Ist schon irgendwie mies, wenn man aufgrund eines Unfalls seine Schreibhand verlieren würde. Auch der japanische Oberschüler Shinichi muss sich von heute auf morgen von seinem rechten Arm verabschieden. Allerdings können die Umstände dafür nicht seltsamer sein: Eine kleine, außerirdische Lebensform hat sich eines Nachts plötzlich in seinem Körper eingenistet und komplett Besitz vom besagten Körperteil ergriffen.

Verständlicherweise groß ist der Schreck, als der Gute feststellt, dass seine eigene Hand zu einem eigenständigen Lebewesen mit Mund und Augen mutiert ist und anfängt sich mit ihm zu unterhalten. Noch dazu scheint es sich bei dem Parasiten im Körper um ein hochintelligentes Geschöpf zu handeln, da es sich binnen weniger Stunden, dank der gelesenen Bücher in Shinichis Zimmer, immenses Wissen und daher auch die menschliche Sprache angeeignet hat.

Parasyte: The Maxim - The Thing lässt grüßen: Wenn ein Außerirdischer Besitz von der eigenen Hand ergreift

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 21/251/25
Lieber arm dran als Arm ab? Shinichi kann immer dann nicht seinen rechten Arm kontrollieren, wenn der Parasit Migi wach ist.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Schnell wird auch klar wie viel Glück Shinichi trotz des Dilemmas eigentlich hatte: Eigentlich wollte der Parasit nämlich bis zum Gehirn seines Wirts vordringen um den kompletten Körper zu übernehmen. Da dieses Ziel aber innerhalb weniger Sekunden nach dem Eindringen erreicht werden muss und Shinichi zu jenem Zeitpunkt in seiner Verzweiflung richtigen Wiederstand geleistet hat, scheitert das Vorhaben des Außerirdischen, sodass er im Arm des Jungen verbleiben muss. Doch mit solchen Glück-im-Unglück-Situationen fangen die wahren Konflikte bekanntlich erst an.

Talk to the hand, your alien friend

Wenn es einen Preis für "Das ungewöhnlichste und zugleich coolste Protagonistenduo in einem Anime" geben würde, hätte "Parasyte - The Maxim" sicherlich den ersten Platz belegt. Denn wann erlebt man schon eine unterhaltsame Interaktion zwischen einem Teenager und seiner vom Außerirdischen kontrollierten Hand? Das beide mehr oder weniger ungewollt in solch eine Lage geraten sind, sorgt jedenfalls des öfteren für viele amüsante Alltagssituationen; Natürlich kommt sehr zum Leidwesen Shinichis noch hinzu, dass er um jeden Preis versuchen muss, seine neue und alles andere als normale Bekanntschaft vor seinen Mitmenschen geheim zu halten.

Parasyte: The Maxim - The Thing lässt grüßen: Wenn ein Außerirdischer Besitz von der eigenen Hand ergreift

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Die Parasiten befinden sich unter den Menschen und sorgen für das eine oder andere Blutbad. Schon bald befindet sich die ganze Stadt in Aufruhr.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Obwohl die Kommunikation der beiden Protagonisten die meiste Zeit durchaus amüsant anzusehen ist, macht die Serie schon früh zu Beginn die eher vorwiegend ernste und düstere Grundstimmung deutlich. Denn eigentlich wird Shinichi in der gesamten Handlung durchgehend mit Gefahrensituationen konfrontiert.

Der Parasit, der sich fortan Migi nennt - da er den rechten Arm von Shinichi übernahm und der Name auf Japanisch "rechts" bedeutet - erzählt dem Oberschüler nämlich, dass er nicht der einzige seiner Art ist. Mit ihm sind zahlreiche andere Parasiten auf der Erde gelandet, die bei der Übernahme ihrer Wirte wesentlich erfolgreicher waren. Getarnt als normale Menschen begeben sie sich auf die Jagd nach anderen Lebewesen, die für jene Kreaturen die Hauptnahrungsquelle darstellen.

Ein erfrischend ungewöhnliches Hauptfigurenduo, eine konstant spannende Geschichte, blutige Hetzjagden und gefühlsvolle Momente.Fazit lesen

Spannender Thriller mit Ekel-Horror-Faktor

Es dauert nicht lange, bis Shinichi auf einen Wirt stößt und prompt von ihm attackiert wird. Da Migi auch sterben würde, wenn Shinichi ums Leben kommen sollte, ist er ständig gezwungen gegen seine angriffslustigen Artgenossen zu kämpfen. Mehr als einmal schafft es Shinichi zwar dank Migis Kampffertigkeiten einer tödlichen Gefahr zu entkommen, doch hat sein Anhängsel aus einer anderen Welt auch so manch ein Schwachpunkt, was den überforderten Jungen früher oder später dazu bringt, sich selbst zur Wehr setzen zu müssen.

Parasyte: The Maxim - The Thing lässt grüßen: Wenn ein Außerirdischer Besitz von der eigenen Hand ergreift

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 21/251/25
Der anfangs noch recht schwächelnde Shinichi entwickelt im Laufe der Serie einen eisernen Willen, um seine Mitmenschen zu beschützen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Trotz Migis Intelligenz und Kampfstärke lässt die Spannung zu keinem Moment während der ständigen Katz-und-Maus-Spiele mit den weitaus aggressiveren Parasitenkollegen nach. Besonders die eine oder andere Verwandlungsszene sorgt immer wieder für stimmige Horror-Gänsehautmomente. Teilweise fühlt man sich auch an die alte Verfilmung von "The Thing" erinnert, wenn sich die Parasiten zu erkennen geben und dabei die einzelnen Körperteile der menschlichen Wirte regelrecht aufgespalten oder deformiert werden. Das wirkt auf der einen Seite schon ziemlich eklig, auf der anderen Seite wiederum optisch eindrucksvoll und überzeugend animiert.

Eine zeitlose Vorlage und ihre überlegene Adaption

"Parasyte - the Maxim" schafft es in vielerlei Hinsicht unter anderem bezüglich der Charakterdarstellungen positiv zu überraschen. So kommt es zu einer interessanten Entwicklung Shinichis, nachdem er den tragischen Verlust eines geliebten Mitmenschen mit ansehen muss und dabei nicht nur eine innerliche, sondern auch äußerliche Wandlung durchmacht.

Er lernt zugleich neue Seiten der Parasiten kennen und schafft es einigen ihm nicht feindlich gesinnten Individuen gegenüber Sympathien zu entwickeln. Was den anfangs noch gefühlskalt wirkenden Migi betrifft, muss man den manchmal eklig wirkenden, aber doch relativ putzigen Parasiten am Ende - so seltsam es sich sicherlich liest - einfach ins Herz schließen.

Parasyte: The Maxim - The Thing lässt grüßen: Wenn ein Außerirdischer Besitz von der eigenen Hand ergreift

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Zeitgemäße Adaption: Während im Manga Shinichi das Wissen über Außerirdische sich noch über Sachbücher aneignet, führt er im Anime hingegen seine Recherchen im Internet durch.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neben der Hauptgeschichte rund um Shinichi wird zudem auf die Einzelschicksale einiger Nebencharaktere eingegangen, die mit Sympathie und Glaubwürdigkeit punkten, weswegen so manch ein tragischer Tod tatsächlich nahe geht - eine Stärke, auf die sich nicht jeder Genre-Anime berufen kann.

Was generell die nicht seltenen blutigen Szenen angeht, so ist ebenfalls anzuerkennen, das die Gewaltdarstellungen nie zum Selbstzweck verkommen und der Anime in dramaturgisch wichtigen Momenten weiß, wann er auf explizite Bilder verzichtet. Ungewöhnlich und doch erfrischend präsentiert sich darüber hinaus der Dubstep lastige Soundtrack, der zu keinem Moment zu aggressiv daherkommt und zu den Alltagsituationen und den hochdramatischen Actionszenen gleichermaßen passt.

Ebenso zeigt "Parasyte - the Maxime" durch die minimalen, sich nahezu aufs Visuelle beschränkten Änderungen, dass die mittlerweile mehr als 20 Jahre zurückliegende Geschichte des Originals "Kiseijuu" immer noch in der heutigen Zeit funktioniert. Neben der neuen Designs der Charaktere sind es vor allem kleine leicht variierende Details, die die moderne Interpretation des Originals authentisch und eigenständig genug erscheinen lassen.