Peter OsteriedSo ergeht es John Reese, der mitunter Erinnerungen an den Punisher wachruft. Er ist ein Mann, der die Bösen nicht zwangsläufig bestrafen will, der aber – wie er so schön sagt – trotz keiner besonderen Vorliebe dafür eine enorme Begabung für das Töten hat. Und diese Begabung setzt er ein, um Menschenleben zu retten.
Jim Caviezel spielte zuvor u.a. in "Die Passion Christi".Sein „Chef“ wird von Michael Emerson gespielt, dem vielschichtige Darstellungen auch nicht fremd sind. Als ambivalenter Schurke in „Lost“ war er eines der Highlights dieser Serie. Und auch in „Person of Interest“ überzeugt er auf ganzer Linie.
Die beiden Polizisten sind weniger namhaft besetzt. Kevin Chapman kennt man vielleicht noch als Chappy aus „Der blutige Pfad Gottes“ und Taraji P. Henson war nicht nur die Mutter des neuen „Karate Kid“, sondern war auch in einer „Boston Legal“-Staffel dabei.
Da es langweilig wäre, wenn in jeder Folge einfach nur ein neues Opfer vor seinem Schicksal bewahrt werden würde, hat sich Nolan zusammen mit seinem Autorenstab noch einen roten Faden ausgedacht. So ist ein wichtiger Subplot der ersten Staffel korrupten Polizisten vorbehalten, die mit „HR“ eine eigene Organisation gegründet haben und mit der Mafia zusammenarbeiten. Denn das Ziel ist, wieder klassische Zustände zu schaffen, mit der Polizei und dem Mob, die beide am selben Strang ziehen.
Verantwortlich für "Person of Interest" zeichnen Christopher Nolans Bruder Jonathan, sowie "Lost"- und "Fringe"-Schöpfer J.J. Abrams.Die Grundidee klingt natürlich wie Science-Fiction und erinnert ein wenig an „Minority Report“. „Person of Interest“ ist jedoch keine SF-Geschichte, sondern nutzt die zugegebenermaßen übertrieben erscheinende Macht der Maschine nur als Katalysator für die Geschichten. Zugleich wird aber auch eine zweite Ebene eröffnet, denn mit der alles und jeden beobachtenden Maschine hat man effektiv Big Brother erschaffen, wie ihn sich George Orwell schlimmer nicht ausmalen konnte.
Es ist nur eine Vermutung, aber im Lauf der Jahre wäre es durchaus denkbar, dass „Person of Interest“ sich stärker auf diesen Aspekt konzentriert, denn in einer total überwachten Welt ist nicht Sicherheit, sondern der Verlust aller Freiheit die Folge.
Produzent: Jonathan Nolan
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