Man hätte es fast nicht mehr zu hoffen gewagt, aber nun endlich erscheint der Serienklassiker „Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten“ auch endlich in Deutschland auf DVD und Blu-ray. Koch Media veröffentlicht die fünf Staffeln der Serie, die erste erscheint am 22. November.

In deutschen Breitengraden ist die Serie nicht so bekannt und beliebt wie in den USA, sie ist jedoch einer der ganz großen Wegbereiter der Science-Fiction im Fernsehen. Von 1959 bis 1964 wurden 156 Episoden produziert, in der Regel mit einer Laufzeit von etwa 25 Minuten pro Folge, nur die Episoden der vierten Staffel kommen auf die doppelte Laufzeit.

Einen durchgehenden Handlungsbogen oder wiederkehrende Figuren gibt es nicht, die Serie ist vielmehr ein klassisches Anthologie-Format, das sich in alle Richtungen bewegen konnte, aber immer ein phantastisches Element besaß. Und wichtiger noch: Zumeist gab es ein überraschendes, oftmals auch bitteres Ende.

The Twilight Zone - Großartig und absolut wegweisend – heute wie vor 50 Jahren

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156 Folgen pure Nostalgie.
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Die erste Staffel besteht aus 36 Episoden. Die Geschichten spielen in Vergangenheit und Zukunft, aber auch in der Gegenwart, auf der Erde und andernorts - buchstäblich alles ist möglich. Dabei werden sehr unterschiedliche Geschichten erzählt. Von einem Mann, der dem Tod begegnet, einem Hypochonder, der seine Seele für eine Million Jahre Lebenszeit verkauft, von Familien, die per Raumschiff dem drohenden Atomkrieg entkommen wollen, von einem Mann, der anderen ansieht, wann sie sterben, von einem Mörder, der durch eine Zeitreise gerettet wird, und vielem mehr.

Die 36 Folgen sind ein exzellentes Beispiel dafür, wie grandios die Serie ist. Es ist eine Kunst, eine komplette Geschichte in nur 25 Minuten zu erzählen, Figuren ansprechend auszubauen und auf ein Finale zuzulaufen, das den Zuschauer mit einem überraschenden Moment zurücklässt. Obwohl mehr als 50 Jahre alt, sind diese Geschichten immer noch frisch, exzellente Gedankenspiele und Science-Fiction-Konzepte, die die Zeit überdauert haben.

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Das Genie hinter der Serie: Rob Serling.
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Der Schöpfer: Rod Serling

Geboren wurde Rodman Edward Serling am 25. Dezember 1924 in Syracuse, New York. 1926 zog die Familie nach Birmingham, wo Serling den Großteil seiner Jugend verbracht hat. Als die High School abgeschlossen war, stand die Entscheidung an, aufs College zu gehen – oder aber in den Krieg zu ziehen. Serling entschied sich für Letzteres.

In der Schulzeitung propagierte er die Kriegsbemühungen der USA und wollte sich sogar schon vor seinem Abschluss zur Armee melden, aber ein Lehrer konnte ihn überzeugen, dass der Krieg irgendwann endet, er dann aber eine Ausbildung brauchen wird. Serling kämpfte im Pazifik und erhielt mehrere Medaillen, darunter das Purple Heart.

Auch nach dem Ende seines Dienstes verfolgte ihn der Krieg. Albträume suchten Serling für den Rest seines Lebens und er wandte sich dem Schreiben zu, um mit dieser Situation zurechtzukommen.

Nach seiner Dienstzeit besuchte er das Antioch College in Yellow Springs, Ohio, wo er Literatur studierte. Während seiner Studienzeit nahm er Praktika bei Radiosendern wahr. Für den Campus-Sender schrieb Serling schließlich verschiedene Hörspiele und inszenierte sie auch. Zudem schrieb er Ende der 40er Jahre zahlreiche Skripte für Radiohörspiele und reichte diese bei verschiedenen Sendern ein. Im September 1949 wurde dann sein erstes Werk, das er auch verkaufen konnte, uraufgeführt.

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Er erkannte, dass Hörspiele keine Zukunft mehr hatten. Das neue Medium hieß Fernsehen. Und zu Beginn der 50er Jahre benötigte das Fernsehen eine unglaubliche Masse an Produktionen. Um seine Familie zu unterhalten, arbeitete er tagsüber bei dem Fernsehsender WKRC-TV und schrieb nachts an Drehbüchern. Der Tag kam, an dem er seinen Tagesjob kündigen und Vollzeit als freischaffender Autor arbeiten konnte.

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Beam me up, Scotty!
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In jenen frühen Jahren des Fernsehens gab es oft Konflikte mit den Sponsoren und Werbekunden, die Einflussnahme auf ein Drehbuch hatten und auch Änderungen durchsetzen konnten, weil sie nicht wollten, dass ihre Produkte mit etwas in Verbindung gebracht wurden, das sie hätte schlecht aussehen lassen können.

So war es schwierig, sozial oder politische drängende Probleme in Fernsehserien zu behandeln. Das missfiel Serling so sehr, dass ihm klar wurde, dass er seine eigene Show entwickeln musste, um darin auch kontroverse Themen behandeln zu können.
Eine geht noch

Betreten der Zwielichtzone

Serling stellte dem Sender CBS ein Skript vor, das er als Pilot für die Serie „Twilight Zone“ geschrieben hatte. Der Sender packte es jedoch in eine neue Anthologieserie, aber die Geschichte „The Time Element“ kam so gut an, dass das Network Serling schließlich das Okay gab, mit der Produktion von „Twilight Zone“ zu beginnen.

Serling versuchte bestmöglich, die kreative Kontrolle über die Serie zu behalten. Er engagierte Autoren wie Richard Matheson und hatte mit einer Serie im Gewand der Science-Fiction die Möglichkeit, sozialkritische Themen anzufassen, ohne dass es sofort offenbar wurde.

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Kaum eine andere Serie hatte einen derart großen Einfluss auf die nachfolgende TV-Landschaft und Popkultur im Allgemeinen.
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Im Verlauf der über fünf Staffeln laufenden Serie beschäftigte sich Serling mit Themen wie Rassismus und zeigte dabei seine liberale Gesinnung. Zudem baute er in vielen Geschichten auch starke Frauenfiguren ein, was zu jener Zeit äußerst ungewöhnlich war.

Eine Stärke der Serie war auch, dass die Geschichten oftmals mit einem Twist endeten, der alles auf den Kopf stellte. Obwohl von den Kritikern geliebt und von seinem Publikum hoch verehrt, war die Show kein besonderer Quotenerfolg und wurde zweimal eingestellt, dann aber wiederbelebt.

Wie es weiterging

Es wurde oft versucht, die „Twilight Zone“ wiederzubeleben. 1983 gab es einen Kinofilm namens „Unheimliche Schattenlichter“, an dem unter anderem Steven Spielberg beteiligt war, von 1985 bis 1989 kam dann eine Serien-Neuauflage, die immerhin drei Staffeln erlebte (und mit Folgen aufwarten kann, die von „Babylon 5“-Schöpfer J. Michael Straczynski geschrieben wurden). Zuletzt gab es 2002 eine neue Serie, die aber über eine Staffel nicht hinauskam. Trotzdem wäre es natürlich schön, wenn sich Koch Media zu gegebener Zeit auch dieser Serien annehmen würde.