Die amerikanische TV-Saison hat gerade ihre zweite Jahreshälfte begonnen, Grund genug für uns, einen Blick über den großen Teich zu werfen und die kommenden Hits vorzustellen.

Eigentlich wartet ja die gesamte Fernsehwelt auf die finale Staffel des Kulthits „Lost“, am 2. Februar ist es ja bekanntlich soweit – nachzulesen in unserem großen Lost-Special. Abseits des Inseldramas tut sich die etablierte Serien-Konkurrenz eher schwer, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

„24“ (Fox) ist gerade in seine achte Staffel gegangen, ob es auch die letzte ist, darüber werden wohl Jack Bauers Quoten in den nächsten Wochen entscheiden. Mit Sicherheit wird dagegen „Heroes“ (NBC) enden: Seit der dritten Staffel sind sowohl Quoten als auch Qualität im freien Fall, eine Wunderheilung beider Problemzonen ist unwahrscheinlich. Auch für „Fringe“ (Fox), die Mystery-Serie von J. J. Abrams, die an den „Lost“-Erfolg anknüpfen sollte, sieht es nicht besonders gut aus, Grund ist ebenfalls nachlassendes Zuschauerinteresse.

Diese nicht besonders erfreulichen TV-Nachrichten sind aber kein Grund, seinen Fernseher zu verkaufen: Einige Serien, die bereits angelaufen sind, haben absolut Potenzial (etwa „V“ und „FlashForward“), andere viel versprechende Neuproduktionen laufen erst in den kommenden Wochen an.

FlashForward

Sender: ABC, ProSieben (Termin noch nicht bekannt)
Genre: Mystery/Krimi

Worum geht’s? Die gesamte Menschheit fällt am 9. Oktober 2009 in ein kollektives Koma. Jeder sieht 137 Sekunden lang seine Zukunft, genauer gesagt den 29. April 2010. Die FBI-Einheit von Mark Benford (Joseph Fiennes) versucht das Geheimnis hinter dem Blackout zu ergründen, er selbst scheint im Zentrum der künftigen Ermittlungen zu stehen. Bald stellt sich heraus, dass das Phänomen keinen natürlichen Ursprung hat und auch nicht tatsächlich alle Menschen betroffen waren...

Die neuesten Serienhits aus USA - Die Erben von Lost und 24: Diese TV-Serien müsst ihr sehen!

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Flash Forward möchte an den Erfolg von Lost anknüpfen.
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Wer steckt dahinter? Der „Lost“-Sender ABC hofft, dass „FlashForward“ einmal die Nachfolge der Insel-Mystery antritt, entsprechend vertraute man die Produktion Branchen-Schwergewichten an: David S. Goyer und Brannon Braga. Aus der Feder von Drehbuch-Autor Goyer stammen Genre-Meisterwerke wie „Blade“, „Dark City“, „Batman Begins“ und „The Dark Knight“. Brannon Braga dürfte vor allem „Star Trek“-Fans ein Begriff sein, immerhin war er der wohl wichtigste Autor von „Die nächste Generation“.

Wer spielt mit? „Flash Forward“ hat eine prominente Darstellerriege zu bieten: Joseph Fiennes, Protagonist der Serie und kleiner Bruder des wesentlich bekannteren Ralph Fiennes („Schindlers Liste“), ist vor allem für seine Hauptrolle in „Shakespeare In Love“ bekannt. Seinen besten FBI-Kumpel Demetri Noh spielt John Cho, der im jüngsten „Star Trek“-Relaunch als (junger) Sulu zu sehen war. Mit Sonya Walger und Dominic Monaghan sind zwei „Lost“-Stars dabei, erstere spielte im Insel-Drama Penny, der „Herr der Ringe“-Co-Star Monaghan den Musiker Charlie.

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Wie ist's? An „Lost“ kommt „FlashForward“ zwar nicht heran, es bot aber bisher spannende Mystery, die sich besonders mit dem Thema Schicksal auseinandersetzt und die Frage stellt, ob und wie man die Zukunft ändern kann. Ob man Spannung und Reiz in einer möglichen zweiten Staffel beibehalten kann, ist allerdings fraglich.

V (2009)

Sender: ABC; Deutschland: noch kein Sender
Genre: Science-Fiction

Worum geht’s? Wie aus dem Nichts tauchen über 29 Weltstädten riesige Ufos aus. Die „Visitors“, die wie Menschen aussehen, betonen von Anfang an ihre friedlichen Absichten und versprechen der Menschheit so manche Eier-legende-Wollmilchsau-Technologie. Doch die Besucher, allen voran ihre charismatische Anführerin Anna (Morena Baccarin), führen natürlich etwas im Schilde. Ein kleines Grüppchen Menschen, aber auch Außerirdischer, organisiert den Widerstand.

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UFOs über der Stadt gab es auch schon vor Independence Day.
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Wer steckt dahinter? „V“ ist wie „Battlestar Galactica“ ein Remake einer kultigen Sci-Fi-Serie aus früheren Tagen. „V – Die außerirdischen Besucher kommen“ war Mitte der 80er auch im deutschen Fernsehen zu sehen (Sat 1) und fand durchaus seine Fans. Unter der Federführung von Scott Peters (Macher von „4400“) wurde die Serie neu aufgelegt und modernisiert.

Wer spielt mit? „V“ verzichtet zum Großteil auf prominente Namen, zwei (weibliche) Gesichter werden Serienfreunde aber gut kennen: Elisabeth Mitchell (FBI-Agentin Erica Evans) war zuvor in „Lost“ als Juliet zu sehen, Morena Baccarin ist vor allem aus „Firefly“ bzw. „Serenity“ bekannt.

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Wie ist's? Überraschend gut. Im Vergleich zum Original wurde das Erzähltempo gehörig nach oben geschraubt, gerade am Anfang hätte man sich aber eine etwas sensiblere Charakter- und Handlungs-Einführung gewünscht. Außerdem kommt die Faschismus-Kritik, ein wesentlicher Bestandteil der Urfassung, noch ein wenig zu kurz, was sich aber im Verlauf der Serie natürlich noch ändern kann.
Dennoch macht „V“ erstaunlich viel Spaß, auch die Quoten der ersten vier im US-Fernsehen im Herbst ausgestrahlten Folgen waren ordentlich.
Übrigens: Die riesigen Raumschiffe hat nicht „V“ von „Independence Day“ geklaut, sondern umgekehrt.

The Pacific

Sender: HBO; Deutschland: noch kein Sender
Genre: Geschichte/Drama

Worum geht’s? Wie es der Titel schon sagt, handelt „The Pacific“ vom Kampf der USA gegen Japan im Zweiten Weltkrieg. Die zehnteilige Serie basiert auf literarischen Vorlagen, nämlich den Memoiren zweier US Marines: „With the Old Breed“ von Eugene Sledge und „Helmet for My Pillow“ von Robert Leckie. Im Zentrum der Action-Geschichtslektion steht deshalb die legendäre 1. US-Marineinfanteriedivision, als (blutige) Kriegsschauplätze werden u. a. Guadalcanal, Iwo Jima und Okinawa vorkommen.

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The Pacific wurde wie "Band of Brothers" produziert von Steven Spielberg und Tom Hanks.
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Wer steckt dahinter? Eigentlich reichen zwei Namen vollkommen aus, um „The Pacific“ zu beschreiben: Steven Spielberg und Tom Hanks. Das „Saving Private Ryan“-Duo, das mit „Band of Brothers“ eine der hochwertigsten (Mini-)Serien aller Zeiten erschaffen hat, schickt Mitte März erneut eine extrem aufwändige Produktion ins Rennen. „The Pacific“ ist dabei ein Quasi-Nachfolger von „Band of Brothers“.

Wer spielt mit? Wie schon bei „Band of Brothers“ verzichten Hanks und Spielberg fast vollständig auf bekannte Namen. Routinierte TV- und Neben-Darsteller bilden den Großteil der Besetzung, zu den bekanntesten zählen William Sadler („Stirb langsam 2“), James Badge Dale („24“,) und Joseph Mazzello („Jurassic Park“).

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Wie ist's? Da die Serie erst in den USA anläuft, kann man natürlich noch kein Urteil fällen. Dennoch kann man ruhig den Qualitätsstandard von „Band of Brothers“ erwarten, also packende Geschichte(n) sowie jede Menge Action und Pyrotechnik. Die Trailer machen auf alle Fälle Lust auf mehr.

Dollhouse

Sender: Fox, Deutschland: noch kein Sender
Genre: Science-Fiction

Worum geht’s? Das „Dollhouse“ (eigentlich ein unterirdisches Bauwerk) ist ein Escort-Service der besonderen Art: Jeder der entsprechendes Kleingeld mitbringt, kann sich einen Menschen mit maßgeschneiderter Persönlichkeit mieten – für welchen Zweck auch immer. Die „Actives“ sollen sich zwar an keinen dieser Einsätze erinnern können, Echo (Eliza Dushku) tut das aber trotzdem, mit gefährlichen Folgen.

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Dollhouse scheint sich nach Firefly zum nächsten Flop für Joss Whedon zu entwickeln.
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Wer steckt dahinter? Joss Whedon ist seit „Buffy“ und „Firefly“ jedem TV-Fan ein Begriff, er steckt auch hinter „Dollhouse“. Doch wie schon bei seinem kultigen Wild-West-Science-Fiction-Abenteuer „Firefly“ hat er auch aktuell kein Glück mit Sender und Quoten. Die Produktion stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Fox ließ Whedon die bereits fertige Pilotfolge komplett umschreiben, dürfte die Sache aber eher verschlimmbessert haben. Seit der Premiere schwebte das Damoklesschwert der Absetzung über der Serie, „Dollhouse“ schaffte es immerhin in eine zweite Staffel, danach ist allerdings endgültig Schluss.

Wer spielt mit? In die Hauptrolle von Echo schlüpft Eliza Dushku, die mit Whedon bereits bei „Buffy“ und „Angel“ (als Faith) zusammengearbeitet hat. Ob diese Wahl richtig war, ist aber zu bezweifeln. Seit Serien-Beginn überschatten durchaus berechtigte Zweifel an den schauspielerischen Fähigkeiten Dushkus die Produktion. Außerdem dabei: Harry Lennix („Matrix 2 & 3“) und Tahmoh Penikett („Battlestar Galactica“).

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Wie ist's? Naja. Trotz aller Vorfreude und eines beträchtlichen Whedon-Fanbonuses entpuppte sich „Dollhouse“ als Enttäuschung. Wobei das nicht ganz das richtige Wort ist, da die Qualität der einzelnen Folgen extrem schwankt. Vielleicht liegt das an den ständigen Eingriffen durch Sender Fox, vielleicht aber auch am Fehlen einer echten Schauspielerin in der Hauptrolle. Schade.

Caprica

Sender: SyFy; Deutschland: noch kein Sender
Genre: Science-Fiction/Drama

Worum geht’s? „Caprica“ ist 58 Jahre vor den Ereignissen von „Battlestar Galactica“ angesiedelt, also noch vor beiden Zylonen-Kriegen. Im Mittelpunkt des Ablegers steht ein Anwalt namens Joseph Adama, Vater des künftigen Galactica-Captains Bill. Wie Serienkenner wissen, ist Caprica die Hauptstadt der zwölf Kolonien, entsprechend spielt sich der Großteil der Handlung auf der Planetenoberfläche ab. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Familie, Politik, gesellschaftliches Zusammenleben und natürlich auch die Entstehung der Zylonen.

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Caprica erzählt die Vorgeschichte von Battlestar Galactica.
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Wer steckt dahinter? Wie schon beim erfolgreichen Remake von „Battlestar Galactica“ (BSG) heißt der Hauptverantwortliche Ronald D. Moore. Der Autor und Produzent, der zuvor an etlichen „Star Trek“-Serien beteiligt war, will „Caprica“ aber bewusst anders als BSG anlegen, da er meint, dass die Erfolgsformel nicht wiederholbar sei. Wohl zurecht. Stil und Handlung werden sich also stark unterscheiden, „Caprica“ ist „erdiger“ und soll auch Frauen vor den Fernseher locken.

Wer spielt mit? Der bekannteste Darsteller ist Eric Stoltz. Der charismatische und erfahrene Hollywood-Schauspieler, der u. a. in „Pulp Fiction“ und „God's Army“ zu sehen war, schlüpft in die Rolle des Computer-Genies Daniel Greystone. Als Joseph Adama ist Esai Morales („Jericho“) zu sehen.

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Wie ist's? Bisher wurde nur der Pilotfilm (als DVD und Download) veröffentlicht, am 22. Januar wird er zum Beginn der Serie in den USA im TV ausgestrahlt. „Caprica“ unterscheidet sich tatsächlich sehr stark von „Battlestar Galactica“, braucht sich qualitativ aber nicht dahinter verstecken. Wenn die Serie auch später eine gute (Fortsetzungs-)Geschichte zu bieten hat, könnte auch sie sich zum Erfolg entwickeln.

Boardwalk Empire

Sender: HBO; Deutschland: noch kein Sender
Genre: Krimi/Drama

Worum geht’s? Angesiedelt im Jahr 1920 zur Zeit der Prohibition erzählt „Boardwalk Empire“ vom Politiker und Gangster Nucky Thompson, dem unumstrittenen Herrscher der Ostküsten-Casino-Stadt Atlantic City.

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Charakterdarsteller Steve Buscemi spielt die Hauptrolle in Boardwalk Empire.
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Wer steckt dahinter? Die Macher von „Boardwalk Empire“ können sich Freunde bewegter Bilder auf der Zunge zergehen lassen: Terence Winter war einer der wichtigsten Autoren der Mafia-Serie „Sopranos“. Regie beim Pilotfilm führte niemand Geringerer als Martin Scorsese, der Kultregisseur wird auch im Verlauf der Serie im Projekt involviert bleiben.

Wer spielt mit? Die Hauptrolle übernimmt das coolste Glubschauge der Filmgeschichte (Nein, nicht Karl Dall): Steve Buscemi. Den New Yorker Schauspieler dürfte wohl jeder gamona-Leser kennen, da er in etlichen Kultfilmen wie „Reservoir Dogs“, „Fargo“ oder „The Big Lebowski“ zu sehen war. Man kann davon ausgehen, dass das eine ausgezeichnete Wahl war, durchgeknallte bis liebenswerte Psychopathen sind schließlich Buscemis Spezialität.

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Wie ist's? Bis die Verbrecher-Saga im TV zu sehen ist, dauert es noch eine ganze Weile: Die US-Premiere ist für nächsten Herbst vorgesehen. Ein Hit ist garantiert, zumindest verspricht der erste Trailer beste Crime-Unterhaltung im Hochglanz-Format. Vor allem scheint die Wahl des Hauptdarstellers hervorragend zu sein. Bleibt zu hoffen, dass „Boardwalk Empire“ es bis ins deutsche Fernsehen schafft und dort besser behandelt wird als „Die Sopranos“.