Nein, im wunderbaren Land von Oz befindet man sich bei dieser Serie nicht. Stattdessen steckt man mittendrin in der Oswald State Correctional Facility, einem Hochsicherheitsgefängnis, das im US-Bundesstaat New York liegt. Es ist der Schauplatz dieser Serie, die über sechs Jahre hinweg produziert wurde und die nun mit immenser Verspätung auch ihr deutsches Debüt feiert. Ab dem 24. März ist sie nun auch im deutschen Fernsehen zu sehen, wenn auch nur im Pay-TV. Sky Atlantic hat sich dieser Serie angenommen, mit der HBO seinerzeit seinen Siegeszug antrat.

Haupthandlungsort der Serie ist die „Smaragdstadt“, benannt nach dem „Zauberer von Oz“, aber tatsächlich ein Teil des Gefängnisses, der für ein Experiment vorgesehen ist. Tim McManus setzt auf Rehabilitation anstatt Bestrafung. Zu diesem Zweck hat er diese Umgebung geschaffen, in der eine überschaubare Anzahl von Häftlingen unterschiedlichen ethnischen und sozialen Status aufeinander treffen. Spannungen, so hofft McManus, lassen sich dadurch abbauen.

Oz - Hölle hinter Gittern - Nach 17 Jahren endlich auch in Deutschland: damit fing Quality-TV an

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Die Serie wurde von 1997 bis 2003 produziert.
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Doch das ist ein gefährliches Unterfangen, sind die Gruppen doch miteinander verfeindet: Arische Bruderschaft, afroamerikanische Homeboys, Moslems, Iren, Biker und zahlreiche andere Interessensgruppen ringen in diesem Gefängnis miteinander. Jeder ist darauf erpicht, seine eigenen Ziele voranzutreiben, seien es der Drogenhandel oder der einfache Wunsch, den nächsten Tag zu erleben.

Zugleich befasst sich die Serie aber auch mit den Wärtern und bietet in Form der Figur Tobias Beecher den Blick eines Normalos auf diese Welt, da er eigentlich ein normaler Bürger ist, der jedoch wegen Trunkenheit am Steuers und eines damit verbundenen fatalen Fehlers in dieses Gefängnis gekommen ist.

Die Perspektive ändert sich ständig, je nachdem, welche Figur des immensen Ensembles in den Mittelpunkt gerückt wird. Den nötigen Kontext bietet der an den Rollstuhl gefesselte Erzähler Augustus Hill.

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Die Serie startet bei uns am 24. März 2014 beim Pay-TV-Sender Sky Atlantic HD
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So fing alles an

„Oz“ debütierte in den USA im Jahr 1997. Dies war die erste wöchentliche Serie, die HBO in Auftrag gab. Belohnt wurde der Sender mit exzellenten Kritiken und interessierten Abonnenten. „Oz“ war der Grundstein, auf dem der Erfolg von HBO aufbaute und der sich mit Serien wie „Die Sopranos“ oder „Game of Thrones“ fortsetzte.

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Das Ziel war, eine Serie zu erschaffen, die auf einem normalen Network so (fast) nicht laufen könnte. So realistisch wie hier wurde das Gefängnisleben niemals zuvor oder danach geschildert. Da man gleich eine ganze Staffel zur Verfügung hat, war es so auch möglich, verschiedene Blickwinkel auszuleuchten und dem Thema umfassend gerecht zu werden. Das ist der Vorteil einer Serie gegenüber einem Film, und Serienschöpfer Tom Fontana, der alle 56 Episoden geschrieben beziehungsweise mitgeschrieben hat, wusste, wie er diesen Vorteil effektiv ausnutzen konnte.

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"Oz" war die erste Quality-TV-Serie bei HBO.
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Fontana hatte zuvor für Networks schon Erfolgsserien produziert, darunter „Chefarzt Dr. Westphall“ und „Homicide“, die beide versuchten, die Grenzen dessen, was im normalen Fernsehen möglich war, auszuloten.

Für ein Network wäre „Oz“ so niemals möglich gewesen. Fontana ging in die Vollen und befasst sich in der Serie mit Drogenmissbrauch, aber auch mit solch Themen wie Vergewaltigung oder Homosexualität hinter Gittern. Dabei schreckt die Serie auch nicht davor zurück, Protagonisten nackt zu zeigen. „Oz“ soll sich in jeder Beziehung so realistisch wie möglich anfühlen.

Viele Stars

Da in einem Gefängnis natürlich zahlreiche Menschen einsitzen, gibt es in „Oz“ auch eine Vielzahl von Hauptfiguren und noch mehr Figuren, die immer wieder mal auftauchen. Nicht alle Darsteller waren damals schon Stars, man kennt sie aber mittlerweile. Als Erzähler Augustus Hill agiert hier Harold Perrineau, der später durch „Lost“ bekannt wurde, während Kirk Acevedo die Figur Miguel Alvarez darstellt. Acevedo war später in „Fringe“ mit dabei.

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"Oz" umfasst sechs Staffeln.
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Weiterhin gibt es mit Adewale Akinnuoye-Agbaje einen weiteren „Lost“-Star, der anfangs nur wiederkehrend in „Oz“ zu sehen ist, ab der dritten Staffel aber zum Hauptdarstellerstamm gehört.

Weiterhin sind Ernie Hudson („Ghostbusters“), J.K. Simmons („Spider-Man“), Dean Winters („Law & Order: New York“), Eamonn Walker („Chicago Fire“), Christopher Meloni (“Law & Order: New York”), Lance Reddick („Fringe”), Luke Perry („Beverly Hills 90210”) und Edward Herrman („Gilmore Girls”) mit dabei, um nur ein paar zu nennen.