Was im Kino längst Gang und Gebe ist, wiederholt sich nun auch im Fernsehen: die Sender haben ihr Interesse an Comics entdeckt. Oder besser: an Vorlagen, aus denen sich (hoffentlich) langlebige Serien machen lassen. Die Vorhut dieser Entwicklung stellen „Arrow“ und „Agents of S.H.I.E.L.D.“ dar.

Oliver Queen

Bei Arrow wurde gerade die zweite Staffel abgeschlossen. Hier bekommt Arrow endlich auch eine richtige Maske (und muss sich die Augenpartie nicht mehr schminken) und hat es natürlich mit allerhand kostümierten Gegnern und Freunden zu tun.

So debütiert in der zweiten Staffel auch die von Caity Lotz („The Machine“) gespielte Black Canary, die aber analog zum Haupthelden den Farbbezug verloren hat. Man nennt sie nur Canary.

Superhelden im TV - 2014: Das Jahr, in dem Superhelden die Mattscheiben erobern

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Stephen Amell ist Green Arrow.
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Damit ist aber noch längst nicht Schluss. Sie steht in Beziehung zu Ra‘s al Ghuls Mordliga. Den aus „Batman Begins“ bekannten Ra‘s bekommt man hier nicht zu sehen, man erfährt aber, dass seine Tochter der Liga vorsitzt.

Ihr Debüt feierte in dieser Staffel auch die Suicide Squad. In den Comics ist das ein Team von Superschurken, die von einer Regierungsbehörde rekrutiert und für brandgefährliche Einsätze genutzt wird - im Austausch gegen Straffreiheit. Hier gehören der von Jay Michael White gespielte Bronze Tiger und Deadshot zur Suicide Squad.

Einen Gastauftritt absolviert Grant Gustin, der Barry Allen spielt und sich damit schon bereitmacht für seine eigene Serie, die im Herbst 2014 in den USA startet: „Flash“.

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Der rote Blitz

Zuerst hatte man beim Sender CW versucht, eine neue Wonder-Woman-Serie namens „Amazon“ zu entwickeln, dann das Projekt aber zu den Akten gelegt. Stattdessen konzentriert man sich auf „Flash“, der in „Arrow“ eingeführt wird und dann wie dieser seine eigene Serie tragen soll. Mit Barry Allen ist der beliebteste Flash des Comic-Universums die Hauptfigur. Auch andere Figuren kennt man aus den Comics, so die von Candice Patton gespielte Iris West.

Allzu viele Details sind noch nicht bekannt, aber die Besetzung steht zumindest schon: Tom Cavanagh ist Harrison Wells, Rick Cosnett ist Eddie Thawne, Michelle Harrison ist Nora Allen, Jesse L. Martin ist Detective West und Danielle Panabaker spielt Caitlin Snow.

Außerdem wird auch John Wesley Shipp mit dabei sein. Fans des Roten Blitz werden hier hellhörig. Shipp hat die Rolle in der „Flash“-Serie aus den frühen 90er Jahren gespielt. Es wurde spekuliert, dass er in der neuen Serie Jay Garrick sein könnte, der in der Comic-Kontinuität der Flash vor Barry Allen war. Nun weiß man, dass er Barry Allens Vater spielen wird. Aber wer weiß, vielleicht gibt es in Hinblick auf seine Geschichte ja noch Überraschungen.

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Agent Carter

Bei Marvel kämpft man etwas mit „Agents of S.H.I.E.L.D.“. Die Quoten sind deutlich zurückgegangen, von der Einstellung ist die Serie aber nicht bedroht. Und man versucht endlich, das Ruder herumzureißen. War die erste Hälfte der Staffel vollkommen sinnbefreit, so bildete sich in der zweiten Hälfte eine Geschichte um den Clairvoyant heraus, der in Verbindung mit der Geschichte des Films „Return of the First Avenger“ steht.

Für Superheldenfans tut sich hier ja auch endlich ein bisschen mehr. Mittlerweile hat man eine Figur eingeführt, die ganz klar der Cyborg Deathlok sein soll, auch wenn er deutlich uncooler als das Comic-Pendant ist. Und Bill Paxton spielt wiederkehrend einen harten S.H.I.E.L.D.-Agenten.

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. - Trailer zum Finale von Staffel 18 weitere Videos

In Entwicklung für 2015 befindet sich bei ABC die Serie „Agent Carter“. In einem Kurzfilm, der als Bonus auf einer DVD veröffentlicht wurde, gab es bereits einen Kurzfilm, in dem Hayley Atwell wieder Peggy Carter dargestellt hat. Die erste Staffel soll aus acht Folgen bestehen und laufen, wenn „Agents of S.H.I.E.L.D.“ pausiert.

Reizvoll ist die Serie, da sie natürlich in den 1940er Jahren angesiedelt ist und nicht nur die Gründung von S.H.I.E.L.D., sondern auch die Infiltration durch Hydra zeigen muss.

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Noch mehr Marvels

Für die Super-Fans entwickelt man darüber hinaus gleich fünf Serien, die in den USA exklusiv bei Netflix gekauft werden können. Was die Produzenten mit Super-Fans meinen? Solche, die gerne Kostüme sehen, also eigentlich alle, die gerne Superhelden-Filme gucken. Genau wegen den fehlenden Kostümen hagelt es ja auch bei „Agents of S.H.I.E.L.D.“ immer wieder Proteste. Aber gut, bei Netflix wird dies anders.

Gleich mehrere Serien werden entwickelt, die alle jeweils 13 Folgen haben sollen: „Daredevil“, „Iron Fist“, „Luke Cage“ und „Jennifer Jones“. Nachdem alle vier gelaufen sind, wird es mit „The Defenders“ noch eine fünfte geben, in der die vier Helden dann gemeinsame Abenteuer erleben.

Bis es dazu kommt, wird aber noch einige Zeit vergehen. Im Mai hätten die Dreharbeiten zu „Darevedil“ beginnen sollen, sie verzögerten sich, auch, weil Showrunner Drew Goddard die Serie verließ (oder verlassen musste) und durch Steven S. DeKnight („Spartacus“) ersetzt worden ist. Die Besetzung der Hauptfigur wurde mittlerweile bekannt gegeben: Charlie Cox („Der Sternwanderer“) spielt Matt Murdock.

Darüber hinaus sollen es natürlich keine Miniserien, sondern bei Erfolg mit weiteren Staffeln fortgesetzt werden.

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Daredevil muss man niemandem mehr vorstellen, Filmfans kennen ihn. Iron Fist ist ein Superheld, der über ungemeine Schlagkraft verfügt, die Eisenfaust, und im New Yorker Stadtteil Hell‘s Kitchen für Ordnung sorgt. Ebenso wie der farbige Luke Cage, der in den Comics häufig zusammen mit Iron Fist agiert hat. Beide waren auch die so genannten Heroes for Hire, die Helden für Geld, die sich ihre Dienste entlohnen ließen.

Jennifer Jones war der Star einer Comic-Serie namens „Alias“ - den Titel kann man logischerweise nicht benutzen. Sie hat Superkräfte, ist aber vor allem als Detektivin unterwegs und in den Comics mit Luke Cage zusammen.

Man hat hier die richtigen Helden ausgewählt, um sie alle in der gleichen Gegend agieren und dann auch zusammenarbeiten zu lassen.

Der Magier

Schon im Herbst 2014 geht es mit „Constantine“ los. Lange hatte Warner versucht, einen zweiten Film zu machen, die Umstände waren aber nie richtig. Nun soll es eine Serie werden, was auch ziemlich gut passt.

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Matt Ryan als Constantine.
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Daniel Cerone und David S. Goyer haben die Serie entwickelt, während Neil Marshall bei der Pilotfolge Regie führt. Der neue Constantine ist der Waliser Matt Ryan, der vor allem aus „Criminal Minds: Team Red“ bekannt ist.

Seine Abenteuer wird Constantine, dessen Arschloch-Attitüde im Keanu-Reeves-Film so stark gar nicht zum Tragen kam, in den USA erleben. Hoffentlich als der Zyniker, der er in den Comics ist. Der bisherige Trailer macht da auf jeden Fall Hoffnung!

Constantine wird von den Sünden seiner Vergangenheit eingeholt, muss aber seine Fähigkeiten einsetzen, um die Menschheit gegen die dunklen Mächte zu schützen. Wenn alles gut geht, dann wird er das mehrere Jahre lang machen. Einen Gegner für ihn gibt es auch: Papa Midnite soll sich immer wieder mit Constantine anlegen.

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Gotham

Im Herbst 2014 startet in den USA auch die neue Serie „Gotham“, die sich mit der Stadt Batmans befasst. Batman selbst wird aber nicht auftauchen, was daran liegt, dass Bruce Wayne hier noch ein Teenager ist.

Vielmehr geht es darum, wie der spätere Commissioner James Gordon, hier noch Detective, gegen das Verbrechen kämpft, zumal sich hier auch schon einige von Batmans späteren psychopathischen Gegnern einfinden sollen.

Ben McKenzie spielt Gordon, während Donal Logue als Detective Harvey Bullock zu sehen ist. Weiterhin sind Erin Richard als Barbara Kean, Sean Pertwee als Alfred Pennyworth, Robin Taylor als Oswald Copplepot (der spätere Pinguin), Zabryna Guevara als Captain Sarah Essen und Jada Pinkett als Fish Mooney dabei. Picketts Figur ist die eines Verbrecherbosses. Fish Mooney hat das organisierte Verbrechen fest in ihrer Hand.

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Ich, der Zombie

Chris Robertsons Comic „iZombie“ wird auch als Serie vorbereitet. Hier geht es um eine Medizinstudentin, der zum Zombie wird und beim Pathologen arbeitet, da sie so an frische Gehirne herankommt. Sie beginnt, Mordfälle zu klären, da sie mit dem Verzehr des Gehirns auch die Erinnerungen von Mordopfern in sich aufnimmt. Die Hauptrolle spielt Rose McIver (Tinkerbell in „Once Upon a Time“), in Nebenrollen agieren Malcolm Goodwin, David Anders und Alexandra Krosney. Die von Rob Thomas („Veronica Mars“) entwickelte Serie startet im Herbst 2014.

Mit dem Comic von Chris Robertson hat die Serie übrigens nur noch die Prämisse gemein, ansonsten hat man sie in eine ganz neue Richtung entwickelt.

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Ein Blick in die Zukunft

Das sind die Serien, die uns unmittelbar erwarten, einige andere wurden aber auch noch angekündigt. So bastelt man bei Warner an einer Serie über den wenig bekannten Superhelden Hourman, während die auch hierzulande verlegte Serie „DMZ“ von Brian Wood auch zu Fernsehsehren kommen soll. Hier geht es um nicht weniger als den zweiten amerikanischen Bürgerkrieg.

Während die USA überall auf der Welt Diktatoren stürzt und versucht, die Demokratie zu verbreiten, entfesseln in „God‘s Own Country“ Milizen, die mit der Politik Washingtons unzufrieden sind, einen Bürgerkrieg. New York wird zur „demilitarisierten Zone“, ein Niemandsland zwischen den Fronten. Der Reporter Matthew Roth recherchiert dort, nachdem er über der Stadt abgeschossen worden ist.

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DMZ
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Seth Rogen bereitet als Produzent für AMC die oft angekündigte und dann doch wieder eingegangene Adaption von Garth Ennis‘ brutalem „Preacher“ vor, in dem Jesse Custer Gott töten will. Außerdem stehen nach Robert Kirkmans („The Walking Dead“) Vorlagen „Thief of Thieves“ und der Exorzistenhorror „Outcast“ auf dem Plan, Fox möchte die „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ zu Serienehren kommen lassen und an Brian Michael Bendis‘ „Powers“ wird nach mehreren gescheiterten Versuchen immer noch getüftelt.

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Im Krieg gegen Gott: Preacher.
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Darüber hinaus wird Max Brooks Horror-Comic „The Extinction Parade“, in dem Vampire gegen Zombies kämpfen müssen, um ihre eigene Nahrungszufuhr zu schützen, gerade entwickelt. Ebenfalls in der Entwicklung ist eine Serie basierend auf dem Comic „V-Wars“, in dem die ganze menschliche Bevölkerung zu Vampiren geworden ist, sich aber teilweise drastisch unterscheidet, was zum Krieg zwischen den unterschiedlichen Fraktionen führt.

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Die Schlacht der Untoten: Extinction Parade.
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Weiterhin optioniert und angekündigt ist eine Serienversion von Terry Moores Mystery-Comic „Rachel Rising“, in dem eine Frau ihren Tod überlebt und ergründen will, warum dem so ist.

Das alles ist sehr viel, aber letzten Endes nur die Spitze des Eisbergs einer Entwicklung, die in den nächsten Jahren noch forciert werden wird.