Der moderne Slasher-Film findet nicht mehr im Kino statt, selbst im Heimkino gibt es nur noch vereinzelte Vertreter wie „The Final Girls“, die aber zugleich Genre-Dekonstruktion sind. Im Fernsehen sieht es dagegen schon anders aus. Da gibt es nicht nur „Scream“, sondern auch „Scream Queens“, das von Ryan Murphy, Brad Falchuk und Ian Brennan entwickelt wurde.

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Das Trio zeichnet auch für „Glee“ verantwortlich, was man „Scream Queens“ schon anmerkt. Nicht, weil gesungen würde, sondern weil alles total überdreht ist. Ganz anders als bei „American Horror Story“, das ebenfalls aus dem Murphy-Stall kommt.

Scream Queens - Schrille Slasher-Kost fürs Fernsehen

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Albern statt blutig: "Scream Queens".
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Die erste Staffel besteht aus 13 Episoden, an deren Ende der Killer enthüllt wird. Anders als bei „American Horror Story“ ist hier geplant, bei weiteren Staffeln nicht gänzlich neue Geschichten zu erzählen, sondern die überlebenden Figuren in neuen Umgebungen zu zeigen. Wer jedoch überlebt, ist von Folge zu Folge fraglich. Ebenso, wer der Killer ist.

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„Scream Queens“ funktioniert also auch nach den klassischen Mustern eines Who-done-it, peppt das alles aber mit Slasher-Konventionen auf und huldigt den dümmlichen Klischees des Genres.

Campus-Terror

Ein Ereignis aus dem Jahr 1995 steht am Anfang der Serie. Eine junge Frau stirbt, ihr auf einer Party zur Welt gebrachtes Baby verschwindet. 20 Jahre später erlebt man mit, wie Grace aufs College kommt und sich der Studentenverbindung Kappa Kappa Tau anschließen will. Die wird von Chanel geleitet, die ein Terror-Regime errichtet hat, ihre „Minions“ als „Chanel 5“ und ähnliches nummeriert hat und mit zweifelhaften Methoden an ihr Amt gekommen ist.

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Wer ist der Killer?!
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Das setzt sich auch fort, denn Chanel begeht – ein bisschen versehentlich – einen Mord, den all ihre Kameradinnen und die Anwärterinnen vertuschen. Aber das kommt alle teuer zu stehen, denn ein Killer, der wie ein roter Teufel gekleidet ist, treibt sein Unwesen und erledigt einen Studenten nach dem anderen.

Herrlich überdrehte Farce, die Comedy mit Horror vermengt und bei den üblichen Slasher-Konventionen schon übertreibt.Fazit lesen

Gut besetzt

Bei einem Titel wie „Scream Queens“ darf die größte aller kreischenden Frauen auch nicht fehlen. Jamie Lee Curtis („Halloween“) spielt die Direktorin des Colleges, während Emma Roberts, die in „Scream 4“ noch der Killer war, die hochnäsige Chanel darstellt. Weiterhin mit dabei sind die aus „Glee“ bekannte Lea Michele und „Maggie“ Abigail Breslin.

Das restliche Ensemble besteht aus Newcomern, darunter Billie Lourd, die Tochter von Carrie Fisher, die ihr auch ein wenig ähnlich sieht.

Ein paar bekannte Gaststars finden sich auch: Charisma Carpenter („Buffy“), Philip Casnoff („Fackeln im Sturm“), Arnold Schwarzeneggers Sohn Patrick und Chad Michael Murray („Agent Carter“).

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Ein klischeehafter Spaß.
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Planung ist alles

Die Autoren gehen hier nicht von Folge zu Folge vor, sondern haben ein klares Konzept. Schon vor dem Schreiben des ersten Drehbuchs machten sie sich Gedanken darüber, wer der Killer ist und welche Figuren an welchen Punkten der Geschichte nicht überleben werden.

Zwar kam es vor, dass man diese Entscheidungen im Lauf der Produktion in Frage stellte, kam aber immer wieder zur ursprünglichen Idee zurück, wobei man auch penibel jedes Skript daraufhin untersucht, ob die Angriffe jemanden als Verdächtigen ausschließen, denn der halbe Spaß dieser Serie ist natürlich, bis zum Ende der Staffel mitzurätseln, wer der Killer nun wirklich ist.

Die Mischung aus Humor und Horror funktioniert, das eine bedingt das andere. „Scream Queens“ ist witzig, wenn es das sein soll, und spannend, wenn es das sein muss.