SAT 1 hat mit „The Cop – Crime Scene Paris“ eine brandaktuelle Serie im Portfolio, die erst im Januar 2013 in Frankreich anlief. Normalerweise finden französische Serien eher selten den Weg nach Deutschland. Anders sieht es jedoch aus, wenn der Hauptdarsteller auch hierzulande ein Star ist: Jean Reno.

Der Schauspieler, der ansonsten nur im Kino aktiv ist, ließ sich mit diesem Stoff locken. Ihm gefiel die Figur Jo Saint-Clair, aber auch das Ambiente der Serie.

Jo Siant-Clair ist einer der besten Ermittler in ganz Paris. Seine langjährige Erfahrung, aber auch seine unverfrorene Kaltschnäuzigkeit helfen ihm, praktisch jeden Fall zu lösen. Doch das, was er im Beruf jeden Tag zu sehen bekommt, ist nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Wie so viele Polizisten, die ihren Job nur schwer ertragen, greift auch Jo zu Alkohol und Tabletten, um sich zu betäuben und die Bilder aus seinem Kopf herauszubekommen.

Jean Reno ist nicht das einzige bekannte Gesicht in dieser französisch-britischen Koproduktion. Man sieht hier auch Jill Hennessy wieder, die als Dr. Jordan Cavanaugh in der Krimiserie „Crossing Jordan – Pathologin mit Profil“ bekannt geworden ist. Außerdem ist noch Sean Pertwee dabei, ein britischer Charakterdarsteller (und Sohn von Doctor Who Jon Pertwee), der u.a. in „Dog Soldiers“ mitgewirkt hat.

The Cop – Crime Scene Paris - Depressiv, kaltschnäuzig, Säufer: Jean Reno gibt den abgewrackten Cop mit Köpfchen

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Jean Reno liefert wie immer eine hervorragende Leistung ab und ist der Hauptgrund, weshalb man The Cop eine Chance geben sollte.
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Für die in Paris gedrehte Serie hat man auch jede Menge amerikanische Schauspieler in Gastrollen angeheuert. Man erhoffte sich dadurch auch verstärkte Auslandsverkäufe, allerdings ist es schon einigermaßen irritierend, wie viele Amerikaner bei einer in Frankreich spielenden Polizeiserie zu sehen sind.

SAT 1 startet die Serie am 4. Juli. Die Folgen laufen dann wöchentlich jeden Donnerstag um 22.15 Uhr. Für acht Wochen reicht das Material, dann verabschieden sich Jo Saint-Clair und seine Leute in den Urlaub.

Orte in Paris

Die erste Staffel besteht aus acht Episoden, deren Titel allesamt nach Örtlichkeiten in Paris benannt sind. In „Notre Dame“, der ersten Episode, wird Jo zur Kathedrale gerufen, wo Starorganist Peter van Vliet ermordet worden ist. Es gibt viele Verdächtige, aber ein Detail der Geschichte dieses Ortes führt schließlich zum Täter.

In weiteren Fällen wird ein Model tot auf der Treppe des Eiffelturms gefunden, ein Kletterspezialist stürzt am Obelisken auf dem Place de la Concorde ab, unter dem Place Vendôme wird eine verkohlte Männerleiche entdeckt und auf den Treppen der Oper wird ein Anwalt vergiftet aufgefunden. Das sind nur ein paar Fälle, die Jo und sein Team lösen müssen.

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Dabei geht es generell mehr um die Fälle als um die persönlichen Beziehungen der Figuren. Sie haben zwar alle an etwas zu knabbern und auch eine starke Verbindung zueinander, in erster Linie versteht sich „The Cop – Crime Scene Paris“ aber als für sich stehende Krimikost, auch wenn es einen leichten roten Faden mit einem Serienkiller gibt.

Eine Krimiserie, die in Paris spielt, aber sich nicht richtig französisch anfühlt. Anfangs etwas zäh, danach deutlich besser.Fazit lesen

Reno bekommt dennoch mehr zu tun als seine Kollegen. Seine Figur hat auch eine von Trubel durchzogene Beziehung mit der Tochter, was zu einigen dramatischen Momenten führt. Es sind dann auch diese Szenen, in denen der Schauspieler am meisten glänzen kann. Die Krimifälle könnte man als normalen Standard bezeichnen, aber wie Reno den depressiven Bullen spielt, ist zumindest schauspielerisch schon ein echter Hingucker.

The Cop – Crime Scene Paris - Depressiv, kaltschnäuzig, Säufer: Jean Reno gibt den abgewrackten Cop mit Köpfchen

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Töchterchen Adèle bereitet dem Papa oft Kopfzerbrechen.
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Ach ja, der deutsche Titel mit seiner Anbiederung an „CSI“ und „Navy CIS“ ist wirklich albern.

Lädierter Cop

Was genau Jean Reno an der Rolle des Jo Saint-Clair ansprach, ist einigermaßen unklar. Denn etwas Besonderes stellt dieser Polizist dar. Ein Beamter, der an seinem Job zerbricht und sich langsam selbst vernichtet, ist gerade im Krimi-Genre alles andere als neu. Herausgerissen wird es dadurch, dass Reno sehr charismatisch ist. Das hilft darüber hinweg, dass die Figuren ziemlich ungreifbare Stereotypen bleiben.

Am Anfang sollte man auch etwas Sitzfleisch mitbringen, denn gerade die erste Folge ist auch sehr langsam erzählt. Man hat den Eindruck, dass die französisch-britische Koproduktion sich an die Erzählmuster skandinavischer Krimis halten wollte, das aber nicht so ganz geglückt ist.

So zieht sich der erste Fall, und auch der zweite ist alles andere als spannend. Es dauert tatsächlich, bis man mit der Serie warm wird, wobei man ihr einige Folgen zugestehen muss, bis sie ins Laufen kommt. Wer ungeduldig ist, für den ist „The Cop – Crime Scene Paris“ wohl nichts.