der haarsträubend naive Coaching-Aspekt. Natürlich wird das „Opfer“ ausschließlich als erzfauler Sack hingestellt, die Eltern meinen es natürlich ausschließlich gut und um da draußen zu überleben, braucht man zuerst einmal einen neuen Haarschnitt.

Auch zu dieser Sendung gab es ja schon mehrere Zeitungsberichte, die den Verlauf der Sendung als glatte Märchen enttarnten, doch trotzdem empört immer noch die scheinheilige Trash-Agenda der verantwortlichen Produktionsfirma. Einfach mal ein bisschen den Wohltäter spielen und darüber dann armselige Torfnasen auf eine Brechstangen-Dramaturgie knapp über Kindergartenniveau loslassen. Oh Mann, was für ein unglaublicher Müll!

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Schwule Friseure - und Schlagersänger

2. Der Wendler-Clan (SAT.1)

Michael Wendler ist der selbsternannte König des Pop-Schlagers, heißt eigentlich lieber „Der Wendler“ und darf in „Der Wendler-Clan“ sich und seine Familie beim zusammenhanglosen Lautmalen zeigen. Man trifft sich zum Kaffeklatsch, bei einem Musikvideo wird fremdgeküsst, im Wohnwagen gibt’s noch keinen Kaffee und das Muttermal auf der rechten Backe enthält Krebszellen. Bereits einer der ersten Sätze stellt hier die Weichen: „ich komme ja ganz von unten“.

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Aus Scheiße Gold machen und dann auch noch ins Fernsehen damit: "Der Wendler" ist für uns vor allem "Der Spinner".
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Michael Wendler, nein, Entschuldigung, „Der Wendler“ ist ein sowohl größenwahnsinniger als auch geschmacksbefreiter Spinner, der ja anscheinend mächtig Schulden hat und deswegen in diesem Hohlraum von einer Doku-Soap den steil grinsenden Horst machen muss. Egal wohin man bei diesem stocksteif zusammen gescripteten Mist auch blickt, inklusive der ekligen Pornobude des Chefs hier, es packt einen das kalte Grausen. Hände hoch, wer noch eine Doku-Soap kennt, in der das Verschütten von Kakao einen eigenen Aufreger wert ist!

Wie man eine Familien-Saga dieser Kajüte richtig inszeniert, zeigte bis vor kurzem „Die Osbournes“. Der kleine aber feine Unterschied zu „Der Wendler-Clan“ besteht darin, dass der olle Ozzy niemandem mehr etwas beweisen muss und deswegen die Sache locker angehen konnte. Beim Wendler hingegen sitzt höchstens der Hemdkragen locker, alles andere ist an spaßbefreiter Blödheit kaum noch zu überbieten.

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1. Der Salonretter (Pro7)

Und dennoch, die Pole Position gehört jemand anderem: dem „Salonretter“! Jene Doku-Soap läuft nachmittags auf Pro7, eingebettet in weitere Mörderformate wie „We are Family“, und zeigt einen schwulen Friseur, der abgetakelte Schnippelklitschen wieder auf Vordermann bringen soll. Also schon wieder das Gleiche wie bei „Rach der Restauranttester“ – nur eben diesmal mit vielen Haaren.

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"Mensch Gisela, das geht so nicht weiter - überall Haare auf dem Boden..."
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Der hier antretende „Coach“ heißt Andreas Wendt und führt sich aus dem Stand auf wie ein herrischer Diktator, dem man spätestens nach 5 Minuten eine tafeln möchte. Ohne einen Funken Anstand oder Respekt vor seinen Gegenübern fuhrwerkt er mit aggressiven Fuchteleien durch ein Füllhorn unflätiger Kraftausdrücke und lässt keine Gelegenheit aus, den vorgestellen Betrieb runterzumachen. Besonders beliebt auch hier, analog z.B. zu „Frauentausch“: ein Putz- und Sauberkeitsfimmel kurz vor Psychose.

Wieso eigentlich muss dieses Format einen schwulen Friseur vorschicken – ist das nunmal so in diesem Berufszweig? Und wieso eigentlich versucht es Pro7 erst gar nicht mehr, dem Coaching-Auftrag irgendeine Bedeutung zukommen zu lassen? Bei „Der Salonretter“ ist alles auf dermaßen primitive Randale und sensationsheischende „Konflikte“ ausgelegt, dass man mit den Empfängern von „Scheißdreck“ & co. tatsächlich Mitleid haben kann – obwohl natürlich auch diese Nasen selber schuld sind, sich so einem asozialen Vollpfosten zum Fraß vorzuwerfen.

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