Bei Pro Sieben knallten wohl die Sektkorken, als die Quoten für das erste Doppelpack von Spartacus-Folgen da waren. Lange hatte man damit gehadert, wo man die an Gewalt und Erotik nicht arme Serie unterbringen sollte. Kein Sendeplatz schien geeignet. So verlegte man sich auf ein durchaus gewagtes Experiment: Die Serie in Doppelfolgen Freitag spätabends zu zeigen, sozusagen als filmisches Event. Die Rechnung ging auf, das Interesse war groß, die „Bild“ echauffierte sich wegen des Sexes, und die Quoten mit einem Marktanteil von teilweise über 17 Prozent in der Zielgruppe stimmten.

So überrascht es nicht, dass der Sender nun auch nicht lange wartet, um die Nachfolgeserie, das Prequel „Spartacus: Gods of the Arena“, ins Programm zu nehmen. Ab dem 29. Juni geht es mit der Serie weiter. Dass nicht gleich direkt in der Woche nach dem Abschluss von „Spartacus: Blood and Sand“ losgelegt wird, liegt daran, dass Pro Sieben lieber eine Pause einlegt, während die EM läuft.

Obwohl die Serie seinen Namen im Titel trägt, ist Spartacus in dieser aus sechs Folgen bestehenden Staffel (die in Deutschland in drei Doppelfolgen ausgestrahlt wird) nicht dabei. Denn die Serie spielt einige Jahre, bevor er als Sklave nach Capua kam und sich dort als Gladiator bewährte.

Vor einigen Jahren

Alles beginnt ein paar Jahre, bevor Spartacus in Batiatus‘ Diensten steht. Die große Arena von Capua ist gerade im Entstehen. Batiatus hat den Ludus seines Vaters übernommen und Lucretia erhält Besuch von ihrer alten Freundin Gaia. Bestrebt darin, sich zu beweisen, fällt Batiatus‘ Augenmerk auf den gallischen Sklaven Crixus, von dem er glaubt, dass dieser einen hervorragenden Gladiator abgeben wird.

Spartacus: Gods of the Arena - Die Zeit vor Spartacus

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Gods of the Arena erzählt die Vorgeschichte zu Spartacus: Blood and Sand.
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Oenomaus hat sich vom Kampf mit Theokoles erholt, bei dem er fast gestorben wäre, und wird von Batiatus zum neuen Doctore, dem Trainer der Gladiatoren, gemacht. Der beste Kämpfer in Batiatus‘ Stall ist der Kelte Gannicus, doch wegen eines Eklats wird Batiatus verboten, seine Gladiatoren in der Arena antreten zu lassen. Damit beginnt ein Ränke- und Intrigenspiel, dem sich auch Batiatus‘ Freund Solonius nicht erwehren kann.

Aus der Hauptserie weiß man, dass Batiatus und Solonius erbitterte Konkurrenten sind. Hier ist das noch nicht so, aber man kann miterleben, wie der Bruch zwischen beiden Männern zustande kommt.

Spartacus: Gods of the Arena - Die Zeit vor Spartacus

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Markenzeichen der Serie: Sex und Gewalt.
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Mit Ausnahme von Spartacus sind praktisch alle bekannten Gesichter aus der Hauptserie auch hier dabei – bemerkenswerterweise sehen einige auch tatsächlich deutlich jünger aus. Erzählt wird in dieser Serie, wie Crixus zum Gladiator wird, wie Ashur als Gladiator von seinen Kameraden verachtet wird, wie Batiatus seinen Aufstieg plant und dergleichen mehr.

Vieles davon weiß man, weil die Hintergründe der Figuren in der ersten Staffel Erwähnung fanden, aber die Prequel-Serie schafft es dennoch, auch Überraschungen parat zu halten. Es gibt Entwicklungen bei den Figuren, die man nicht erahnen kann, die aber in Hinblick auf die zeitlich später spielende Serie sehr homogen erscheinen.

Gannicus

Neben dem Wiedersehen mit alten Bekannten (wie immer herausragend verschlagen: John Hannah) gibt es auch einige neue Gesichter in der Serie. Am wichtigsten ist der aus „McLeods Töchter“ bekannte Australier Dustin Clare, dessen Kampfstil mit zwei Schwertern den von Spartacus vorwegnimmt. Als Gladiator Gannicus ist er jedoch kein Abziehbildchen oder Lückenfüller für Spartacus, sondern erweist sich als sehr runde Figur.

Ein Prequel, das Bekanntes auf interessante Weise erklärt, aber auch genügend Neues bietet, um das Interesse des Zuschauers zu halten.Fazit lesen

Sein bester Freund ist Doctore, weswegen es für ihn umso schmerzhafter ist, als er merkt, dass er Gefühle für dessen Frau Melitta entwickelt hat. Melitta wird von der exotischen Marisa Ramirez gespielt – und dass ihre Figur bei „Spartacus: Blood and Sand“ nicht mehr dabei ist, lässt den Zuschauer ahnen, dass über ihr ein Damoklesschwert hängt.

Weiterhin neu dabei sind Jaime Murray, die man noch aus der zweiten Staffel von „Dexter“ kennt und die hier sehr freizügig agiert, Jessica Grace Smith als junge Sklavin und der aus „Der Herr der Ringe“ halbwegs bekannte Shane Rangi als Gladiator. Nicht alle von ihnen überstehen das Finale dieser Show.

Spartacus: Gods of the Arena - Die Zeit vor Spartacus

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Viele bekannte und auch ein paar neue Gesichter sind dabei.
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Zurück und nicht voraus

Eigentlich hatte man geplant, direkt mit der zweiten Staffel weiterzumachen, aber dann wurde Andy Whitfield krank und die Produzenten wollten ihm Zeit geben, sich zu erholen. Darum verschob man die zweite Staffel um ein Jahr und entschied, eine Prequel-Serie zu produzieren, die das Interesse des Publikums aufrechterhalten soll.

Genutzt wurde die Show vor allem, um Gannicus einzuführen, der in der zweiten Staffel der Hauptserie eine Hauptrolle einnimmt. Man hätte ihn auch ohne dieses Prequel dort etablieren können, aber es ist deutlich reizvoller, ihn außerhalb des Dunstkreises von Spartacus zu erleben.