Vom Erfolg, den „Spartacus“ am Freitagabend auf Pro Sieben hat, war der Sender mit am stärksten überrascht. Man hatte nicht damit gerechnet, dass die Show, für die man angesichts von Sex und Gewalt nur schwer einen Sendeplatz finden konnte, derartig gut laufen würde. Darum ließ man auch schnurstracks die Prequel-Serie „Gods of the Arena“ folgen.

Hätte man erwarten können, dass es etwas länger dauern würde, bis die zweite Staffel, „Spartacus: Vengeance“, ihre Free-TV-Premiere feiert, so gibt es auch hier eine Überraschung. Denn schon am 24. August geht es mit der aus zehn Folgen (die an fünf Abenden gezeigt werden) bestehenden Staffel weiter. Bereits ab dem 27. Juli sind die einzelnen Folgen nach und nach auch schon vor der TV-Ausstrahlung auf dem Videoportal MyVideo zu sehen.

Einige Monate sind vergangen, seit Spartacus den Aufstand in der Gladiatorenschule angeführt hat. Seine freien Sklaven sind den Römern ein Dorn im Auge, weswegen Claudius Glaber beauftragt wird, dem Spuk ein Ende zu machen. Doch das ist weit schwieriger als gedacht, denn Spartacus ist ein exzellenter Stratege und schafft es mit seinen Leuten, den Römern empfindliche Stiche beizubringen, ohne sich von deren Übermacht überwältigen zu lassen.

Dabei muss er lernen, dass es nicht sein Wunsch nach Rache an Glaber sein darf, der ihn antreibt. Er muss sich nun auch als Anführer beweisen und einen Weg finden, seine Leute sicher zu halten. Unterstützung erhält er von dem Germanen Agron, dem Gallier Crixus und dem ehemaligen Ausbilder Draco. Im Verlauf der Geschichte stößt noch ein anderer legendärer Gladiator zu der Gruppe: Gannicus.

Spartacus: Vengeance - Das Gemetzel geht weiter

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Der neue Spartacus: Liam McIntyre übernimmt die Rolle von Andy Whitfield.
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Derweil hat Glaber ganz andere Probleme. Er lebt in Batiatus‘ Haus, muss sich mit Lucretias Prophezeiungen herumärgern und hat eine Frau, die eifrig daran arbeitet, ihn durch einen erfolgreicheren Ehemann zu ersetzen. So schickt er Ashur und seine Halsabschneider los, um endlich herauszufinden, wo Spartacus ist…

Ein neuer Spartacus

Die große Frage der zweiten Staffel ist, ob der neue Spartacus dem zu früh verstorbenem Andy Whitfield auch das Wasser reichen kann. Man wählte den Australier Liam McIntyre, der beim Vorsprechen noch recht schmal war, aber das Charisma hatte, das die Produzenten suchten. Man entschied sich für ihn, angeblich, nachdem Andy Whitfield ihm seinen Segen als sein Nachfolger gegeben hatte, und für McIntyre begannen Monate harten Trainings. Denn ein Spartacus muss natürlich auch einen Gladiatorenkörper haben.

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McIntyre macht sich als Spartacus ganz gut, allerdings merkt man in den ersten Folgen schon, dass es ihm schwer fällt, die großen Fußstapfen seines Vorgängers auszufüllen. Etwa zur Hälfte der Staffel legt sich das jedoch, da er dann sicherer in seiner Darstellung wird. Im Deutschen gibt es einen Vorteil, der den Schauspielerwechsel etwas abfedert: Der Synchronsprecher, Tobias Kluckert, ist der gleiche geblieben.

Anfangs etwas holprige, zur Mitte jedoch wieder stärker werdende Staffel, die zielstrebig auf ein furioses Finale zuläuft.Fazit lesen

Spartacus ist nicht das einzig neue Gesicht für eine bekannte Rolle. Naevia, die Geliebte von Crixus, wurde auch neu besetzt, da Lesley-Ann Brandt zu hohe Gagenforderungen stellte. Darum entschied man sich, die Rolle mit der relativ unbekannten Cynthia Addai-Robinson fortzuführen. Man hätte Naevia auch aus der Serie entfernen können, war aber der Meinung, dass sie für Crixus‘ Entwicklung zu wichtig ist.

Gannicus kommt!

Die überlebenden Figuren der ersten Staffel sind auch in der zweiten wieder dabei. Sogar Lucretia, dargestellt von Lucy Lawless, hat überlebt und ergeht sich nun erneut in Intrigen. Dabei ist sie so gut, dass man es liebt, sie zu verabscheuen. Insofern überrascht es nicht, dass man nur wenig Mitleid hat, als sie unter Ashurs Knute gerät.

Weit mehr als in der ersten Staffel hat „Herr der Ringe“-Darsteller Craig Parker zu tun, der für seine Rolle als Glaber ganz offensichtlich kräftig trainiert hat. Er wollte wohl gegenüber den halbnackten Gladiatoren nicht zu schlecht aussehen.

Eine wichtige Rolle in der zweiten Staffel spielt Gannicus, den man in „Gods of the Arena“ kennen gelernt hat. Dustin Clare spielt erneut den Gladiator, der so eine Art Vorgänger von Spartacus war und wie er ein Experte darin ist, mit zwei Schwertern zu kämpfen.

Spartacus: Vengeance - Das Gemetzel geht weiter

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Natürlich bietet die Serie neben viel Gewalt auch wieder jede Menge Sex.
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Der Tod fährt reiche Beute ein

Das erste Drittel der Staffel zieht sich etwas. Die Dramatik, aber auch die narrative Stringenz des Vorhergekommenen wird nur ansatzweise erreicht, aber nach dem holprigen Start geht es zur Mitte der Season dann doch richtig los und führt zielstrebig auf das grandiose Finale hin.

Im Finale wird Zäsur gehalten. Zahlreiche Figuren segnen das Zeitliche – auf beiden Seiten. Dabei sind einige Überraschungen dabei, die wir hier natürlich nicht spoilern wollen. Nur so viel: Von einigen beliebten Figuren muss man sich verabschieden.