Mehr als anderthalb Jahre hat es gedauert, bis die dritte Staffel von „Sherlock“ debütierte – und das, nachdem das Finale der zweiten Staffel mit einem ganz harten Cliffhanger endete. Wir erinnern uns: Moriarty trieb sein boshaftes Spiel mit Sherlock Holmes und sorgte dafür, dass dessen Reputation vernichtet wurde. Am Ende erschoss sich Moriarty, zwang Sherlock jedoch, von einem Hausdach zu springen. Als Zuschauer wusste man am Ende dieser Folge schon, dass Sherlock überlebt hat, wie das zustande kam, blieb aber offen.

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Umso härter war die Wartezeit, in der die Fans mit zahlreichen Theorien aufkamen, warum und auf welche Weise Sherlock überlebt hat. Genau damit spielt auch der Auftakt der dritten Staffel, denn in der ersten Folge gibt es gleich mehrere Erklärungen, wie Sherlock diesen „Freitod“ überlebt hat. Das ist ein cleverer Schachzug, da man sich so alle Möglichkeiten offenlässt, aber dem Zuschauer dennoch plausible Lösungen an die Hand gibt. Amüsant ist darüber hinaus, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die Theorien darüber aufstellen, dass Sherlock Holmes noch lebt und wie er dies gedeichselt hat.

Sherlock - Staffel 3 - Zurück von den Toten

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Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes.
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In der ersten Folge geht es aber weniger darum, dass Sherlock überlebt hat, sondern wie John H. Watson auf diese Nachricht reagiert. Denn der hat zwei Jahre um seinen Freund getrauert. So lange war Sherlock weg, um Moriartys weitverzweigtes Netzwerk Stück für Stück zu zerlegen. Nach London kehrt er nun zurück, weil Mycroft von einem bevorstehenden, riesigen Terroranschlag erfahren hat. Sherlock wiederum soll den oder die Täter finden und sie aufhalten, bevor sie zuschlagen können.

Das ist die für die Spannung zuständige Geschichte der ersten Episode, interessanter ist aber natürlich, dass die Beziehung zwischen Sherlock und John angespannt ist, da letzterer sich natürlich verraten fühlt.

In dieser ersten Folge lernt man auch gleich eine neue wichtige Figur kennen: Mary. John kennt sie noch nicht lange, aber sie ist die Frau seines Lebens.

Sherlock - Staffel 3 - Zurück von den Toten

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Und Martin Freeman als Dr. John Watson.
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Die Hochzeit

Die zweite Folge ist ein gänzlich anderes Biest, in hohem Grade experimentell, sowohl was Inhalt, als auch Form betrifft. In erster Linie geht es um Privates, um die Hochzeit von John und Mary, auf der Sherlock als Johns Trauzeuge eine Rede halten muss. Dabei holt er weit aus und berichtet von verschiedenen Fällen, die sie bearbeitet haben. Aber damit nicht genug: Einer dieser Fälle scheint mit der Hochzeit zu korrelieren, ein weiterer Mord scheint unmittelbar bevorzustehen.

Experimenteller in der Form, kühner in der inhaltlichen Ausrichtung. Die dritte Staffel hat es in sich!Fazit lesen

Diese Folge läuft Gefahr, wie Stückwerk zu wirken, aber sie funktioniert auf geradezu wundersame Art und Weise. Die Sprünge in den Erzählebenen bedingen einander, so dass am Ende ein prächtiges Mosaik zustande kommt, das erst mit den letzten Minuten ein komplettes Bild ergibt.

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Die neue Staffel läuft ab dem 8.Juni 2014 auf dem Ersten.
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Der Plot verdichtet sich

Über die dritte Episode sollte man so wenig wie möglich wissen. Darum ergehen wir uns auch nur in Oberflächlichkeiten und Andeutungen. Sherlock handelt hier im Auftrag einer Dame, die kompromittierendes Material zurückhaben will. Besitzer des Materials ist ein Mann, Charles Augustus Magnussen, der mächtig und reich ist, auch und gerade, weil er von zahlreichen Menschen die dreckigen Geheimnisse kennt, die er zu seinem Vorteil zu nutzen weiß.

Das ist eine Geschichte, die stark mit den Figuren verbunden ist, die sie charakterlich vorantreibt, ihre Vergangenheit ausleuchtet, aber auch ihre Psyche hinterfragt. Und das nicht nur in Hinblick auf Sherlock Holmes, sondern auch auf John Watson. Es gibt einen Grund, warum Sherlock Watsons bester Freund ist. So klar und präzise wie hier wurde er niemals zuvor ausgesprochen.

Darüber hinaus verändert sich der Status Quo, und das nicht nur des grandiosen Finales wegen, das zeigt, wozu Sherlock Holmes wirklich fähig ist. Als wäre das dann noch nicht genug, ist die letzte Minute ein Cliffhanger, der dem Finale der zweiten Staffel in so gut wie nichts nachsteht. Wieder mal ist die Wartezeit auf die nächste Staffel eine durchaus harte Angelegenheit.