Die kleine Kate Hoshimiya ist kein gewöhnliches Mädchen. Während sich die meisten Kinder tolles Spielzeug wünschen oder von einer Zukunft als Astronaut oder Feuerwehrmann träumen, strebt Kate nach einem weitaus größeren Ziel. Ein Ziel, das noch nie ein Mensch vor ihr wirklich erreicht hat: die Eroberung der gesamten Welt! Wer denkt, dass sich das Ganze nach einer ziemlich bekloppten Geschichte anhört, irrt sich gewaltig. Denn es wird noch viel, viel bekloppter.

Ein ehemaliger Yakuza-Boss, ein Roboter-Schulmädchen, eine ukrainisch-stämmige, leicht bekleidete Wissenschaftlerin - diese und weitere kuriose Persönlichkeiten sind Mitglieder der bunt zusammengewürfelten Geheimorganisation Zvezda, die von Kate gegründet wurde. Sie selbst operiert dabei unter dem Decknamen Venera , die in der Lage ist, mit einem magischen Plüschtier einen Riesenarm zu beschwören. Dieser kann mit einem gezielten Schlag Dinge "erobern", wodurch Kate Schritt für Schritt ihren Weltherrschaftsplan in die Tat umsetzen kann. Gleich zu Beginn des Anime erfahren wir sogar, dass ihr das in der fernen Zukunft gelungen ist. Wie sie das genau vollbracht hat, bleibt ein Mysterium, wie auch eine Reihe weiterer damit verbundener Fragen.

Was zur Hölle ist das zum Beispiel für ein Plüschtier? Wieso läuft die Labortante nur in Unterwäsche herum? Wie kam sie zu ihrer Organisation und was müssen das für komische Leute sein, die ihr so treu ergeben sind? Wie alt ist Kate eigentlich? Was sind das für zwei Knubbel auf ihrem Kopf, sobald sie sich verwandelt? Warum kann die das überhaupt?

Sekai Seifuku - Weltherrschaft ist für kleine Mädchen

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"Nicht zu viel über das Geschehene nachdenken" lautet die Devise. Sonst ergeht es euch wie dem Protagonisten Asuta hier.
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Bereits in den ersten Folgen ergeben sich Merkwürdigkeiten zuhauf, die innerhalb der Serie null erklärt werden. Erwartet also keine metaphorische Tiefgründigkeit oder irgendwelche rationalen Zusammenhänge zu all den willkürlich wirkenden Geschehnissen, sofern ihr euch diesen seltsamen narrativ konfusen Irrwitz fernab jeglicher Logik und Vernunft geben solltet.

Ein Mädchen erobert die Welt, um sie zu retten, doch wer rettet unseren Verstand?

Lässt man beim Schauen den gesunden Menschenverstand außen vor, kann die Serie durchaus zu einem gewissen Grad unterhaltsam sein. Zumindest bietet sie hinsichtlich der Szenen, in denen Kate und ihre mit individuellen Superkräften ausgestatteten Lakaien den Organisationsfeinden und Ordnungshütern im Kampf entgegentreten, bodenständig anzusehende, solide animierte Action.

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Dabei wird auch mit gängigen Superhelden- beziehungsweise Superschurken-Klischees gespielt. So tragen die Mitglieder der Zvezda-Organisation nicht nur Alter-Ego-Codenamen, sondern erinnern auch generell an typische Bösewichts-Stereotype wie den militaristischen Befehlshaber oder den verrückten Wissenschaftler. In der Öffentlichkeit gelten Kate und ihre Untergebene zudem wegen ihrer Weltherrschaftsideologie als terroristische Gesetzeswidrige.

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Ex-Yakuza Goro alias General Pepel steht auf Süßigkeiten und ist einer der Mitglieder der nebulösen Zvezda-Organisation.
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Tatsächlich verfolgt die junge Anführerin mit ihrem Eroberungsplan aber keine tyrannischen, sondern gutwillige Ziele, denn sie ist der felsenfesten Überzeugung, dass alle Kriege und all der Hass und das Leid der Welt ein Ende durch die komplette Kontrolle ihrerseits nehmen werden. Trotz dieser exzentrischen und doch ganz putzigen, naiven Ansicht zeigt sie aber auch durch konsequente Taten, dass hinter ihren Absichten keine leeren Worte stecken.

Mit dieser resoluten Art muss sich auch der Schüler Asuta herumschlagen, der eher ungewollt und durch eine Reihe von Zufällen zum Mitglied der illustren Zvezda-Riege ernannt wird. Im Gegensatz zum ganzen, durchgeknallten Rest bildet er den normalen Gegenpol und macht auf diese ganzen Absurditäten aufmerksam.

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Okay, dass die Situationskomik nicht abgedroschen ist, ist vielleicht zu viel gesagt...
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Das macht im Wesentlichen auch einen Teil des Humors aus, der - und das kann man der Serie aller makaberen Eindrücke zum Trotz zugutehalten - sich keiner abgedroschenen Situationskomik bedient. Natürlich weist auch die Serie einige typisch japanische Macken auf, die jeder zweite Comedy-Anime so an sich hat, wie beispielsweise der eigenwillige Anspruch, die Pointe eines Gags erklären zu müssen, oder altbackene Fanservice-Szenen.

Semi-unterhaltsamer Kuddelmuddel, der einen durchaus charmanten Knuddel- und Trashfaktor aufweist. Wer nicht guckt, verpasst aber auch nichts.Fazit lesen

Auch bezieht die Serie den Unterhaltungswert aus den für sich alleinstehenden Handlungsträngen jeder Episode, die kaum unterschiedlicher sein können und nicht selten auf eine chaotische Klimax hinauslaufen, nur, um dann plötzlich am Ende einfach abzuklingen. In einer Folge führt Kate beispielsweise im Rahmen ihrer Ideologie eine Rauchverbot-Kampagne durch, die dann aber in eine regelrechte Revolution ausufert, bei der die Raucher gnadenlos von offiziellen Smoke Busters (!) gejagt werden.

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Sekai Seifuku : World Conquest Zvezda ist seit dem 31. Juli auf Blu-ray/DVD im Handel erhältlich.
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Am Ende geht alles nach einem erbitterten Kampf zwischen Kates Gefolge und den Zigaretten-rauchenden Widerständen wieder in den Status Quo über, ohne näher auf die Nachwirkungen dieser weitreichenden Initiative zu einzugehen. Genau wie ein Großteil aller Kuriositäten innerhalb der Serie spielen die ziemlich aus dem Kontext gerissenen Höhepunkte für den restlichen Handlungsverlauf inhaltlich keine Rolle.

Im Kern ist das auch das grundlegende Problem der Serie: Sie plätschert bis zum Serienfinale vor sich hin, weist kaum Entwicklungen auf, endet obendrein relativ offen und lässt die paar wenigen interessanten Geheimnisse ungeklärt. So kann man sich als Freund trashiger Animeserien an dem sehr eigenwilligen Humor zwar erfreuen, komplett involviert fühlt man sich aufgrund der belanglos wirkenden Handlung aber nicht.