Roseanne Barr feierte just Erfolge mit dem Revival ihrer Sitcom Roseanne. Ein rassistischer Tweet später ist die Erfolgsserie wieder gecancelt.

Da glotzen sie nun doof aus der Wäsche: Roseanne Barr und TV-Gatte John Goodman

In Zeiten sozialer Netzwerke herrscht bei allen Unternehmen eine Null-Toleranz-Politik, was Entgleisungen ihrer Mitarbeiter angeht. Denn mittlerweile ist man so gut wie nicht mehr in der Lage, derartige Ausfälle zu kontrollieren. Mehr noch fällt alles auf das Unternehmen selbst zurück. Wer da vermeintlich auf der Seite in Ungnade Gefallener steht, kriegt die volle Wucht sozialer Entrüstung in Form von Shitstorms zu spüren. Da ist es kein Wunder, dass selbst große Namen und Format-tragende Persönlichkeiten vom Schlage eines Kevin Spacey nicht davor gefeit sind, entlassen zu werden. Spacey musste die Netflix-Erfolgsserie House of Cards verlassen, nachdem er der sexuellen Belästigung bezichtigt wurde.

Und nun trifft es eine weitere Ikone unter den TV-Stars: Roseanne Barr, die ohnehin dafür bekannt ist, nicht auf den Mund gefallen zu sein, und sich nicht selten in zweifelhaften Tweets geradezu in Rage tweetet, musste nun ebenfalls am eigenen Leib erleben, dass 18 Millionen Zuschauer noch lange kein Freifahrtschein darstellen.

"Scheußlich und widerlich"

Die Donald-Trump-Unterstützerin veröffentlichte vor wenigen Stunden einen mittlerweile gelöschten Tweet, in dem sie sich über Valerie Jarrett, eine afroamerikanische Politikerin und ehemalige Beraterin des Ex-Präsidenten Barack Obama, auf ihre typisch bissige Art lustig machte: "Hätten die Muslimbruderschaft und Planet der Affen ein Baby, würde es aussehen wie Valerie Jarrett", schrieb sie. Auf die Empörung der Follower über ihre rassistische Äußerung reagierte sie weiter mit "Muslime sind keine Rasse". Kurz darauf löschte sie ihren Tweet und entschuldigte sich:

"Ich entschuldige mich bei Valerie Jarrett und allen Amerikanern. Es tut mir wirklich schrecklich leid, dass ich einen schlechten Witz über ihre Politik und ihr Aussehen gemacht habe. Ich hätte es besser wissen müssen. Vergebt mir meinen Scherz - das war wirklich schlechter Geschmack."

Doch der Schaden war bereits angerichtet: Nur kurz darauf ließ Wanda Sykes, ihr Roseanne-Co-Star, über Twitter wissen, dass sie nun nicht mehr vorhabe, für eine weitere Staffel zurückzukehren:

"Ich werde nicht für Roseanne auf ABC zurückkehren."

Doch das muss sie nun auch gar nicht, denn der Sender ABC hat die Serie mit sofortiger Wirkung eingestellt: "Roseannes Twitter-Nachricht ist scheußlich, widerlich und entspricht nicht unseren Wertevorstellungen. Daher haben wir entschieden, ihre Serie zu canceln", heißt es in einem Statement von ABCs Präsidenten Channing Dungey.

Ein offenbar notwendiger, aber nicht weniger mutiger Schritt, denn das Revival der Serie Roseanne gilt mit 18 Millionen Zuschauern zum Start und im Schnitt zehn Millionen Zuschauern während der ersten Staffel als voller Erfolg für den Sender. Zudem war eigentlich eine zweite Staffel geplant. Nun hat Roseanne Barr zumindest jede Menge Zeit für jede Menge Rants. Aber davon will sie jetzt ja auch Abstand nehmen. Schade für die Serie und alle Beteiligten.