Es gibt Serien, die haben eine kuriose Lebensspanne. Selten kommt es vor, dass eine Show in der ersten Staffel zu den großen Erfolgen der Saison gehört, nur um in der zweiten Staffel so abzuhalftern, dass der Sender rigoros den Stecker zieht. „Revolution“ ist so eine Serie. Zwei Staffeln – und dann weg vom Fenster.

Wohl auch deswegen hat sich keiner besonders beeilt, die Serie im deutschen Fernsehen zu präsentieren. Selbst jetzt reicht es nur für RTL Nitro, wo „Revolution“ am 27. November startet und um 22.15 Uhr gezeigt wird.

Zur Story

Vor 15 Jahren gab es ein weltweit eintretendes Ereignis, das dazu geführt hat, dass keinerlei Technik mehr funktioniert. Die Menschen leben wieder wie in der vorindustriellen Zeit, in kleinen Gemeinden und nah an der Natur. Klingt wie der Traum eines jeden Ökos, ist aber eigentlich ein Albtraum, denn die USA sind zersplittert. Verschiedene Männer beanspruchen die Regentschaft über das Land für sich und Milizen sorgen für Angst und Schrecken.

Revolution - Kein Strom? Kein Problem! Willkommen in der neuen Steinzeit!

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Mehr als zwei Staffeln waren einfach nicht drin.
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Als der Vater einer jungen Frau ermordet wird, sucht sie nach ihrem Onkel, von dem sie sich Antworten über die Vergangenheit erhofft. Denn ihr Vater wusste mehr über den Blackout, als er zuzugeben bereit war.

Wieder eine Verschwörung

Dass die Serie vor allem bei jungen Zuschauern so gut angenommen wurde, lag wohl auch daran, dass „Revolution“ ein bisschen „Hunger Games“-Stimmung hat. Zudem sieht Hauptdarstellerin Tracy Spiridakos als Charlie Matheson durchaus Katniss nicht unähnlich.

Natürlich operiert die Serie mit einem starken Verschwörungselement, denn es gibt noch vereinzelt Menschen, die im Geheimen Technologie benutzen. Im Grunde erinnert die Serie in dieser Beziehung an „Jericho“, wo es letzten Endes auch um den zweiten amerikanischen Bürgerkrieg geht. Eben der stand auch bei „Revolution“ an, gibt es doch einige Warlords, die sich die untergegangene Zivilisation untereinander aufgeteilt haben. Und: man muss schließlich auch dem Titel gerecht werden.

Revolution - Kein Strom? Kein Problem! Willkommen in der neuen Steinzeit!

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Die Idee an sich weiß zu gefallen. Die Umsetzung eher nicht.
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Holpriger Anfang

Die Serie, die von Eric Kripke („Supernatural“) ersonnen wurde, lässt sich in der ersten Staffel allerhand Zeit, die große Geschichte voranzutreiben. Wohl auch deswegen sind zum Mittelteil hin Zuschauer abgesprungen. Da konnte selbst Erfolgsproduzent J.J. Abrams nichts ändern, auch wenn dessen Nimbus in letzter Zeit auch etwas angekratzt ist (Stichwort: „Almost Human“).

Nach extrem guten Quoten musste die Serie im Mittelfeld Einbußen hinnehmen, berappelte sich dann jedoch wieder, wenngleich die Höchstwerte nicht mehr erreicht wurden. Für eine Verlängerung in die zweite Staffel reichte das aber noch durchaus.

Bekannte und Unbekannte

Ein paar bekannte Gesichter gibt es in der Serie auch, so „Twilight“-Daddy Billy Burke, der den Onkel spielt, während „Lost“-Veteranin Elizabeth Mitchell in den regelmäßigen Rückblicken die verstorbene Mutter von Charlie darstellt. Ja, auch diese Serie nutzt den Kunstgriff, sowohl in der Gegenwart als auch der Vergangenheit die Geschichte voranzutreiben. So werden peu a peu weitere Einzelheiten zum Blackout enthüllt. Das wiederum ist nicht immer ideal, da gerade die rückwärtsgerichtete Erzählweise auch eigene Fallstricke mit sich bringt und bisweilen zu langweilen beginnt.

Durchwachsene Sci-Fi-Serie mit interessantem Konzept, aber holpriger Umsetzung.Fazit lesen

In der zweiten Staffel ist auch Stephen Collins dabei, einst mit „Eine himmlische Familie“ bekannt geworden, nun vor allem berüchtigt, seit seine baldige Ex-Frau Faye Grant bekannt gemacht hat, dass er sich vor minderjährigen Mädchen entblößt hat (und sich wohl auch anfassen ließ). Das Gutmensch-Image, das ihm durch seine Serie anhängt, spielt er auch in „Revolution“ aus.

Die übrige Besetzung ist eher unbekannt, so wie Tracy Spiridakos, die Serienfans vielleicht noch am Ehesten durch vier Folgen „Being Human“ kennen, in denen sie als Brynn McLean zu sehen war.