Für John Logan ist „Penny Dreadful“ so etwas wie ein Passionsprojekt, nicht nur, weil er ein Faible für die klassischen Schauergestalten des 19. Jahrhunderts hat, sondern auch Shakespeare liebt. Eine Liebe, die er der von Eva Green gespielten Vanessa Ives auf den Leib geschrieben hat, wie man in einer sehr schönen Szene in der ersten Folge sehen kann.

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„Penny Dreadful“, so nannte man im 19. Jahrhundert in Großbritannien billige Heftchen, die zumeist Fortsetzungsromane boten und sich mit Horror-, Grusel- und Mördergeschichten befassten. Das deutsche Pendant wäre der Groschenroman, aber das hat natürlich weniger Klang als „Penny Dreadful“.

Entwickelt hat diese Serie John Logan, der im Kino für einige der erfolgreichsten Filme überhaupt verantwortlich ist, darunter „Gladiator“ und „Skyfall“. Er produziert die Serie auch zusammen mit dem „Skyfall“-Regisseur Sam Mendes.

Penny Dreadful - Blut, Sex, Tod und ganz großes Kino

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"Penny Dreadful" ist DIE Serienüberraschung des Jahres.
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Ursprünglich hatte man die Serie verschiedenen amerikanischen und britischen Sendern angeboten, aber kaum einer zeigte Interesse. Nur Showtime erkannte das Potenzial der Serie und war gewillt, in die Produktion von acht Episoden zu investieren. Das hat sich gelohnt, hat sich „Penny Dreadful“ doch vom Fleck weg als einer der großen neuen Serienerfolge des Senders erwiesen.

Liga außergewöhnlicher Gentlemen

Das Konzept erinnert an Alan Moores Comic „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“, der auch verfilmt worden ist. Im viktorianischen London müssen sich verschiedene Helden moderner Literatur zusammentun, um gegen das Böse zu kämpfen.

Im Mittelpunkt steht Sir Malcolm Murray, dargestellt von Timothy Dalton („Lizenz zum Töten“), der ein Abenteurer ist und den Großteil seines Lebens in Afrika verbracht hat, nun jedoch alles daran setzt, seine Tochter Mina zu retten, die zum Vampir geworden ist. Hilfe erhält er dabei von Vanessa Ives, die mehr ist, als sie zu sein scheint, vor allem aber angetrieben wird, weil sie Mina gegenüber eine immense Schuld abtragen muss.

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Viele bekannte Figuren der Horrorliteratur haben in dieser Serie ihren großen Auftritt.
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Unterstützung erhalten die Beiden von dem Amerikaner Ethan Chandler, der von Josh Hartnett („30 Days of Night“) gespielt wird. Er ist ein Cowboy, der die USA überstürzt verlassen musste, sich nun in Westernshows herumschlägt und bereit ist, sein Geld auch im Kampf gegen das Übernatürliche zu gewinnen.

Im Dunstkreis der Drei agieren weitere Figuren der Schauerromantik: Dorian Gray ist ein Dandy, der ein Geheimnis mit sich herumträgt, Victor Frankenstein ein Mann, der Leben aus dem Tod erschaffen will, Erfolg hat, aber von diesem verfolgt wird. John Logan spielt mit den Erwartungen des Publikums, das die Geschichten dieser Figuren nur zu gut kennt. Er variiert und transformiert, was man kennt, was unter anderen zu extrem überraschenden Cliffhangern führen kann, so besonders bei der zweiten Episode, die sich mit Frankenstein und seiner Schöpfung befasst.

Die Klassiker werden neu erfunden. Nichts ist, wie man es kennt. Überraschungen sind hier die Regel, nicht die Ausnahme.Fazit lesen

Sir Malcolm ist ganz klar von Allan Quatermain inspiriert, Ethan Chandler wiederum von Quincey Morris, dem Cowboy aus „Dracula“. Jonathan Harker findet Erwähnung, Dr. Van Helsing taucht auf, aber ob er für die Handlung wirklich wichtig wird?

Das ist unklar, denn in der ersten Staffel werden längst nicht alle Geheimnisse gelüftet. Logan hat schon erklärt, dass er die Serie am liebsten über zehn Staffeln erzählen würde. Dementsprechend hätte er noch viel Zeit, die bekannten Klassiker nach und nach ganz neu zu erfinden.

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Die Serie ist sehr düster und ernst gehalten.
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Wie man schon in der ersten Folge erfährt, sind es alte ägyptische Gottheiten, die danach trachten, wiedergeboren zu werden. Sie dürfen einander nie begegnen, tun sie es doch, leitet dies das Ende der Welt, wie wir sie kennen, ein. Ob das in Zusammenhang mit Dracula steht, ist noch unklar, der Meister wird häufig erwähnt, er scheint es zu sein, der Mina verwandelt hat, aber Logan könnte hier noch einige Überraschungen parat haben.

Ein Herzensprojekt

Logan ist ein großer Fan der literarischen Vorlagen und ließ es sich darum nicht nehmen, auch alle acht Drehbücher für die Folgen der ersten Staffel selbst zu schreiben. Sam Mendes sollte auch ein paar inszenieren, terminliche Schwierigkeiten verhinderten dies jedoch.

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Die Karten liegen gut für eine zweite Staffel.
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Zuerst plante man, in England zu drehen, entschied sich dann jedoch für Dublin, da die Steuervergünstigungen für Fernsehserien dort noch besser waren. Die Serie setzt auf einen realistischen Look, der an Formate wie „Ripper Street“ erinnert, aber eben das Übernatürliche mit einwebt.

Bei der Besetzung hat man sich nicht lumpen lassen. Hier agieren Eva Green („Königreich der Himmel“), der ehemalige James Bond Timothy Dalton, Billie Piper („Doctor Who“), Josh Hartnett („Lucky Number Slevin“) und der Theaterstar Rory Kinnear, der als Bill Tanner in den letzten beiden James-Bond-Filmen mit dabei war und hier als Frankensteins Kreatur brilliert.