Robert Kirkmans Zombies sind ein multimediales Phänomen. Was unscheinbar mit einer in Schwarzweiß gehaltenen Comic-Serie begann, ist mittlerweile eine gigantische Erfolgsgeschichte. Mittlerweile gibt es mehr als 100 Hefte – die Jubiläumsnummer brach in den USA sogar Verkaufsrekorde.

Spoiler-Warnung: Dieser Artikel ist vor allem für diejenigen gedacht, die die ersten beiden Staffeln The Walking Dead bereits gesehen haben. Wer diese noch nicht kennt, sei hiermit gewarnt! Die Seiten 3 bis 5 enthalten zudem massive Spoiler aus der aktuellen dritten Staffel. Wer sich die Überraschung bewahren will, sollte daher vorab genau überlegen, ob er diese lesen möchte.

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Auch in Deutschland gibt es die Comics in handlichen, schönen Hardcover-Büchern von Cross Cult. Mittlerweile ist man dort beim 16. Band angelangt und deckt damit die Originalreihe bis zur Nummer 96 ab.

Das Interessante am Vergleich von Comic-Vorlage und Fernsehumsetzung sind die Ähnlichkeiten, aber auch die Unterschiede. Denn im Fernsehen wird nicht einfach nur stur wiedergegeben, was in den Comics passiert. Neue Handlungsebenen werden eröffnet. Ebenso gibt es Figuren, die in den Comics nicht existieren. Und: Das Schicksal der Handlungsträger ist nicht vorgezeichnet. Wer im Comic stirbt, muss das in der Fernsehserie nicht zwangsläufig auch – und umgekehrt.

Folgt man dem Verlauf der Comic-Serie, hat man eine ungefähre Vorstellung davon, was in den kommenden Serien-Staffeln passieren wird. Aber wie bisher auch wird es zahlreiche kleinere und größere Veränderungen geben, um das Ganze überraschend zu halten.

Der Anfang (The Walking Dead 1)

Die Handlung der ersten Folge deckt in etwa die ersten beiden Hefte der Comic-Serie ab, wobei sich die Serie nicht sklavisch an die Vorlage hält. Die Grundgeschichte ist jedoch gleich. Allerdings startet Frank Darabont mit einem Teaser, der zeigt, wie Rick auf einige Tote trifft, darunter auch ein kleines Mädchen. Danach kommt die Titelsequenz und man erfährt ein wenig mehr über Rick und Shane, die hier ein kurzes Gespräch haben, welches im Comic fehlt.

Es sind hierbei die Details, die zählen. Man stellt fest, dass es in der Ehe von Rick und Lori kriselt. Im Comic war das nicht so. Weit interessanter ist jedoch noch, dass Lori und Ricks Sohn Carl im späteren Teil der ersten Episode vorkommen. Es ist eine Szene, die es so im Comic auch nicht gibt. Rick ist mit dem Wagen unterwegs und spricht über Funkgerät. Die Gruppe um Shane hört ihn, aber aufgrund abbrechender Verbindung kann er nicht mehr gewarnt werden, Atlanta fernzubleiben.

Natürlich weiß keiner von ihnen, dass sie mit Rick gesprochen haben. Aber dann erkennen wir, dass Shane in dieser Gruppe ist. Und mit ihm sprechen eine Frau und ein Kind, die ganz klar Lori und Carl sind. Schon hier ahnt man, dass zwischen Lori und Shane etwas ist. Im Comic hält sich Robert Kirkman dies für eine Überraschung im weiteren Verlauf der Geschichte auf. Hier hat man das Gefühl, dass Shane und Lori schon vor Ricks Koma etwas miteinander gehabt haben, auch wenn sich das nicht bewahrheitet.

The Walking Dead - Vergleich: Vom Comic zur TV-Serie

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Wie alles begann: die Zombie-Apokalypse in The Walking Dead.
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Nahe am Comic ist Ricks Begegnung mit Morgan und seinem Sohn Duane. Deren Hintergrundgeschichte wird hier jedoch etwas stärker beleuchtet, wohl auch, weil sie irgendwann noch einmal auftauchen werden. Im Comic taten sie es, allerdings erst Jahre nach der ersten Ausgabe. Als Rick und Morgan das Polizeirevier plündern, gibt es einen bemerkenswerten Unterschied. Rick trifft auf einen Zombie, der einst ein Kollege war. Er mochte ihn nie besonders, erschießt ihn aber, um ihn zu erlösen. Auch im Comic begegnet er diesem Zombie, aber hier lässt er sich von Morgan aufhalten, nicht zu schießen, um andere Zombies nicht anzulocken.

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Mit Ricks Betreten von Atlanta gibt es eine Veränderung, die das Ganze dramatischer gestaltet. Im Comic geht er beinahe drauf und wird von Glen gerettet, der ihm zeigt, wo er hinlaufen muss. In der Episode flieht Rick erst unter einen Panzer und dann in das Innere des Tanks. Die erste Folge endet damit, dass ihn jemand über das Funkgerät kontaktiert.

The Walking Dead - Vergleich: Vom Comic zur TV-Serie

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Rick und der Panzer. Oder so.
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„Gute alte Zeit“ ist die Blaupause für die erste Staffel der Fernsehserie. Einige wichtige Ereignisse finden in beiden Medien statt, so der Angriff der Zombies auf das Camp, bei dem Amy stirbt. Auch Jims Schicksal ist in Serie und Comic gleich.

Der größte Unterschied liegt darin, dass es im Comic kein Center for Disease Control gibt. Das finden Rick und die anderen ausschließlich in der Fernsehserie. Und natürlich das Ende: Denn Shane stirbt schon im Finale dieses Bandes. Er will Rick im Wald erschießen, um wieder Chancen bei Lori zu haben. Das hat Shane auch in der Fernsehserie vor, allerdings erst zum Ende der zweiten Staffel.

Sein Tod ist ebenfalls anders. In der Fernsehserie erschießt Rick ihn, während Carl dann Zombie-Shane erschießt. Im Comic ist es Carl, der den lebenden Shane erschießt, um seinen Vater zu retten. Das ist eine weit stärkere Sequenz. Sie ist der Startpunkt für eine Entwicklung, die Carl immer entmenschlichter erscheinen lässt. Etwas, das in der Fernsehserie bisher allenfalls angedeutet wurde.

Fans der Fernsehserie werden im Comic T-Dog, Merle und Daryl Dixon vermissen. Sie gibt es nur im Fernsehen. Ein paar andere Figuren sind noch im Comic vorhanden, allerdings ist beispielsweise Donna nicht von besonderer Bedeutung.

Die Farm (The Walking Dead 2)

Die zweite Staffel unterscheidet sich stark vom zweiten Comic-Band „Ein langer Weg“. Denn die Geschichte auf der Farm nimmt im Comic nur wenig Raum ein. Bevor Rick und die anderen auf die Farm kommen, bekommt die Gruppe Zuwachs von Tyreese, seiner Tochter Julie und deren Freund Chris. In der Fernsehserie gibt es sie nicht, allerdings heißt es, dass Tyresse wohl bald seinen Fernseheinstand geben soll.

Auch im Comic wird Carl von Otis angeschossen und Hershel muss ihn retten. Die Gruppe bleibt kurzzeitig auf der Farm, allerdings kommt es schnell zum Eklat, als Hershel erzählt, dass sie die Toten in der Scheune halten. Als sie einen weiteren dort einsperren wollen, kommt es zum Unglück. Die Toten brechen aus und zwei von Hershels Kindern sterben. Im Comic hat der alte Mann deutlich mehr Nachwuchs als in der Fernsehserie, wo man die Anzahl wohl der Überschaubarkeit wegen verringert hat.

Maggie und Glenn kommen sich näher. Als Hershel Rick und die anderen auffordert, seine Farm zu verlassen, kommen sie dem nach. Sie ziehen los und finden das Gefängnis. Lediglich Glenn bleibt auf der Farm zurück.

The Walking Dead - Vergleich: Vom Comic zur TV-Serie

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Die Geschichte auf der Farm läuft in Comic und Serie recht unterschiedlich ab.
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Die (langgezogene) Geschichte um die verschwundene Sophia gibt es im Comic nicht. Der Comic hat hier im Vergleich zur Fernsehserie die Nase vorn, weil er rasant seine Geschichte erzählt, während 13 Episoden Farm-Leben in der zweiten Serien-Staffel schon recht langatmig daherkommen.

Was es im Comic nicht gibt, ist die Zombie-Herde, die über die Farm hereinbricht und damit alle zwingt, sie zu verlassen. Einer solchen Herde begegnet man in den Comics erst deutlich später. Im dritten Band der Comic-Reihe ist es so, dass Rick nach Finden und Säubern des Gefängnisses zur Farm zurückkehrt. Er erfährt, dass die Zombie-Angriffe zugenommen haben und bietet Sicherheit im Gefängnis.

Carol und Sophia gibt es auch im Comic, ihr Schicksal ist aber gänzlich unterschiedlich. Im Comic überlebt Sophia ihre Mutter. Tatsächlich ist sie auch nach über 100 Nummern noch immer mit dabei. Carol wiederum stirbt im Comic, nachdem sie eine Beziehung zu Tyreese hatte. Sie beschließt, nicht länger leben zu wollen und lässt sich von einem Zombie töten. Das geschieht aber erst am Ende des siebten Bandes.

In der zweiten Staffel gibt es noch einen Tod zu betrauern: den von Dale. Eigentlich sollte er in der Fernsehserie länger überleben, aber Schauspieler Jeffrey DeMunn wollte aussteigen. In den Comics schafft er es bis zum 11. Band, in dessen letzter Geschichte er schließlich das Opfer von Kannibalen wird.

Anders als im Comic ist die Beziehung von Dale und Andrea. In der Fernsehserie hegt er zwar (väterliche) Gefühle für sie, im Comic werden die beiden jedoch ein Paar. Dazu wäre es in der Fernsehserie aber ohnehin nicht gekommen – oder zumindest langfristig nicht, denn im Finale der zweiten Staffel wird Andrea von der Gruppe getrennt.

Das Gefängnis (The Walking Dead 3-8)

Die dritte Staffel orientiert sich an dem bislang größten Handlungsbogen der Comic-Serie, der sechs Bände umfasst. In den USA sind bislang ein paar Folgen gelaufen, so dass sich noch nicht absehen lässt, wie viel der Vorlage in welch veränderter Form nun innerhalb der 16 Folgen dieser Staffel abgedeckt wird. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die Gefängnis/Woodbury-Geschichte nicht innerhalb einer Staffel abgehandelt ist. Auch wenn im Comic viel passiert, was in der Fernsehserie (noch) nicht möglich ist, da die entsprechenden Figuren fehlen, ist es dennoch so, dass das Potenzial für mindestens zwei Staffeln sicher vorhanden ist.

Im dritten Band „Die Zuflucht“ finden Rick und die anderen das Gefängnis. Sie töten alle Zombies, dies sich darin noch befinden und stoßen auf ein paar überlebende Insassen. Es sind hier vier, nicht fünf wie in der Fernsehserie. Beide Medien unterscheiden sich darin, wie die Charakterisierung der Insassen aussieht – zumindest, soweit man das zur Hälfte der dritten Staffel sagen kann.

Die Anführer der jeweiligen Gruppe erfüllen jedoch dieselbe Funktion. Dexter in den Comics und Tomas in der Fernsehserie sind Troublemaker. Sie sind gefährlich, was Rick auch nicht entgeht. In beiden Fällen tötet Rick den Häftling. Während er es im Comic jedoch während einer Auseinandersetzung mit Zombies wie „Friendly Fire“ aussehen lässt, schlägt er Tomas in der Fernsehserie eine Machete in den Kopf, nachdem dieser sie alle in Gefahr gebracht hat – und klar ist, dass er es wieder tun würde.

In der Fernsehserie sterben zwei weitere Häftlinge sofort, auch im Comic überleben sie nicht lange. Es wird interessant zu sehen, ob einer der beiden noch überlebenden Häftlinge – wohl am ehesten Oscar – nach dem Vorbild von Thomas gestaltet ist. Thomas ist ein Mörder, der zwei von Hershels Kindern tötet und dann Andrea umbringen will. Nachdem man ihn überwältigt hat, will Rick ihn hängen, aber Maggie erschießt ihn.

The Walking Dead - Vergleich: Vom Comic zur TV-Serie

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Dreh- und Angelpunkt in Staffel 3: das Gefängnis.
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In „Was das Herz begehrt“ hat Michonne ihren ersten Auftritt. Sie taucht vor den Toren des Gefängnisses auf. Das ist ein großer Unterschied zur Fernsehserie, denn dort trifft sie auf die zurückgelassene Andrea und bleibt mit ihr zusammen, bis sie nach Woodbury kommen. Erst im Verlauf der dritten Staffel verlässt Michonne Woodbury und steht dann irgendwann vor dem Gefängnis, nachdem sie miterlebt hat, wie Glenn und Maggie von Merle gefangengenommen und nach Woodbury verschleppt worden sind.

Im Comic wird Hershel nicht von einem Zombie angegriffen und muss sich nicht das Bein amputieren lassen. Eine solche Szene gibt es im Comic jedoch, nur dass sie mit der in der Fernsehserie nicht vorkommenden Figur Allen stattfindet. Allerdings hat dieser weniger Glück als Hershel – er überlebt nicht.

In „Die beste Verteidigung“ hat sich das Leben im Gefängnis normalisiert. Soweit man in dieser Situation überhaupt davon sprechen kann. Aber dann trifft man auf den Gouverneur. Rick, Michonne und Glenn untersuchen einen abgestürzten Helikopter und werden von den Männern des Gouverneurs gefangengenommen. Man bringt sie nach Woodbury, einer Kleinstadt, in der der Gouverneur die Sicherheit seiner Leute garantiert. Allerdings auf Kosten anderer. Er veranstaltet Gladiatorenkämpfe mit Zombies, um die Leute bei Laune zu halten. Auch das wird in der Fernsehserie gezeigt.

Rick wird eine Hand abgeschlagen und Michonne wird vom Gouverneur brutal vergewaltigt und gefoltert. Sie können schließlich entkommen, wobei sich Michonne aber noch die Zeit nimmt, um sich beim Gouverneur zu revanchieren. Sie foltert ihn und entfernt u.a. ein Auge mit einem Löffel.

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Rick verliert seine Hand, Hershel ein Bein.
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Wieder zurück im Gefängnis bereitet sich die Gruppe auf den bevorstehenden Angriff des Gouverneurs und seiner Leute vor. Das ist der Höhepunkt dieses Storybogens, der mit dem Tod zahlreicher Figuren endet. Hershel und der Rest seiner Familie mit Ausnahme von Maggie werden getötet. Schon einige Hefte zuvor musste Otis ins Gras beißen. Er fällt wie seine Fernsehversion Zombies zum Opfer, da Shane in den Comics aber schon früher tot ist, überlebt er in diesem Medium deutlich länger. Zudem stirbt auch Lori, die erschossen wird, wobei ihr neugeborenes Mädchen Judy ebenfalls ums Leben kommt.

In der Fernsehserie stirbt Lori schon zu Beginn der dritten Staffel, was gänzlich anders gestaltet ist. Hier muss nämlich während eines Zombie-Angriffs ein Kaiserschnitt vorgenommen werden, den sie nicht überlebt. Anders als im Comic überlebt dafür Ricks Tochter. In den frühen Folgen der dritten Staffel wird schon etwas eingeführt, das erst im 9. Comic-Band stattfindet: In seiner Trauer führt Rick Telefongespräche mit Lori – natürlich nur in seiner Phantasie, aber für ihn erscheinen sie dennoch real.

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Aua, der Löffel!
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Es wird interessant zu sehen, was von dieser großen Geschichte in der dritten (und vierten?) Staffel zu sehen sein wird. Es ist eher schwer vorstellbar, dass Rick eine Hand verlieren wird, schon aus rein logistischen Gründen der Fernsehproduktion. Auch brutalen Folterszenen dürften in dieser Form wohl kaum vorkommen – oder allenfalls angedeutet werden.

Die Vorgeschichte des Gouverneurs, die zeigt, wie er zu dem Mann wurde, der er nun ist, gibt es übrigens in Romanform. Bei Heyne ist „The Walking Dead“ (im Gegensatz zum Original ohne Untertitel) erschienen und zeigt auf, was den Gouverneur formte und wer das Zombie-Mädchen ist, das er sich hält. Der Roman fungiert als Vorgeschichte für den Comic, kann aber auch als Prequel zur Fernsehserie gelesen und genossen werden.

Wann verliert man seine Menschlichkeit? (The Walking Dead 9-11)

Nach dem Fall des Gefängnisses ist die Gruppe verteilt, findet sich jedoch auf Hershels Farm wieder. Neuzugang Abraham erklärt anschaulich etwas, das Fernsehzuschauer vom Finale der zweiten Staffel schon kennen: wie eine Herde entsteht. Mit den Neuankömmlingen Abraham, Rosita und Eugene geht es auf Wanderschaft.

Man macht sich auf in Richtung Washington, unterbricht die Reise jedoch, weil Rick, Abraham und Carl einen Trip zur alten Stadt und Polizeiwache des ehemaligen Cops machen, um Vorräte zu holen, wo sie schließlich auch Morgan wiederfinden und mitnehmen. In der ersten Folge der Fernsehserie wurde Morgan von Lennie James dargestellt – vermutlich wird man ihn in einer der kommenden Staffeln noch mal zu sehen bekommen.

Auf dem Weg in die Stadt werden die Drei angegriffen und jemand will Carl vergewaltigen, woraufhin Rick den Mann mit einem Messer in Stücke schneidet. Carl sieht zu. Der Junge ist in dieser Welt der Toten abgehärtet. Er akzeptiert den Tod aller um ihn herum sehr schnell – und großteils frei von Emotion. Soweit ist man in der Fernsehserie noch nicht. Aber die ersten Schritte in diese Richtung sind getan. Als Rick in der Fernsehserie Randall erschießen will, kommt Carl hinzu, weil er zusehen will.

Carls Entwicklung gehört zu den Highlights des menschlichen Dramas von „The Walking Dead“. Er hat Angst, was sein Vater von ihm denken könnte, da er „schlimme“ Gedanken hat. Dabei ist er nicht allein.

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Zentrales Thema der kommenden Folgen: der Verlust bzw. die Bewahrung von Menschlichkeit.
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Dale und Andrea kümmern sich um die zwei Jungs Ben und Billy. Ben ist ein kleiner Junge, bei dem unklar ist, ob er diese Welt einfach nicht versteht oder ob in ihm nicht das schlummert, was einen Menschen zum Serienkiller macht. Er tötet erst eine Katze und später seinen Bruder.

Damit wird die moralische Frage aufgeworfen, was man mit einem Kind macht, das tötet. Rick vertrat lange das Motto „Wer tötet, stirbt“, hat aber schon längst erkannt, dass er immer wieder zum Töten gezwungen ist. Es wird darüber geredet, ob Ben getötet werden soll. Getan wird es dann von Carl, der den Jungen nachts erschießt, ohne dass er von jemandem gesehen wird.

Die Bände 9 bis 11 haben weniger einen Story-Arc als vielmehr ein Thema: Menschlichkeit und wie man im Angesicht des Armageddons an ihr festhalten kann, selbst wenn man unbeschreibliche Dinge tun muss (Stichwort: Menschenfresser so töten, wie sie es verdient haben…).

Schöne, neue Welt (The Walking Dead 12-15)

Die Gruppe trifft auf Aaron, der sie seit einigen Tagen beobachtet hat und nun einlädt, mit ihm zur Alexandria Safe Zone zu kommen. Dabei handelt es sich um eine mit Mauern eingezäunte Gemeinde, in der die Menschen relativ normal leben. Rick und die anderen werden dort gut aufgenommen, wobei der Gemeinde-Anführer Douglas Monroe Neuankömmling Rick schon bald zum örtlichen Constable macht.

Dies ist die zweite große Geschichte der Comic-Reihe, die zeigt, wie schwer es für Rick und die anderen ist, eine Art von normalem Leben aufzubauen. Die Monate auf der Straße und all das, was sie gesehen und getan haben, hat sie verändert.

Der Höhepunkt dieses Storybogens ist eine auf Alexandria hereinbrechende Herde, der einige zum Opfer fallen – u.a. Morgan und Douglas –, woraufhin Rick als neuer Anführer dieser Stadt versucht, das richtig zu machen, was bisher nicht funktioniert hat.

Darüber hinaus wird Carl angeschossen und erleidet ein schweres Hirntrauma. Aber er überlebt. Und auch die Gemeinde überlebt, stärker denn je. Diesmal müssen Rick und die anderen nicht fliehen, sie haben ein Heim, das sie verteidigen wollen.

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Kommt er in Frieden?
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Die Anhöhe (The Walking Dead 16)

Ein Mann kommt auf Rick und die anderen zu: Jesus. Er ist ein Abgesandter der Anhöhe, einer Siedlung mit 200 Menschen, die Handel mit anderen Gemeinden treibt. Man bietet auch Ricks Leuten ein Handelsabkommen an. Rick, Michonne, Glenn und Carl begleiten Jesus zur Anhöhe, wo sie erfahren, dass die Gemeinde die Hälfte all ihrer Güter an die sogenannten Erlöser, eine Bande blutrünstiger Mörder unter Führung von Negan, abgibt.

Rick bietet an, sich mit seinen Leuten um das Negan-Problem zu kümmern, wenn die Anhöhe künftig für Lebensmittel und Ressourcen für seine Leute sorgt.

Das ist der Stand der deutschen Ausgaben. Der 17. Band wird im Frühjahr 2013 erscheinen. In den USA ist man natürlich schon etwas weiter. Es kommt zum Konflikt mit Negans Männern, Alexandria wird angegriffen, aber nicht eingenommen, und Rick fährt mit einigen anderen zur Anhöhe, da er mehr über die Erlöser herausfinden muss. Auf dem Weg werden sie von Negans Männern angegriffen. Negan erklärt Rick, wie es künftig läuft: Ihrer aller Leben gehört ihm, sie haben ihn zu bezahlen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, erschlägt er Glenn mit einem Baseballschläger.

Es scheint, dass das Rick bricht, denn wieder zuhause überzeugt er alle, dass der Kampf ihrer aller Untergang wäre. Einen Gefangenen, den man gemacht hat, lässt er frei. Doch nicht ohne Hintergedanken. Jesus verfolgt ihn, um mehr über Negan herauszufinden.

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Robert Kirkman plant bereits bis über Folge 200 hinaus.
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Diese Geschichte wird sich sicherlich noch über das gesamte Jahr 2013 erstrecken. In der Fernsehserie wird man sie lange nicht zu Gesicht bekommen, aber wenn es denn erst mal so weit ist, dann ist eines schon auch klar: Negan kann dem Gouverneur nicht nur das Wasser reichen, sondern übertrumpft ihn in seiner Bösartigkeit noch.

Eine Ende der „The Walking Dead“-Comics ist nicht in Sicht. Robert Kirkman erklärte unlängst, dass er einen groben Plot bis zur Nummer 200 (das wäre dann der 34. deutsche Band) hat und auch darüber hinaus noch Ideen besitzt. So ist es gut möglich, dass die Comic-Serie noch lange erscheint, nachdem die Fernsehserie ihr natürliches Ende gefunden hat. Immerhin kann man die Schauspieler nicht ewig an eine Show binden. Wäre das Zuschauerinteresse in vier oder fünf Jahren noch da, bliebe im Grunde nichts anderes als eine Umbesetzung übrig. Das wäre dann vergleichbar mit dem Zeichnerwechsel, als Tony Moore nach sechs Heften ausstieg und Charles Adlard übernahm. Unter ihm hat sich der Look der Figuren auch verändert – aber zum Positiven.