Manchmal dauert es gar nicht lange, bis eine neue US-Serie auch in Deutschland Fuß fasst. Bei „Sleepy Hollow“ waren es nur wenige Monate. Pro Sieben hat die Serie ins Programm genommen und beginnt am 5. Februar mit der Ausstrahlung. Jeden Mittwoch um 22.15 gibt es dann Grusel-Unterhaltung, und das 13 Wochen lang. Falls die Quoten mitspielen, denn wenn nicht, ist man bei Pro Sieben in der Regel nicht besonders zimperlich. Aber vielleicht klappt es. Auch in den USA hat sich „Sleepy Hollow“ zu einem der großen Erfolge der aktuellen Saison gemausert.

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Entwickelt wurde die Serie von Philip Iscove, Alex Kurtzman, Roberto Orci und Len Wiseman. Das sind talentierte Männer, die durchaus das Zeug haben, eine ganz große Serie zu machen. In diesem Fall eine ganz moderne Interpretation der alten Geschichte um Ichabod Crane.

Im Hier und Jetzt

Ichabod Crane wacht in der Gegenwart auf. Anfangs will ihm niemand glauben, dass er aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges ist, die Polizistin Abbie Mills lässt sich aber schon bald überzeugen. Das aber auch, weil Ichabod nicht der einzige ist, der wiedererwacht ist. Auch der kopflose Hesse ist wieder da und weiß durchaus, wie er moderne Waffen einsetzen muss.

Sleepy Hollow - Buffy 2.0: Willkommen in der Zukunft, Ichabod Crane

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Ichabod Crane, der Mann aus der Vergangenheit.
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Captain Frank Irving setzt Ichabod als Berater ein. Zusammen mit Mills kümmert er sich um ungewöhnliche Fälle, die Hexerei, Geheimbünde und andere unnatürliche Dinge beinhalten. All derweil versucht Ichabod, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, warum er wiedererweckt wurde - und wie er den kopflosen Hessen stoppen soll. Denn dieser ist, so stellt sich sehr schnell heraus, einer der Reiter der Apokalypse. Es geht also um weit mehr als nur einen uralten Konflikt, in dem Held und Schurke verstrickt sind.

Actionreich

Der Pilot wurde von Len Wiseman inszeniert. Das hat durchaus Kinofeeling, an die kinetische Energie dieses Einstands kommt die Serie aber im weiteren Verlauf nicht mehr ran. Nach ein paar Folgen merkt man, dass unnötig Wasser getreten wird. Nach einem derartigen Einstand muss aber einfach mehr drin sein. Und das nicht nur inszenatorisch, sondern vor allem auch inhaltlich.

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Der kopflose Hesse: einer der vier Reiter der Apokalypse.
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Aber immerhin: Nach einer doch recht drögen Durststrecke zur Mitte der Staffel fängt sich „Sleepy Hollow“ wieder. Die Dramatik zieht an, die Action auch und es steht mehr auf dem Spiel, als man anfangs meinen konnte. Angesichts des Staffelfinales kann man durchaus gespannt sein, wie sich die Show in der zweiten Staffel schlagen wird.

Schade ist aber natürlich, dass Wiseman sich nur der Pilotfolge angenommen hat. Das stand zwar zu erwarten, da der Mann im Kino unterwegs ist, auch wenn sein letzter Film „Total Recall“ ein herber Flop war. Aber dennoch: Viel Zeit für das Fernsehen hat er nicht. Im Gegensatz etwa zu Russell Mulcahy, der bei „Teen Wolf“ noch immer einer der federführenden Regisseure ist.

Die nachfolgenden Regisseure konnten mit Wisemans visuellen Ideen nicht Gang halten, die Pilotfolge ist darum nach wie vor die beste der Serie, zumindest, was die technische Umsetzung anbelangt.

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Ichabod Crane und Abbie Mills.
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Unbekannte Stars und bekannte Nebendarsteller

In den Hauptrollen agieren der Brite Tom Mison, Nicole Beharie, Katia Winter und Orlando Jones. Das ist ein erlesen unbekannter Cast, wenn man von Orlando Jones absieht, dessen 'claim to fame' aber auch schon ewig und drei Tage her ist: die SF-Komödie „Evolution“.

Durchwachsen, aber besser, als die Prämisse erahnen ließ. Ein paar Unebenheiten und Schwierigkeiten müssen noch ausgebügelt werden, der Auftakt geht aber in Ordnung.Fazit lesen

Der Brite Mison, der ein wenig an seinen Landsmann Andrew Lincoln erinnert, ist noch am ehesten durch die Filme „Zwei an einem Tag“ und „Lachsfischen im Jemen“ bekannt, Nicole Beharie war im Baseballdrama „42“ dabei und die Schwedin Katia Winter spielte Nadia in neun Folgen von „Dexter“.

Nur wiederkehrend sind Clancy Brown und John Cho dabei. Ersterer ist ein guter Charakterdarsteller, der immer noch von seiner Kurgan-Rolle aus „Highlander“ zehrt, letzterer ist Hikaru Sulu in „Star Trek“ und dem Fernsehen nicht abgeneigt, wie er mit „Flash Forward“ zeigte. Ebenfalls wiederkehrend mit dabei ist John Noble, der in drei Folgen dabei ist. In seinem ersten Auftritt erinnert er ein wenig an Walter aus „Fringe“, aber das legt sich wieder.