„Powers“ ist die Art Projekt, das einfach nicht sterben wollte. Sony optionierte den Comic von Brian Michael Bendis und Michael Avon Oeming bereit im Jahr 2001. Danach dauerte es ein Jahrzehnt, bis für den Sender FX eine Pilotfolge einer möglichen Serie realisiert wurde. Das Ergebnis missfiel dem Sender, aber aufgeben wollte er den Stoff auch nicht, so dass Reshoots für die Pilotfolge angesetzt wurden. Danach entschied man sich gegen die Show.

Aber nun ist „Powers“ da, mit neuer Besetzung und als erste Serie, die für das Sony PlayStation Network produziert wurde.

Mit dem Comic hat das Ganze im Grunde nur die Prämisse gemein, was Bendis und Charlie Huston hier produziert haben, ist eine Variation dessen, was die Vorlage auszeichnet.

Powers - Wie verhaftet man Superschurken?

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Polizisten jagen Superschurken.
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Christian Walker (Sharlto Copley) ist ein Polizist, der für die Powers Division arbeitet. Dort kümmert man sich um Kriminalfälle, in denen so genannte Powers, Menschen mit Superkräften, involviert sind. Auch Walker war früher ein solcher Mensch. Er war der Superheld Diamond, der jedoch seine Kräfte im Kampf mit Big Bad Wolfe (Eddie Izzard) verlor.

Nun ist sein Partner gestorben, mit Deena PIlgrim (Susan Heyward) erhält er eine neue und der erste Fall hat es gleich in sich: Der Superheld Olympia wurde ermordet. Einzige Zeugin: Calista (Olesya Rulin), eine junge Frau, die überzeugt ist, dass sie auch irgendwann Powers haben wird. Im Moment ist sie aber nur ein Wannabe, ein Möchtegern.

Zehn Folgen bis zum Anfang des Comics

Die letzte Folge der aus zehn Episoden bestehenden ersten Staffel zeigt im Endeffekt das, womit der erste Comic der „Powers“-Serie damals begonnen hat. Alles andere ist Vorgeplänkel, könnte man sagen. Oder anders ausgedrückt: Die Fernsehserie geht ihren ganz eigenen Weg, auch und gerade bei der Charakterisierung.

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Die Serie geht ihren ganz eigenen Weg.
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Lediglich Deena ist so wie in den Comics, auch wenn sich die Ethnie verändert hat. Christian wiederum hadert mit dem Verlust seiner Kräfte, was seinem Comic-Alter-Ego nicht so schwer fällt. Calista wiederum ist im Comic, als man sie kennen lernt, noch ein Kind. Erst sehr viel später kommt sie an den Punkt, an dem man sie im Finale der Fernsehserie sieht.

Man kann darüber streiten, ob es gut war, sich so dermaßen weit von der Vorlage zu entfernen. Was gänzlich fehlt, ist das Trademark von Brian Michael Bendis: Schnelle, kurze, pointierte Dialoge. Was im Comic stakkatoartig vonstattengeht, ist in der Fernsehserie nur ganz gewöhnlicher Dialog.

Problematisch ist auch, dass zwischen den Darstellern keine rechte Chemie aufkommen mag. Das gilt durch die Bank. Keiner von ihnen ist schlecht, aber im Zusammenspiel fehlt das gewisse Etwas.

Mal eine Abwechslung im Superhelden-Genre, aber in der ersten Staffel noch etwas holprig.Fazit lesen

Die Besetzung ist okay

Sharlto Copley („District 9“) ist in der Hauptrolle in Ordnung, er braucht die Figur aber auch so, wie sie ist: hadernd. So wie im Comic – ein strammer Held –, das hätte man ihm nicht abgenommen. Eddie Izzard als Schurke spielt mit Verve, Noah Taylor als Johnny Royalle, ehemaliger Freund und heutiger Feind von Christian Walker, ist auch in Ordnung. Generell gilt jedoch, dass man immer ein wenig das Gefühl hat, als würde sich jeder von ihnen fehl am Platz fühlen.

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Die Schauspieler sind okay. Die Geschichte ebenfalls. Mehr aber auch nicht.
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Dazu kommt, dass die Serie stockend erzählt ist. In den Comics werden Kriminalfälle gelöst, das ist hier kaum der Fall. Stattdessen setzt man auf ein starkes Soap-Opera-Element. Aber es gibt auch Dinge, die funktionieren: Das Erschaffen dieser Welt, in der die Powers alles verändert haben, funktioniert. Sie ist ungewöhnlich, sowohl in Attitüde von Menschen und Powers, als auch in ihrem Design. Das ist der interessanteste Aspekt der Serie und das, weswegen man am Ehesten wieder einschalten wird.

Denn die Effekte sind wiederum oftmals nicht gar so toll. In der Pilotfolge kann man sehen, wie sich über der Stadt zwei Superwesen bekämpfen. Das sieht aus wie bei einem schlechten Computerspiel.