„Secret Diary of a Call Girl“ basiert auf einem Blog (und späterem Buch), in dem die Autorin Belle du Jour – ein Pseudonym – von ihren Erlebnissen als Edelhure berichtet. Die Verfilmungsrechte an dem Stoff wurden erworben, 2007 debütierte dann die Serie in Großbritannien. Sechs Jahre später läuft sie nun auch im deutschen Free-TV.

Ab dem 6. September gibt es Billie Piper jeden Freitag um 22:15 auf Sixx zu sehen. Und das immerhin 32 Folgen lang. Das entspricht vier britischen Staffeln. Seit 2011 ist die Serie beendet, aber es gibt Überlegungen, eine Filmversion zu produzieren.

Hannah Baxter (Billie Piper) lebt in London. Sie liebt Sex und Geld, eine Karriere als Call Girl war damit fast die logische Jobwahl, umso mehr, da sie sich für ihre Dienste fürstlich entlohnen lässt. Privat- und Arbeitsleben schirmt sie voneinander ab. In ihrem Beruf ist sie nur Belle, während sie ihren Freunden erzählt, in einer Londoner Kanzlei als Sekretärin zu arbeiten.

Secret Diary of a Call Girl - Geständnisse einer Edelhure - Berufswechsel mal anders: Vom Doctor-Who-Companion zur Prostituierten

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Hannah hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.
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Belle ist für Stephanie Carlton (Cherie Lunghi) tätig, macht sich später jedoch selbstständig. Mit Stephanie bleibt sie jedoch befreundet und führt später auch Bambi (Ashley Madekwe) ins professionelle Leben ein.

Schwierig ist es, bei diesem Job auch eine Beziehung zu führen, aber Hannah versucht es dennoch. Einerseits mit dem Verleger Duncan Atwood (David Dawson), andererseits mit dem Arzt Alex (Callum Blue), den sie zuerst für einen Freier hält…

Wer möchte nicht gerne eine Hure sein?

Die Serie geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Man warf ihr vor, Prostitution zu propagieren. Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Kritikpunkt natürlich nicht, was im besonderen Maße für die erste Staffel gilt. In der zweiten schleichen sich dann auch deutlich ernsthaftere Töne ein und zeigen ein paar Schattenseiten des Gewerbes.

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„Secret Diary of a Call Girl“ ist aber schon so gestaltet, dass das Gewerbe sehr leichtherzig dargestellt wird. Das liegt auch daran, dass die Hauptfigur die vierte Wand durchbricht und direkt mit dem Zuschauer spricht. So hört man direkt aus Belles Mund, welche Vorteile ihr Leben mit sich bringt.

Im Grunde bietet die Serie damit eine etwas freizügigere Version von „Pretty Woman“ und scheut davor zurück, in das Territorium von Ken Russells „Die Hure“ vorzudringen. Aber immerhin, die Serie entwickelt sich, auch wenn sie ihre Leichtigkeit im Umgang mit dem Thema Sex nie verliert.

Ansprechend Mixtur aus Humor und Drama, die den ersten Companion des neuen Doctor Who mal ganz, ganz anders zeigt.Fazit lesen

Die Schönheit des Tages

Der Künstlername Belle du Jour entstammt dem Film „Belle de Jour – Schöne des Tages“, in dem 1967 Catherine Deneuve eine Prostituierte mit diesem Namen spielte. Die Autorin Dr. Brooke Magnanti wählte den Namen für ihren Blog und ihr Buch. Erst mit dem durchschlagenden Erfolg beider fand sie auch den Mut, sich zu ihrem Werk zu bekennen.

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Billie Pipers Karriere erlebte durch ihre Rolle als Doctor-Who-Companion einen enormen Schub.
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Die Produktion der Serie war nicht ganz unproblematisch, denn während der zweiten Staffel war Billie Piper schwanger. Somit mussten für viele Szenen Body-Doubles angeheuert werden, da eine schwangere Belle natürlich nicht möglich war. Die dritte Staffel wurde dann erst nach der Geburt von Pipers Sohn gedreht.

Höchst bedauerlich ist, dass eine der Besetzungsideen für eine Gastrolle einfach nicht hingehauen hat. Längere Zeit hatte man versucht, David Tennant als einen Freier für Belle in einer Folge einzusetzen, terminliche Schwierigkeiten verhinderten diese „Doctor Who“-Reunion (die enger als je zuvor gewesen wäre) des Doktors mit seinem Companion aber. Sehr schade, wäre das doch so etwas wie der Traum vieler Doktor/Rose-Shipper gewesen.

Billie nimmt kein Blatt vor den Mund

Was die Dialoge betrifft, ist „Secret Diary of a Call Girl“ ausgesprochen freizügig. Da wird wahrlich kein Blatt vor den Mund genommen. In Sachen Freizügigkeit lässt sich die Show aber deutlich mehr Zeit, nur zu oft gibt es Schäferstündchen mit den Freiern, bei denen die Hure nicht viel zeigt. Nicht, dass man die Show nur ansehen würde, weil nacktes Fleisch geboten würde, aber angesichts der Profession der Protagonistin erwartet man im Grunde etwas, das mehr in Richtung einer typischen HBO/Starz-Serie und weniger in Richtung „Sex and the City“ geht.

Sei’s drum, total züchtig ist „Secret Diary of a Call Girl“ auch nicht. Wohl auch darum hat Sixx die Serie auf einen recht späten Sendeplatz gelegt.