Zum Ende der dritten Staffel von „The Walking Dead“ war der Governor besiegt, aber noch nicht tot. Mit zwei seiner Getreuen verschwand er, während für die Überlebenden das Leben weiterging. Hatte man eigentlich erwartet, dass in der dritten Staffel das große Finale kommt, was den Kampf mit dem Governor betrifft, so hielt sich die Serie eine Überraschung parat.

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Aber in der vierten Staffel geht es nicht in erster Linie um den finalen Kampf zwischen dem Governor und Rick. Tatsächlich taucht der Governor anfangs gar nicht auf. Die Autoren wollten bewusst vermeiden, direkt an die vorherige Staffel anzuschließen. Viel spannender fanden sie es, wenn der Geist des Governors über allem schwebt und der Zuschauer ständig damit rechnet, dass er wieder auftaucht.

The Walking Dead - Staffel 4 - Der Governor ist zurück – und das ist noch nicht mal das Schlimmste, das Rick und Co. widerfährt.

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Der Governor ist eine Gefahr, mit der man rechnen muss.
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Noch interessanter ist, dass die Serie dem Governor gleich zwei Episoden gönnt, um sein Leben nach dem Fall von Woodbury zu zeigen. Die hier gebotene Geschichte erinnert ein wenig an die Romane, die sich mit der Figur des Governors befassen. Sie brillieren auch deswegen, weil sie zeigen, wie der Mann sich verändert. Er erfindet sich neu, beinahe hat man den Eindruck, dass es für ihn ein Happyend geben könnte, aber er ist wie ein jeder ein Gefangener seiner eigenen Dämonen, die ihn antreiben.

So gibt es zur Staffelhälfte eine Art Finale, das die Geschichte um Woodbury und das Gefängnis ein für allemal abschließt. Hier gibt es Reminiszenzen an den Comic inklusive einem Spruch des Governors, auf den Fans schon sehr, sehr lange gewartet haben. Darüber hinaus wird ein neuer Status Quo aufgebaut. Dass das Gefängnis nicht ewig die Kulisse für die Serie sein würde, wusste man schließlich schon immer.

In alle Winde verstreut

Die zweite Hälfte der Staffel ist interessant, weil sie die Geschichte der Überlebenden erzählt, die Grüppchen aber extrem klein sind. Das wird teilweise so gelöst, dass vier Geschichten in einer Folge hintereinander erzählt werden, was natürlich episodischen Charakter aufweist, aber sehr gut den Überblick bietet, wo sich jede Figur gerade befindet.

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Dabei gibt es einige Folgen, in denen Rick gar nicht vorkommt.

Bisweilen wird hier ein wenig Wasser getreten – insbesondere gilt dies für die Geschichte rund um Daryl und Beth –, aber im Großen und Ganzen läuft man recht zielstrebig auf ein Finale zu, das mehr Fragen offen lässt, als es Antworten liefern kann.

The Walking Dead - Staffel 4 - Der Governor ist zurück – und das ist noch nicht mal das Schlimmste, das Rick und Co. widerfährt.

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Die sicheren Mauern des Gefängnisses stehen nicht ewig...
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Im Verlauf der zweiten Hälfte der Staffel erfährt man von dem Ort Terminus, wo ein sicherer Hafen für Überlebende geschaffen worden sein soll. Doch der Weg dorthin ist weit – und das, was man dort findet, ist mit einem großen Fragezeichen versehen.

Die Staffel endet hier mit einem Cliffhanger. Die Geschichte ist dabei so weit von den Comics entfernt, dass man noch nicht mal erahnen kann, in welche Richtung geht. Obwohl, wenn man darüber nachdenkt, es liegt schon sehr viel Fleisch auf dem Grill …

Die Mischung stimmt: Comic-Fans dürfen sich auf Variationen ihrer liebsten Geschichten freuen, viel Neues gibt es aber auch zu entdecken.Fazit lesen

Schicksal zweier Kinder

Ein Subplot der Staffel befasst sich mit den Mädchen Lizzie und Mika, zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine glaubt, dass Zombies auch nur Menschen sind, die andere hält sich für zu schwach für diese Welt. In der ersten Staffelhälfte kann man erahnen, in welche Richtung diese Geschichte geht. Sie orientiert sich an einer der bedrückendsten Geschichten des Comics, wo es allerdings zwei Brüder waren, die in dieser neuen Welt nicht zurechtkamen.

Neue Figuren

In der vierten Staffel gibt es auch neue Figuren, die in den Comics schon vor langer Zeit aufgetaucht sind: Der Soldat Abraham, die schlagfertige Rosita und der nerdige Eugene. Letzterer behauptet, ein Wissenschaftler zu sein, der weiß, wie es zu dem Zombie-Outbreak kam, weswegen er nach Washington muss. Und dort will Abraham ihn hinbringen.

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Tara, Lilly und ihre Tochter gehören zu den Neuzugängen der vierten Staffel.
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Schon in der ersten Staffel tauchen zwei Schwestern auf, die die Bekanntschaft des Governors machen. Das ist per se kein gutes Zeichen, aber auch hier gibt es Überschneidungen zur zweiten Staffelhälfte.

Neues Blut ist aber auch notwendig, denn zur Staffelmitte wird doch ein bisschen ausgesiebt. Bei „The Walking Dead“ ist eben niemand sicher. Früher oder später stirbt jeder.