Bei ProSieben verspricht man sich einiges von „Mom“. Immerhin ist dies die neue Serie von Chuck Lorre, der mit „Two and a Half Men“ und „The Big Bang Theory“ große Teile des ProSieben-Programms bestückt. Ab dem 2. September startet dann auch „Mom“, immer um 22.05 Uhr.

Mom - Offizieller TrailerEin weiteres Video

Bislang ist in den USA nur die erste Staffel gelaufen, die zweite befindet sich jedoch in Produktion. Für Lorre ist dies damit eine weitere Erfolgsserie, die im Grunde dem Muster vieler seiner anderen Serien folgt.

Im Mittelpunkt steht Christy (Anna Faris), eine junge, alleinerziehende Mutter, die seit sechs Monaten trocken ist. Sie arbeitet in einem Restaurant und versucht, für ihre Kinder, Tochter Violet (Sadie Calvano) und Sohn Roscoe (Blake Garrett Rosenthal) da zu sein, aber so einfach ist das eben nicht. Denn in den Jahren des Alkoholismus hat sie ihre Kinder vernachlässigt. Wohl auch deswegen befindet sich Violet auf demselben Pfad wie sie: Sie ist jung, sie ist verliebt, und sie ist schwanger.

Mom - Anna Faris war jung, versoffen, schwanger – und das hat sie jetzt davon!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 24/261/26
Was dürfen wir von Chuck Lorres neuester Serie erwarten?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Damit ergeht es Violet so wie ihrer Mutter und Großmutter. Christy hat ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter Bonnie (Allison Janney), weil diese drogensüchtig war, sich nur für Männer interessierte und sie vernachlässigt hat. Aber genauso hat Christy es mit ihren eigenen Kindern gemacht, was ihr längst klar geworden ist, weswegen sie versucht, das alles wiedergutzumachen.

Christy hat eine Affäre mit dem verheirateten Boss des Restaurants, in dem sie arbeitet, und mit Baxter (Matt Jones) einen Ex-Ehemann, der sich mit kleinen Betrügereien über Wasser hält, aber auch versucht, für seinen Sohn dazu sein.

Der Stoff eines Dramas als Sitcom

„Mom“ ist eine durchaus lustige Serie, unproblematisch ist sie aber nicht. Der Humor ist teils eher anzüglicher Art, was per se nicht das Problem ist. Das ist dann schon eher, dass hier die Fantasy-Version einer an sich dramatischen Geschichte präsentiert wird. Denn obwohl Christy erst seit sechs Monaten trocken ist und in einem miesen Job arbeitet, kann sie es sich doch leisten, in einem vergleichsweise großen Haus zu leben, ihre Kinder gut zu kleiden und sämtliche Kosten des täglichen Lebens zu schultern.

Mom - Anna Faris war jung, versoffen, schwanger – und das hat sie jetzt davon!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 24/261/26
Die Verhältnisse, in denen Christy (Anna Faris) lebt, sind nicht sehr realistisch... Dafür aber komisch.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Welche Schwierigkeiten eine Teenie-Schwangerschaft tatsächlich mit sich bringt, wird hier vollends außer Acht gelassen. Dabei kann man das Thema durchaus auch mit Humor aufgreifen, aber die Dramatik – und die dahinterliegende Authentizität – könnte man durchaus auch einbringen. Ein gutes Beispiel hierfür war die Erfolgsserie „Gilmore Girls“. Das mag nicht ganz fair sein, beide zu vergleichen, unterscheiden sie sich doch auch vom Format und Lauflänge, aber Ähnlichkeiten sind vorhanden, nicht zuletzt die desolate Beziehung von Mutter und Tochter.

Sieht man sich „Mom“ an, so sollte man also zu übersehen in der Lage sein, dass die Situation, die hier dargeboten wird, alles andere als realistisch ist. Aber gut, das war auch nicht der Ansatz.

Mom - Bilder aus der Sitcom mit Anna Faris

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (24 Bilder)

Mom - Bilder aus der Sitcom mit Anna Faris

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/25Bild 1/251/25
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Figuren der Serie sind nicht besonders dreidimensional ausgearbeitet. Sie erscheinen relativ oberflächlich, auch wenn sich das im Verlauf der Staffel ein klein wenig legt. Letzten Endes sind sie aber Sitcom-Figuren, die nur wenig Entwicklung durchmachen. Ein Umstand, der sich auch in den anderen Chuck-Lorre-Serien immer wieder zeigt. Das ist ein klassisches Sitcom-Muster, das nur selten aufgebrochen wird (in den letzten Jahren zum Beispiel von „How I Met Your Mother“).

White-Trash-Humor für ein Mainstream-Publikum.Fazit lesen

Immerhin muss man der Serie zugutehalten, dass neben den sexuell anzüglichen Witzen auch eine echte Emotionalität aufkommt. Man merkt schon, dass die Figuren einander lieben, auch wenn sie nicht immer in der Lage sind, das zu zeigen. Der interessanteste Aspekt dieser ersten Staffel ist aber sicherlich zu zeigen, wie Violet versucht, den Teufelskreis ihrer Familie zu durchbrechen. Sie ist jung schwanger geworden, sie will aber nicht dieselben Fehler wie ihre Mutter und ihre Großmutter machen, auch wenn das eine reife, schmerzhafte Entscheidung erforderlich macht.