In der Theorie klingt „Reign“ durchaus interessant. Es ist die Geschichte der 15-jährigen Mary, die als Königin von Schottland in Frankreich aufwuchs und dann an den französischen Hof gelangt, wo nicht nur Intrigen noch und nöcher existieren, sondern auch die erste große Liebe wartet. In der Praxis? Da sieht es anders aus, doch dazu gleich mehr.

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Es ist das Jahr 1557: Mary Stuart, die bislang in der französischen Provinz gelebt hat, kommt an den französischen Hof, da eine Heirat mit dem Thronfolger ansteht. Aber man trachtet ihr auch nach dem Leben, ganz zu schweigen von all den Intrigen, die sich hierauftun, zumal nicht nur Thronfolger Francis, sondern auch dessen Bruder Sebastian ein Auge auf die schöne Mary geworfen hat. Die hat als einzige Vertraute ihre Mägde. Und die Moral von der Geschichte? Teenie-Mädchen waren im 16. Jahrhundert auch nicht anders als heute.

Reign - Wo die Historie verstümmelt wird, bleibt nur ein Märchen zurück

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Teenieprobleme 1557.
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Nein, „Die Tudors“ ist diese Serie nicht. Sie ist im Grunde üblicher Teenie-Herzschmerz vor historischer Kulisse. Angesichts des US-Senders ist das so überraschend aber nicht. Die Serie wurde für den Sender The CW produziert. Das ist das Network, auf dem auch „The Vampire Diaries“, „The Secret Circle“ und andere auf Teenies zugeschnittene Formate beheimatet sind oder waren. In dieselbe Kerbe schlägt nun auch „Reign“, das auf einem der Pay-TV-Sender zu einem aufregenden Neustart mit vielschichtiger Handlung hätte werden können.

In der jetzigen Form ist es aber eher eine märchenhafte Geschichte, die das Adelsleben romantisiert wiedergibt und sich für eine akkurate Darstellung der Zeit und der Personen nicht interessiert.

Ein fescher Nostradamus

Das sieht man schon an Nostradamus, der am Hof seine Weissagungen macht, den Damen aber eher durch sein hübsches Äußeres imponiert. Hier ist Michel de Notre Dame allen Ernstes ein Typ, der nach Herrenmodel aussieht. Gespielt wird er übrigens von Rossif Sutherland, einem Spross von Donald Sutherland.

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Die weibliche Hauptrolle übernahm Adelaide Kane, die man vor allem als Cora aus „Teen Wolf“ kennt. Ihr zur Seite stehen verschiedene Damen, am bekanntesten ist dabei vermutlich Anna Popplewell, die in den „Narnia“-Filmen Susan gespielt hat.

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Adelaine Kane als Mary Stewart.
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Man sieht schon, es ist das Leben der Schönen und Reichen, das hier im Mittelpunkt steht, auf alt getrimmt, aber nicht so alt, dass man junge Zuschauer verprellen würde. Denn „Reign“ versucht auf geradezu rabiate Art und Weise modern zu wirken. Womit wir zur Musik kommen.

Moderne Musik

Das Geschehen ist oft mit Popsongs unterlegt. Das wirkt anachronistisch, soll aber auch dafür sorgen, dass das junge Publikum nur ja nicht glaubt, es hätte es hier mit einer verstaubten Altertumsserie zu tun. Damit einher geht eine moderne Choreographie, wenn am Hofe getanzt wird. Das alles erinnert in seiner zumindest in dieser Hinsicht frechen Art an „A Knight’s Tale“ mit Heath Ledger, der auch moderne Musik nutzte, um als Kontrast zu dienen.

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Historisch korrekt sieht leider anders aus.
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Zudem gilt hier immerhin: Gefilmt ist die Serie ganz hübsch, da man in Irland gedreht hat und sich die lokale Schönheit auch zu Nutze zu machen weiß.

Überlebt

Die Quoten waren in den USA nicht überragend, aber gerade noch gut genug, dass sich der Sender zur Bestellung einer zweiten Staffel entschloss. Die läuft diesen Spätsommer in den USA an und wird dann wohl auch darüber entscheidend sein, ob es langfristig weitergeht oder das romantische Intrigieren am Hof dann doch noch ein relativ schnelles Ende findet. Abzuwarten bleibt, wie sich die Serie im Programm von Sixx schlagen wird.