Die Idee für „Revenge“ kam Schöpfer Mike Kelley durch Alexandre Dumas' "Der Graf von Monte Christo". Im Grunde modernisiert er mit seiner neuen Serie den Klassiker: Die reiche Emily Thorne kommt in die Hamptons und erwirbt ein Strandhaus, das direkt neben dem der Graysons liegt. Was niemand weiß, ist, dass Emily mit wahrem Namen eigentlich Amanda Clarke heißt.

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Während man im österreichischen Fernsehen schon seit einer Weile „Revenge“ sehen kann, debütiert die Show erst am 19. Juni auf Vox. Dann wird auch im deutschen Fernsehen endlich Rache kalt serviert.

Mehr als 15 Jahre zuvor wurde Emilys Vater das Opfer eines Komplotts und wegen Beihilfe bei einem Terroranschlag angeklagt und verurteilt. Emily selbst kam als Achtjährige in eine psychiatrische Anstalt. Nun, all die Jahre später, ist sie nach Hause zurückgekehrt, um sich an Victoria Grayson und all jenen, die ihres und das Leben ihres Vaters zerstört haben, zu rächen.

Rache ist etwas, das jeder Mensch verstehen kann. Als zivilisierter Mensch weiß man natürlich, dass Rache eines der niedersten Motive ist, dass Vergeben doch so viel göttlicher ist. Aber letzten Endes sind wir nur an der Oberfläche zivilisiert. Urinstinkte übernehmen und zum Schluss steht nur die Frage, wie groß das Unrecht war, das einem zugefügt wurde - und wie man darauf angemessen reagiert.

Revenge - Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert

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Mehr Schein als Sein: In Revenge ist kaum etwas so, wie es zu Beginn noch den Anschein hat.
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Emily Thorne hat sich dafür entschieden, jene zu vernichten, die ihren Vater vernichteten. Sie ist eine moralisch ambivalente Figur, denn wie sich im Verlauf der ersten Episoden zeigt, ist sie durchaus gewillt, Kollateralschaden in Kauf zu nehmen. Wie im Fall des Senators leiden nicht nur die Schuldigen, sondern auch die Unschuldigen.

Ist Rache gerecht?

REVENGE versteht es sehr gut, diesen Konflikt an die Oberfläche zu bringen. In jedem Moment gelingt es der Show, die Sympathie des Zuschauers auf Emily zu richten. Wenn sie wieder jemandes Leben zerstört hat, freut man sich diebisch - obschon man weiß, dass man als aufgeklärter Mensch eigentlich anders empfinden sollte. Aber das Konzept von Gut/Böse und Richtig/Falsch wird hier so mitreißend umgesetzt, dass man gar nicht anders kann, als sich daran zu erfreuen, dass den Bösen eine gerechte Strafe widerfährt.

Die Serie lebt auch von der starken Besetzung: Emily VanCamp („Everwood“) als Emily und Madeleine Stowe (die schon mal in einem Film namens „Revenge“ dabei war) als Victoria agieren vielschichtig.

Bei ersterer spürt man keinen Zweifel, dass ihr Wunsch nach Rache längst zur Obsession geworden ist, die ihr auch verbietet, sich zu erlauben, irgendjemandem nah zu kommen, während letztere immer wieder neue Facetten offenbart.

Stowe ist faszinierend und man ist versucht zu glauben, dass sie besser ist, als es scheint, doch dann werden immer wieder neue Dinge enthüllt, die unser Verständnis dieser Frau stärken, aber auch unsere Abscheu erhöhen.

Revenge - Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert

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Neben Intrigen werden auch regelmäßig Zärtlichkeiten ausgetauscht. Leider nicht immer so ansehnlich wie auf diesem Bild.
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Interessant ist das Mysterium, das in der ersten Staffel aufgebaut wird. Denn schon in den ersten Minuten sieht der Zuschauer, wie jemand getötet wird - jemand, der Victoria nahe steht. Danach springt die Handlung fünf Monate in die Vergangenheit und beginnt zu erzählen, wie es zu diesem Moment kam. Nun kann man spekulieren, ob der Getötete wirklich der ist, der er zu sein scheint, aber eines ist ganz klar: Dieser Kunstgriff, einen kleinen Einblick in die Zukunft zu geben, erhöht die Spannung immens.

Wie eine 80er-Jahre-Soap. Sieht schön aus, ist schwer unterhaltsam, aber auch etwas kitschig. Dennoch: Ein großer Spaß.Fazit lesen

In 22 Folgen warten Kelley und sein Autorenstab mit allerhand Überraschungen auf. Die erste Staffel ist spannend und mitreißend zugleich; man kann kaum erwarten, die nächste Folge zu sehen.

Ein definitives Ende gibt es im Staffelfinale jedoch nicht. Hier zieht Kelley die Geschichte urplötzlich sehr viel weiter auf und gibt Emily ein neues Ziel im Leben, das – natürlich – immer noch von Rache beseelt ist.

Revenge - Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert

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Während die erste Staffel durchweg von hoher Qualität ist, zeigt die zweite bereits erste Abnutzungserscheinungen.
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Ein gutes Ensemble

In weiteren Rollen agieren Gabriel Mann („Die Bourne Verschwörung) als Emilys Freund und Helfer Nolan Ross, Henry Czerny („Die Tudors“) als verschlagener Conrad Grayson, Ashley Madekwe („Geständnisse einer Edelhure“) als intrigante Ashley, Nick Wechsler („Roswell“) als Amandas Jugendfreund Jack und Connor Paolo („Gossip Girl“) als sein Bruder Declan. Joshua Bowman als Victorias Sohn Daniel und Christa B. Allen als ihre Tochter Charlotte sind noch weitestgehend unbekannt, schlagen sich aber ganz gut.

Primetime-Soap

„Revenge“ ist wie eine Primetime-Soap der 80er Jahre. Die Logik feiert mitunter Feste und Überraschungen und Entwicklungen geschehen, bei denen man sich nur an den Kopf fassen kann. Aber: Das Ganze ist mächtig unterhaltsam. Es macht Spaß, Emily bei ihrem Rachefeldzug zuzusehen. So schön intrigiert wie hier wurde im Fernsehen schon jahrelang nicht mehr!