Nach „Falling Skies“ produziert Steven Spielberg mit „Terra Nova“ die nächste Science-Fiction-Serie. Das Terrain ist bekannt: Es gibt Dino-Action, wenngleich man sich in der ersten Staffel schon ein paar Dinos mehr gewünscht hätte. Stattdessen hat man Lagerbildung à la „Lost“: auf der einen Seite die Guten, auf der anderen Seite die… anderen, die aber wenigstens einen richtigen Namen erhalten.

Im Jahr 2149 ist das Leben auf der Erde mühsam geworden: Die Umweltverschmutzung macht das Atmen schwer und die Überbevölkerung sorgt dafür, dass jeder Familie nur noch zwei Kinder erlaubt sind. Die Shannons, Jim und Elisabeth, haben sich jedoch für ein drittes Kind entschieden. Als dies entdeckt wird, rastet Jim aus und wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Seine Frau wiederum erhält mit ihren Kindern die Chance, dieser unwirtlichen Welt zu entfliehen. Denn vor Jahren wurde ein Raum-Zeit-Kanal entdeckt, der in die Vergangenheit vor 85 Millionen Jahren führt. Dort, auf Terra Nova, erhält die Menschheit eine neue Chance. Doch die Zahl der Kolonisten ist begrenzt.

Es gelingt Elisabeth, ihren Mann aus dem Gefängnis zu befreien. Und gemeinsam kann die Familie in die Vergangenheit entfliehen. Da eine Rückkehr ins Jahr 2149 unmöglich ist, wird auch Jim Shannon in der Gemeinschaft aufgenommen. Schon bald erweist sich der Ex-Polizist dem Anführer Nathaniel Taylor gegenüber als so nützlich, dass er zu einer Art Sheriff von Terra Nova wird.

Den braucht es auch, denn in der prähistorischen Urzeit sind Dinosaurier noch das kleinste Problem. Es gibt eine Splittergruppe, die Sixer, die mit der sechsten Pilgerschaft nach Terra Nova kamen und von mächtigen Männern aus der Zukunft geschickt wurden, um einen Geheimplan zu verfolgen – mit dem sich die Herrschaft über Terra Nova an sich reißen lässt.

Terra Nova - TV-Highlight: Steven Spielberg lässt die Dinosaurier los

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Die Reise führt zurück ins Zeitalter der Dinosaurier.
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Aufwand in Australien

Die in Australien gedrehte Serie – eigentlich wollte man ja auf Hawaii filmen, aber Spielberg reichte das Veto für sein Jurassic-Park-Terrain ein – ist ein recht teures Prestige-Projekt, das sich der US-Sender leistet und das ab dem 27. Februar auf Pro Sieben zu sehen ist. Der Pilotfilm ist abendfüllend, danach wird es mit einer Folge pro Woche weitergehen (falls der Sender nicht mal wieder flugs das Programmschema umwirft…).

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Die Zukunft der Menschheit liegt in der Vergangenheit.
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Für die Entwicklung zuständig sind die Star-Trek-Veteranen Brannon Braga und Rene Echevarria, die allerdings etwas zu viel Ballast mit sich führen. So ist es wohl auch den beiden zu verdanken, dass sich in der ersten Staffel ziemlich viele Geschichten finden, die klischeehafter kaum sein könnten. In mehreren Episoden werden Geschichten erzählt, die einen echten Bart haben. Sci-Fi-Klischees wie Krankheiten/Viren, die für einen Gedächtnisverlust sorgen, waren schon alt und ausgelutscht, als die Star-Trek-Renaissance noch jung war. Hier werden sie jedoch gnadenlos wiedergekäut, gerade so, als hätte das Publikum die ewig alten Geschichten nicht schon bis zum Exzess gesehen.

Dass man nicht versucht ist, gleich wieder aus der Serie auszusteigen, liegt im Grunde nur an dem sympathischen, hier versammelten Ensemble.

Von Pandora nach Terra Nova

Die dankbarste Rolle hat Stephen Lang erhalten. Der altgediente Schauspielrecke ist zwar schon ewig aktiv, wurde aber erst als knallharter Militär in James Camerons „Avatar“ einem größeren Publikum bekannt. In „Terra Nova“ spielt er als Colonel Taylor nun eine ähnliche Rolle, nur dass dieser Soldat kein Wahnsinniger ist, sondern sich für die Integrität und Erhaltung der neuen Welt einsetzt.

Ihm zur Seite steht Jason O’Mara, ein Brite, der schon in der US-Neuauflage von „Life on Mars“ seinen amerikanischen Akzent zur Schau tragen konnte. Er ist auch hier Sympathieträger und harmoniert gut mit der hierzulande weitestgehend unbekannten Shelley Conn, die seine Frau darstellt.

Was die Kids der Shannons betrifft, so agieren hier Newcomer. Und auch die jugendliche Skye – dargestellt von Allison Miller – ist allenfalls Serien-Vielsehern als Schmidts Nichte in „Boston Legal“ schon mal aufgefallen.

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Oh nein... Der hat doch nicht etwa Hunger?!
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Sie alle schlagen sich in „Terra Nova“ gut, auch wenn man nicht umhinkann zu attestieren, dass das Familienleben der Shannons trotz aller behaupteter Konflikte etwas zu sehr in Richtung Friede-Freude-Eierkuchen geht. Es fehlt nur noch, dass sich abends alle im Waltons-Stil „Gute Nacht“ zuraunen.

Wer verrät wen?

Ein Spiel, das in der ersten aus 13 Episoden bestehenden Staffel etwas zu oft absolviert wird, ist die Suche nach Verrätern. Davon gibt es jede Menge. Was per se so schlimm nicht wäre, müsste nicht für jeden ein spezieller Beweggrund gefunden werden, um sie nur ja nicht unsympathisch werden zu lassen. Todkranke Verwandte, Menschen aus dem Jahr 2149, die nach Terra Nova gebracht werden sollen – irgendein Grund findet sich immer, warum einer von den Guten plötzlich den Bösen hilft.

Vorhersehbar ist leider auch, was das Mysterium um Colonel Taylors Sohn betrifft. Das wird dem Zuschauer so plakativ eingeflößt, dass man schon lange vor dessen ersten Auftritt weiß, wann und wie der junge Mann seinen Einstand feiern wird.