Die Biker-Serie „Sons of Anarchy“ hat nun doch noch eine Heimstatt im deutschen Free-TV gefunden. Ab dem 6. November präsentiert Kabel 1 die Serie mit je zwei Folgen am Abend. Stoff ist mittlerweile mehr als genug vorhanden, denn in den USA läuft zurzeit die fünfte Staffel. Ob Kabel 1 jedoch gleich im Anschluss an die erste Staffel auch die weiteren zeigen wird, ist noch offen – und hängt wohl auch davon ab, wie die Einschaltquoten sind.

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Dass sie kein Publikum finden wird, sollte man jedoch nicht erwarten. „Sons of Anarchy“ ist die erfolgreichste Serie des amerikanischen Senders FX und legt von Jahr zu Jahr in der Einschaltquote zu.

Sons of Anarchy - Realistisch und böse: Crime-Serie im Geiste von The Shield

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Harte Jungs: Biker in einem Epos shakespeareschen Ausmaßes.
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Im Mittelpunkt stehen die Mitglieder des Motorradclubs Sons of Anarchy. Der wird von Clay Morrow (Ron Perlman) geleitet, der ihn einst mit John Teller gründete. Teller ist jedoch schon lange tot und Clay mit dessen Frau Gemma (Katey Sagal) zusammen. Als sein Vizepräsident fungiert Tellers Sohn Jax (Charlie Hunnam), der Unterlagen seines Vaters findet, die ihn glauben lassen, dass der Club nicht so ist, wie dieser sich das einst erträumte. Unter Morrows Führung haben sich die Sons of Anarchy nämlich zu einer Outlaw-Bande entwickelt, die im großen Stil mit Waffen handelt und vor Gewalt nicht zurückschreckt.

Gemma macht sich Sorgen, dass Jax dem Weg seines Vaters folgen könnte. Zugleich scheint ein Krieg mit den Nazis und den Mexikanern unvermeidlich. Zu allem Überfluss wurde Jax‘ Sohn auch noch mit einem Herzfehler geboren …

Es wurde oft gesagt, dass Serienschöpfer Kurt Sutter „Sons of Anarchy“ an William Shakespeares „Hamlet“ angelegt hat. Das verneinte Sutter früher und erklärte, dass lediglich der Plot der Pilotfolge sich an dem Drama orientiert – und das auch nur soweit, dass John Teller (der König) von seinem Vizepräsidenten und besten Freund (der Bruder) ermordet wurde, woraufhin dieser den Thron und die Königin für sich nahm und für den Prinzen (Jax) zur Vaterfigur wurde.

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Sein oder nicht sein

Später erklärte Sutter: „Die Hamlet-Archetypen sind definitiv ein Einfluss auf die Show, die Serie selbst basiert aber nicht auf der Shakespeareschen Narrative. Die Archetypen sind jedoch da, ebenso wie einige der Beziehungen. Und mit dem Verlauf der einzelnen Staffeln und Figuren-Geschichten, wird man noch Ähnlichkeiten entdecken.“

Der Anfang

In der ersten Staffel geht es im Großen und Ganzen darum, dass Jax erkennen muss, wie es um die Sons of Anarchy bestellt ist. Ihm wird klar, dass der Weg, den sein Ziehvater eingeschlagen hat, der falsche ist. Das ist das bestimmende Handlungselement der Staffel, aber es passiert noch weit mehr.

Shootouts zwischen verschiedenen Banden, ein zwielichtiger Bundesagent, Intrigen, alte Freund- und Feindschaften, das alles und noch mehr bietet „Sons of Anarchy“, eines der am besten geschriebenen und gespielten Crime-Dramen der letzten Jahre.

Spannende und realistisch anmutende Crime-Serie mit starken, authentischen Figuren.Fazit lesen

Die Show spricht auf zahlreichen Ebenen an, ist sowohl Familiendrama als auch knallharte Krimi-Unterhaltung, wobei immer aus der Warte der Bösen erzählt wird. Eigentlich dürfte man keinen der Sons of Anarchy sympathisch finden. Sie sind allesamt skrupellose Verbrecher. Aber dennoch wachsen sie im Lauf der Staffel ans Herz. Weil sie sich wie Menschen aus echtem Fleisch und Blut anfühlen.

Harte Mimen

Die Besetzung ist exzellent. Der Brite Charlie Hunnam („Cold Blood – Kein Ausweg, keine Gnade“) überzeugt als von seiner eigenen Moral getriebener „Prinz“, Ron Perlman („Hellboy“) ist ein knallharter Biker-Anführer, Katey Sagal zeigt erneut, dass in ihr so viel mehr als nur Peggy Bundy steckt, und Tommy Flanagan hat das Gesicht für einen harten Biker.

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Ron Perlman ("Hellboy") als Anführer des Motorradclubs.
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Die Narben in seiner Visage sind echt. Der aus „Gladiator“ bekannte Schauspieler wurde in seiner Heimat Schottland nachts angegriffen, wobei man ihm diese Schnitte zufügte. Bekannt ist diese spezielle Form der Schnitte – eine Narbe an jeder Gesichtsseite – als „Glasgow Grin“. Für seine Rolle als Chibs Telford sind sie perfekt.

Übrigens sollte zuerst Scott Glenn („Backdraft“) Clay Morrow spielen. Die Pilotfolge wurde auch mit ihm gedreht, aber dann entschied man sich, in eine andere Richtung mit der Figur gehen zu wollen und heuerte Perlman an.