Bislang lief die herrlich alberne Serie „Robot Chicken“ nur im Pay-TV, ab dem 6. Januar gibt es den Puppenspaß auch im Free-TV. Viva hat sich die Serie gekrallt und beginnt mit der Ausstrahlung der bisherigen 125 Episoden. Jede hat eine Laufzeit von etwa zehn bis elf Minuten. Die seit 2005 laufende Show hat keine durchgehende Handlung. Sie besteht vielmehr aus zahlreichen Sketchen und Vignetten, die die Popkultur in all ihren Auswüchsen auf die Schippe nimmt. Das Besondere daran: Die Serie ist in Stop-Motion mit Actionfiguren produziert worden.

Robot Chicken - Intro

Der Ursprung von „Robot Chicken“ ist äußerst kurios. Die Serie basiert auf dem „Twisted ToyFare Theater“, einem Fotocomic, der in dem Actionfigurenmagazin „ToyFare“ erschienen ist. Davon gab es Anfang der 2000er-Jahre auch mal vier Ausgaben auf dem deutschen Markt, es konnte sich aber nicht durchsetzen. Das „Twisted ToyFare Theater“ war jedoch immer eines der Highlights, da hier absolut abstruse Geschichten mit Superhelden erzählt wurden, bei denen man gar nicht anders konnte, als lauthals loszulachen.

Die Produzenten Matthew Senreich, Douglas Goldstein und Tom Root haben diese Fotocomics für das Magazin entwickelt. Zusammen mit dem Schauspieler Seth Green entwickelten sie dann auch die Fernsehserie. Die Urversion der Serie entstand schon 2001 für die Sony-Webseite Screenblast.com, erst 2005 wurde die Serie dann jedoch für das Cartoon Network weiterentwickelt. Seitdem läuft alles rund.

Robot Chicken - Endlich im deutschen Free-TV: Was passiert, wenn das Huhn über die Straße geht?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 2/51/5
Robot Chicken.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Durch den Kakao gezogen

„Robot Chicken“ stürzt sich respektlos auf alles, was cool oder angesagt ist. Ob Filme wie „Harry Potter“ oder Stars und Sternchen, hier bekommt jeder sein Fett weg. In Sachen „Harry Potter“ wird zum Beispiel gezeigt, wie die Lehrstunden wirklich ablaufen würden. All die grausamen Unfälle, die bei schiefgegangenen Zaubersprüchen geschehen, enthalten uns die Filme ja vor, „Robot Chicken“ geht jedoch dorthin, wo es wehtut – für Harry und Co. Oder man zeigt, wie es kommt, dass der Killer Jason Voorhees immer so schnell zu seinen Opfern aufschließen kann, obwohl diese wie irre laufen und er langsam vor sich hinschlurft.

Die Show stürzt sich jedoch nicht nur auf neue und angesagte Themen, sondern auch auf alte Fernsehserien, wobei der Wahnsinn immer dann Methode hat, wenn phantastische Figuren in einen mehr oder minder realistischen Kontext gesetzt werden.

So benötigte Stretch Armstrong, eine dehnbare Actionfigur, eine Siruptransplantation, da er zu sehr alterte. Oder Optimus Prime ließ sich die Prostata untersuchen. Und Godzilla hat Probleme im gemeinsamen Ehebett.

Robot Chicken - Endlich im deutschen Free-TV: Was passiert, wenn das Huhn über die Straße geht?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 2/51/5
In Robot Chicken wird alles via Stop-Motion-Technik umgesetzt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Natürlich dürfen Parodien auf „Star Wars“ auch nicht fehlen. So wurde 2007 sogar eine 30-minütige Episode produziert, bei der im Original auch Mark Hamill, George Lucas, Billy Dee Williams und Ahmed Best mitsprechen.

Parodiert werden auch die Clip-Shows, die aus Privatvideos bestehen, mit denen Menschen ihre Unfälle dokumentiert haben. Nur dass sie hier noch deutlich drastischer ablaufen. Selbst den eigenen Sender und die eigene Show sind vor den Machern nicht sicher.

In mehreren Staffeln tauchte eine Figur auf, die Produzent Mike Lazzo darstellt. Am Ende der letzten Folge der Season erklärte dieser dann: „Robot Chicken ist eingestellt!“
Bislang war es aber nicht so, tatsächlich lief in den USA schon die sechste Staffel und ein Special zu Weihnachten ist auch bereitet. Das „Born Again Virgin Christmas Special“ nimmt wieder „Star Wars“ aufs Korn. Hier träumt ein Nerd davon, wie Boba Fett jede Menge Ewoks um die Ecke bringt. Palpatine geht zum Friseur und Leia macht sich über Luke lustig, weil er Ben Kenobi vermisst.

Robot Chicken - Endlich im deutschen Free-TV: Was passiert, wenn das Huhn über die Straße geht?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 2/51/5
Idee und Produktion der Serie stammen von Seth Green und Matthew Senreich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Was ist ein „Robot Chicken“?

In der Eröffnungssequenz sieht man, wie ein verrückter Wissenschaftler ein auf der Straße überfahrenes Huhn in sein Labor mitnimmt und dort zum Cyborg umwandelt. Das Huhn dreht sich schließlich zur Kamera, man sieht sein Laserauge und der Serientitel erscheint, unterlegt von einem „It’s alive“-Schrei, wie es ihn auch bei „Frankenstein“ gibt. Der Wissenschaftler schnallt das Robot Chicken in einen Stuhl, nutzt eine Vorrichtung à la „Uhrwerk Orange“, um seine Augen offenzuhalten, und zwingt es, sich eine ganze Reihe von Programmen auf verschiedenen Monitoren anzusehen. Dann beginnt die Serie.

Actionfiguren erleben abstruse Abenteuer querbeet durch die gesamte Historie der Popkultur. Sehr witzig, oft geschmacklos, einfach cool.Fazit lesen

Erst in der 100. Folge taucht das Robot Chicken auch innerhalb der Handlung auf. Es kann dem Wissenschaftler entkommen und tötet diesen schließlich, als er eine Henne entführt, die sich als Freundin des Robot Chicken herausstellt. Mit der sechsten Staffel ist die Eröffnungssequenz dann anders, denn das Robot Chicken hat die Rollen mit dem Wissenschaftler getauscht. Er ist nun der Cyborg, der gezwungen wird, die Show zu sehen.