Wenn man an den Teen Wolf denkt, dann auch an Michael J. Fox. Der war 1985 der Star der gleichnamigen Komödie, in der er als Werwolf zum Superstar beim Basketball wurde – gefressen wurde allerdings niemand. Der Film ist eine reine Komödie.

Umso überraschender ist im Grunde, dass eben dieser „Teen Wolf“ die Grundlage für eine neue Fernsehserie sein sollte, die MTV 2010 ankündigte und dann im Sommer 2011 debütierte. So mancher fragte sich, was das für ein Projekt werden sollte. Analog zum Original, dem Sequel und der Zeichentrickserie hätte es eine Show werden können, die vor allem auf Humor abzielt.

Doch dem ist nicht so. Serienschöpfer Jeff Davis hatte etwas anderes im Sinn. Er wollte eine Serie erschaffen, die vom Gefühl her an den Film „The Lost Boys“ erinnert und auch von „Buffy – Im Bann der Dämonen“ inspiriert ist. Denn einerseits sollte es zwar auch makaberen Humor geben, andererseits musste es aber auch dramatisch sein – und das an einer High School, die gleich noch metaphorisch für den Horror des Erwachsenwerdens steht.

Teen Wolf - Buffy mit Werwölfen: Die erste brauchbare Werwolfserie seit Ewigkeiten

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Scott verschafft sich durch seine neuen Wolfsfähigkeiten einen immensen Vorteil im Lacrosseteam. Der alte Cheater.
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In Deutschland dauerte es eine Weile, bis die Serie ihren Weg ins Free-TV fand. RTL 2 hat sich nun aber erbarmt und beginnt am 27. Juli mit der Ausstrahlung. An jedem Samstag werden ab 20.15 Uhr gleich drei Folgen gezeigt. Die erste Staffel ist damit auch innerhalb von vier Wochen gelaufen, da sie aus nur zwölf Episoden besteht. Die zweite Staffel liegt in den USA auch schon komplett vor, ob sie aber direkt im Anschluss an die erste Season in Deutschland läuft, wird man erst in ein paar Wochen sehen.

Lacrosse statt Baseball, Action statt Comedy

Scott McCall ist die Hauptfigur der Serie. Anders als noch im alten Film ist es nicht so, dass er das Lykanthropengen von seinem Vater erbt. Stattdessen wird er im Wald von einem Werwolf angegriffen und gebissen. Warum er nachts im Wald rumschleicht? Weil er nach einer Leiche gesucht hat – und sie auch fand.

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Scott überlebt den Biss, aber verändert sich. Er hört besser, riecht besser, ist schneller und stärker – alles gute Eigenschaften, die dafür sorgen, dass er im Lacrosse-Team schnell zum Star aufsteigt. Die Sportart und die Entstehungsgeschichte sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen den beiden Teen Wolfs. Der wohl größte ist, dass im Film jeder wusste, dass Scott ein Werwolf ist, in der Fernsehserie ist es nur seinem besten Freund Stiles bekannt. Immerhin: Die Figur Stiles gibt es sowohl im Film als auch in der Serie.

In der Serie freundet sich Scott mit der neu in die Stadt gekommenen Allison an. Zwischen beiden funkt es, aber schon im Finale der ersten Folge zeigt sich, dass es ein gewaltiges Problem gibt. Ihr Vater ist nämlich ein Werwolfjäger – und Scott steht auf seiner Abschussliste.

Daraus, aber auch aus dem Umstand heraus, dass Scott seine Veränderung vor anderen geheim halten muss, entsteht einige Spannung. Darüber hinaus gibt es reichlich Action, denn Scott ist nicht der einzige Wolf. Derjenige, der ihn gebissen hat – Derek –, sieht es als Geschenk und Scott als seinen neuen Bruder an, dem er beibringt, was er wissen muss, um seine Gabe fortan kontrollieren zu können.

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Die Effekte zählen nicht zur Spitzenklasse, sind aber alles andere als schnell zusammengeschustert.
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Das sind die Kernelemente der ersten Staffel, in der es durchaus ein bisschen was zu lachen gibt. Aber die Serie versteht sich nicht als Komödie. Und das zu Recht. Die Effekte der Verwandlung sind sehr ansehnlich getrickst. Zudem ist es schön, dass ein Werwolf auch endlich mal wieder humanoide Gestalt hat. Die Verwandlung in mehr oder weniger normale Wölfe, wie es sie bei „Twilight“, aber auch „Hemlock Grove“ gab, ist in der Regel immer enttäuschend.

Keine Komödie wie der alte Film mit Michael J. Fox, sondern ein übernatürliches Teen-Drama in der Tradition von Buffy.Fazit lesen

Die Kreaturen können sich sehen lassen, die Action passt und ein paar durchaus härtere Momente – für TV-Verhältnisse natürlich – gibt es auch. Kurz gesagt: „Teen Wolf“ hat das Zeug, auch hierzulande sein Publikum zu finden.

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Auch als Werwolf hat man so seine Problemchen. Wie Leute mit dicken Knarren, die einem ans Leder/Fell wollen.
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Newcomer vor

Die Darsteller sind größtenteils noch eher unbekannt. Die jungen Mimen hatten zwar teilweise schon länger laufende Serien-Engagements – Werwolf Tyler Hoechlin war z.B. in „Eine himmlische Familie“ dabei –, aber im Großen und Ganzen kann man die Schauspieler in ihren Rollen noch richtig entdecken. Nur der Werwolfjäger ist ein wirklich bekanntes Serien-Gesicht.

Er wird von JR Bourne gespielt, der jüngst Hexen gejagt hat, nämlich in der kurzlebigen Serie „The Secret Circle“. Der Kanadier wird gerne für wiederkehrende Rollen angeheuert und war über die Jahre u.a. in „Stargate: SG-1“ und „Revenge“ zu sehen. Er ist ein solider Mime, der immer dann am besten ist, wenn er etwas ambivalent spielen darf. Dazu hat er als Werwolfjäger in „Teen Wolf“ allerhand Gelegenheit.