Der Reiz von Terry Brooks’ Originalroman aus dem Jahr 1977 ist, dass er eine konventionelle Fantasy-Geschichte erzählt, am Ende aber enthüllt, dass man sich eben nicht auf einer Fantasy-Welt befindet – sondern auf der Erde, Jahrtausende nach einem apokalyptischen Krieg. Damit bringt er in seine Fantasy-Mär ein SF-Element ein, das sich nicht beißt, sondern dazu beiträgt, die Geschichte interessanter, weil weitgefächerter zu machen.

Bei der neuen Fernsehserie verzichtet man auf diese Überraschung. Schon der Vorspann macht klar, was hier los ist. Damit beraubt man sich aber auch eines Aha-Moments, der geholfen hätte, diese mondäne Geschichte etwas interessanter zu gestalten.

Denn ein Problem von „The Shannara Chronicles“ ist schlicht und ergreifend, dass hier Fantasy in Tolkien-Manier geboten wird, die vor fast 40 Jahren noch halbwegs neu und frisch gewirkt haben könnte, heutzutage aber nur ein Epigone von vielen ist.

Man hätte auch bei der Serie den Mut haben müssen, die Zuschauer am Ende der ersten Staffel zu überraschen. Das ist ein gefährliches Spiel, keine Frage, weil man nie weiß, ob zum Ende der Staffel überhaupt noch genügend Zuschauer vorhanden sind. So, wie sich die Serie nun aber gestaltet, darf das auch angezweifelt werden.

The Shannara Chronicles - Elfen, Zwerge, Dämonen und viel Magie

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Gute Fantasyserien sind schwer zu finden.
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Auf zur Quest

Die Elfen beschützen den Ellcrys-Baum, der die Welt vor den Dämonen schützt, die seit langer Zeit in der Verfemung gebannt sind. Doch jedes Mal, wenn ein Blatt fällt, erhebt sich einer der Dämonen aus der Verfemung. Nun ist der Baum krank, weswegen die Hüter sein Samenkorn zum Blutfeuer bringen müssen. Das Problem: Niemand weiß, wo dieser sagenhafte Ort ist.

Der Druide Dagda Mor wird ebenso wie einige Dämonen aus der Verfemung befreit. Sechs der sieben Hüter des Baums werden getötet. Amberle ist die letzte Hüterin und muss nun das Samenkorn zum Blutfeuer bringen. Unterstützung erhält sie vom Druiden Allanon, dem letzten seiner Art, dessen Lehrling Will Ohmsford. Während Allanon jedoch in der Hauptstadt der Elfen bleibt, um den Krieg mit den Dämonen vorzubereiten, schart Amberle Gefährten um sie, die ihr helfen.

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Eine dröge Show

Im Vorfeld wurde „The Shannara Chronicles“ als Nachfolger von „Game of Thrones“ gehandelt. Die Realität ist jedoch weit bitterer, und das nicht nur, weil MTV, das die Serie ausstrahlt, eben nicht HBO ist. Vor allem liegt es daran, dass Miles Millar und Alfred Gough, die früher u.a. für „Smallville“ verantwortlich waren, eine unglaubliche langweilige Serie abgeliefert haben.

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Die Serie startet am 06.01.2016 auf RTL2, TMG und Amazon Prime.
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Sie haben es geschafft, eine Roman-Serie, die zu den Klassikern des Genres gehört, zu einer nichtssagenden, unbedeutenden Geschichte zu machen. Aber nicht nur das, der Serien-Auftakt ist noch weit schlimmer. Weil man sich hier in hanebüchenen Dialogen ergeht, die nur einen Zweck haben: Exposition.

Die Figuren sprechen nicht wie echte Personen, sondern wie Funktionsträger. Sie erklären einander Dinge, die sie wissen, weil man auch den Zuschauer irgendwie einweihen muss.

Ein gutes Beispiel dafür, wie man aus einem guten Roman eine miese Fernsehserie macht.Fazit lesen

Darüber hinaus legt die Serie zu viel Wert darauf, Herzschmerz zu integrieren. Man hat mehrmals das Gefühl, dass es mehr darum geht, den Elf, Zigeuner (ja, die gibt es auch), Troll oder was auch immer fürs Leben zu finden, als die große Aufgabe zu meistern.

Wenig überraschend besetzt

Mehrheitlich setzt man auf junge, unbekannte Gesichter, man biedert sich aber zugleich auch bei Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Saga an, indem John Rhys-Davies als König und Manu Bennett als Druide besetzt wurden. Letzterer ist einer der Aktivposten von „The Shannara Chronicles“, kann aber auch nicht verhindern, die Geschichte interessant zu gestalten.