Rom ging an seiner Dekadenz zugrunde. Nicht zurzeit von Spartacus, später erst. Aber der Beginn des ausschweifenden Lebensstils reicher Römer ist in „Spartacus“, der neuen Serie von Produzent Sam Raimi, schon mehr als erkennbar. Er steht im krassen Gegensatz zum Leben der Sklaven, die unter Gladiator Spartacus den Aufstand proben.

Die Geschichte von Spartacus ist hinlänglich bekannt. Stanley Kubrick inszenierte 1960 einen Monumentalfilm, 2004 gab es einen Fernsehzweiteiler (schon 1953 einen italienischen Sandalenfilm, „Spartacus, der Rebell von Rom“, aber der ist echt obskur). Nun kommt also die Fernsehserie, die 2010 auf dem US-Sender Starz debütierte und hierzulande nach einen kurzen Gastspiel bei RTL Crime nun groß bei Pro Sieben herauskommen soll. Ab dem 20. April strahlt der Sender jeden Freitag nach 22.00 Uhr zwei Folgen am Stück aus.

Die späte Sendezeit ist auch notwendig, weil „Spartacus“ eine in Sachen Sex und Gewalt sehr offensive Serie ist. Gut möglich, dass die blutigen Arena-Kämpfe selbst um diese Uhrzeit nicht ungeschoren davonkommen.

In der ersten Staffel erlebt man mit, wie der Thraker Spartacus mit seinen Leuten einen Pakt erfüllt und den Römern im Kampf beisteht. Doch als diese die thrakischen Dörfer einer tödlichen Gefahr ungeschützt überlassen, meutern die Thraker. Sie werden von den Römern besiegt und Claudius Glaber lässt Spartacus und seine Frau Sura in die Sklaverei verschleppen.

Spartacus: Blood and Sand - Die Todgeweihten grüßen euch

alle Bilderstrecken
"Spartacus" ist in einem ähnlichen Stil gehalten wie "300".
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 25/281/28

Spartacus wird an Batiatus, den Betreiber einer Gladiatorenschule in Capua, verkauft. Dort wird er ausgebildet und erweist sich in der Arena als Naturtalent. Schon bald läuft er dem bisherigen Champion, dem Gallier Crixus, den Rang ab, was zu Spannungen führt.

Batiatus ködert Spartacus damit, dass er ihm verspricht, ihm seine Frau zurückzubringen, doch der verschlagene Römer denkt nicht daran, sein Versprechen auch wahr werden zu lassen. Dafür ist ihm Spartacus als Gladiator viel zu wertvoll – und er möchte nicht, dass der Kämpfer seinen Biss verliert. Doch Batiatus ahnt nicht, dass er mit seinen Taten den Untergang des eigenen Hauses einleitet.

Packshot zu SpartacusSpartacus kaufen: ab 25,99€

300 meets Gladiator

„Spartacus“ wirkt wie eine Melange aus „300“ und „Gladiator“. Von ersterem leiht man den Look, von letzterem die Geschichte eines Gladiators, der sich gegen Rom erhebt. In Sachen Gewalt steht die Serie dem Spartaner-Spektakel deutlich näher. Denn was hier geboten wird, sieht man so bei Fernsehserien normalerweise nicht. Die Freiheiten, die ein Pay-TV-Sender wie Starz bietet, haben die Macher ganz und gar ausgenutzt.

Spartacus: Blood and Sand - Die Todgeweihten grüßen euch

alle Bilderstrecken
Auch an Sex wird nicht gespart.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 25/281/28

So gibt es Kämpfe, bei denen das Blut literweise spritzt. Klaffende Wunden sind keine Seltenheit. Und Mord schon fast an der Tagesordnung. Die Gewalt wird dabei auf sehr ästhetische Art und Weise umgesetzt. Man zelebriert die Action, wie sich das nur wenige Formate trauen, wird doch gerne mal Gewaltverherrlichung vorgeworfen. Nur: Das Leben eines Gladiators war nun mal nicht das eines Pazifisten.

Action noch und nöcher: So mancher Kinofilm sieht gegen diese Serie alt aus!Fazit lesen

„Spartacus“ setzt aber nicht nur auf Gewalt, sondern auch auf eine gehörige Portion Sex. Die Serie ist enorm freizügig, und das gilt längst nicht nur für die Weiblein, sondern auch für das starke Geschlecht. Wie bei der HBO-Serie „Rom“ gibt es auch hier nackte Haut – und das im Überfluss. Man nutzt dies aber auch, um zu zeigen, wie die römische Gesellschaft bestellt war, in der Sklaven nicht als Menschen, sondern eher als Inventar betrachtet wurden.

Römer und Sklaven

Die Hauptrolle spielt der Waliser Andy Whitfield, der als Spartacus echte Star-Qualitäten an den Tag legt. Umso tragischer, dass der Schauspieler im Alter von nur 39 Jahren im September 2011 an einem Krebsleiden verstarb. Wegen der Erkrankung wurde die Produktion der zweiten Staffel verschoben und eine Prequel-Serie produziert, um Whitfield die Zeit zu geben, gesund zu werden. Doch es war vergebens. Nach erster Besserung kehrte der Krebs noch stärker zurück und forderte das Leben des jungen Schauspielers.

Neben Newcomern wie Viva Bianca, Katrina Law, Lesley-Ann Brandt, Jay Courtney und Manu Bennett gibt es auch ein paar bekannte Gesichter zu sehen. John Hannah ist als nerviger Jonathan Carnahan aus den „Die Mumie“-Filmen bekannt, Craig Parker war Haldir in „Der Herr der Ringe“ und Lucy Lawless ist nicht nur die Frau von Produzent Robert G. Tapert, sondern wurde als „Xena – Die Kriegerprinzessin“ bekannt.

Gladiatorenkämpfe

Die Serie ist so aufgebaut, dass der Aufstieg von Spartacus und der dritte Sklavenkrieg, den Rom zu bestreiten hatte, über mehrere Jahre erzählt wird. Die erste Staffel ist der große Prolog, wenn man so will, denn diese spielt hauptsächlich in der Gladiatorenschule bzw. in der Arena, in der Spartacus und seine Gefährten um ihr Leben kämpfen müssen.

Spartacus: Blood and Sand - Die Todgeweihten grüßen euch

alle Bilderstrecken
Bei seinen Actionszenen geht "Spartacus" nicht zimperlich vor.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 25/281/28

Das erlaubt es der Serie jedoch, Sklaven und Römer Seite an Seite zu zeigen und das Intrigenspiel, das in „Spartacus“ von hoher Bedeutung ist, auszureizen. Die Dramatik der Serie wird nicht nur durch mitreißende Action-Sequenzen erzeugt, sondern auch dadurch, dass jeder seiner eigenen Agenda folgt: Batiatus und seine Frau Lucretia wollen sozial aufsteigen und machen sich dabei Ilythia, die Frau von Claudius Glaber, zum Feind.

Der Sklave Ashur genießt Batiatus‘ Vertrauen und intrigiert gegen Crixus. Und Spartacus will nicht nur seine Frau, sondern auch seine Freiheit zurück. Das alles kulminiert in einem Staffel-Finale, wie es perfekter nicht sein könnte. „Tötet sie alle“ heißt die 13. und letzte Folge der Staffel. Der Titel ist Programm.