Der Weg vom Kino zum Fernsehen war schon vielen Filmen beschieden, als MTV jedoch ankündigte, den Slasher-Klassiker „Scream“ für das Fernsehen aufbereiten zu wollen, da herrschte zumindest eine gewisse Ratlosigkeit vor. Wie wollte man einen solchen Stoff in der Langform erzählen?

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Immerhin wird schon in der ersten Folge selbst erklärt, dass ein Slasher „schnell und brutal“ daherkommt, aber nicht darauf ausgelegt ist, über mehrere Stunden hinweg erzählt zu werden. Es funktioniert jedoch, wenn man die Geschichte deutlich weiter auffächert. Das heißt, es gibt neben der Frage, wer der Killer ist, auch weitere Mysterien, die Stück für Stück aufgearbeitet werden. Darüber hinaus hat man das, was man auch in jeder Teenie-Serie zu sehen bekommt: Intrigen unter Freunden, Zwistigkeiten, alte und neue Liebschaften und ein bisschen Herzschmerz. Von Vorteil ist dabei natürlich, dass es nur zehn und nicht gleich 22 Folgen sind.

Der Lakewood-Slasher

Die Geschichte ist die eines typischen Slashers, aber eben breiter aufgezogen. Alles beginnt mit einem Fall von Cyberbullying, dem in Lakewood ein Mord folgt. Dieser weckt Erinnerungen an eine Mordserie, die vor mehr als 20 Jahren geschehen ist. So mancher fragt sich, ob der Killer von damals zurück ist oder ob er etwas mit ihm zu tun hat.

Scream - Gelten die alten Slasher-Regeln immer noch?

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Wenn gerade kein Killer im Bild ist, erinnert Sream ein bisschen an eine Soap.
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Im Zentrum der Geschichte sind ein paar Teenager, darunter alte Freunde, die sich auseinandergelebt haben. Vor allem geht es aber um Emma, deren Mutter ein Geheimnis hegt, und die von dem Killer immer wieder telefonisch belästigt wird. Er spielt mit ihr und erklärt schon früh, dass mit ihr auch alles enden wird. Bis dahin sterben einige ihrer Freunde, bis am Halloween-Abend der große Showdown kommt.

Der Anfang

2012 wurde bekannt gegeben, dass an einer Serien-Version von „Scream“ gearbeitet wird. Erst hieß es, Wes Craven würde den Piloten inszenieren. Dazu kam es nicht, aber als ausführender Produzent ist er dabei. Kevin Williamson hat hingegen keine aktive Beteiligung an der Show. Entwickelt wurde sie von Jill Blotevogel, die zusammen mit Dan Dworkin und Jay Beattie die Pilotepisode geschrieben hat.

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Nina (Bella Thorn) in einer Hommage an die Eröffnungsszene des originalen Films.
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Schon früh wurde bekannt, dass man nicht die bekannte Maske aus den Filmen benutzen, sondern eine neue entwickeln würde. Auftritte von Figuren aus den Filmen waren auch nicht geplant, es gibt aber ähnliche Charaktere, beispielsweise eine Reporterin.
Man hat Bella Thorne („Duff“) die Hauptrolle angeboten, sie entschied sich jedoch für einen anderen Part, der - das erklärte sie früh in einem Interview - im Endeffekt der Drew-Barrymore-Rolle des Originalfilms entspricht. Damit ist natürlich auch klar, dass ihr nicht gerade ein langes Überleben beschieden ist.

Kein Vergleich mit dem Original, aber dafür hat diese Show kräftiges Guilty-Pleasure-Potenzial.Fazit lesen

Das übrige Ensemble setzt sich aus Newcomern zurück, als Ärztin mit dabei ist jedoch Tracy Middendorf, die Slasher-Erfahrung hat. Sie war 1994 in „Wes Craven’s New Nightmare“ mit dabei.

Pretty Little Liars mit Morden

Die jüngeren Schauspieler übertreiben bisweilen ganz schön, sie haben aber auch klischeelastige Dialoge und Situationen zu bestehen, die sicherlich nicht leicht zu meistern sind. Mitunter gerät „Scream“ sehr soapig, aber dazwischen gibt es dann auch echtes Slasher-Feeling.

Der Auftakt der Serie ähnelt dem des Films von 1996, danach kommt eine größere Durststrecke, die dazu angedacht ist, die Figuren besser kennen zu lernen. So gibt es zur Mitte der Staffel auch etwas Leerlauf, bisweilen aber Episoden, die wie kleine Slasher-Filme sind und gute Spannungsmomente bieten.

Mitunter erinnert die Serie an „Pretty Little Liars“ mit all den Intrigen, den geheimen Botschaften und dergleichen mehr. Bei „Scream“ gibt es allerdings mehr Tote, auch und gerade unter den Hauptdarstellern.