Die britische Superheldenserie „Misfits“ ist in Deutschland noch immer so etwas wie ein Geheimtipp. Daran ist sicherlich auch schuld, dass die Serie nicht gerade auf den größten Sendern läuft. Und auch bei ZDFneo werden nicht gerade sehr viele Zuschauer erreicht, aber immerhin geht es weiter. Ab dem 31. März läuft die die zweite Staffel, die schon einmal ausgestrahlt wurde, nun aber auf die dritte hinarbeitet. Wer nicht gar so lange warten will, kann auch auf DVD-Veröffentlichungen zurückgreifen. Hier erschien jüngst auch die vierte Staffel.

Die zweite Staffel setzt direkt an die erste an. Noch immer müssen Alisha, Kelly, Curtis und Simon Gemeindedienst leisten, während Nathan in seinem Sarg liegt und endlich seine Superkraft gefunden hat: er kann nicht sterben.

Klar, er wird aus seiner misslichen Lage befreit, peinlich ist aber auch das, denn immerhin hat er sich eingekackt. Darüber hinaus geht es auch mit dem Mystery-Element des maskierten Mannes weiter, der immer wieder auftaucht, um den Fünf zu helfen. Im Verlauf der Staffel erfährt man, wer er ist und was er vorhat. Damit geht die Serie noch stärker in Richtung Science-Fiction, übersieht dabei aber auch nicht, dass der Kern einer jeden guten Geschichte die Figuren sind.

Misfits - Staffel 2 + 3 - Die Misfits gegen Zombies und Nazis

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Am 31. März kehren die Misfits auf ZDFneo zurück.
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Dementsprechend geht es vor allem um die Entwicklung der Beziehungen dieser Figuren, die eine deutliche Veränderung durchmachen. Es gibt aber auch Neuzugänge, so die von Ruth Negga gespielte Nikki, die auch über eine Kraft verfügt.

Abgesehen von der Geschichte um den Maskierten gibt es keinen großen roten Faden in dieser Staffel, dafür aber interessante Einzelgeschichten, in denen auch kuriose Ideen aufgegriffen werden, so etwa die Bedrohung durch einen Mann, der praktisch gezwungen ist, ein Computerspiel live nachzuempfinden.

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Superhelden, Science-Fiction und ... Hitler?
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6 + 1

Die zweite Staffel besteht aus sechs Episoden, danach folgte aber noch ein Weihnachts-Special, das den eigentlichen Abschluss dieser Staffel bietet. Darin wird erzählt, wie die Misfits beginnen, nach und nach ihre Kräfte zu verkaufen, dann aber erkennen müssen, was für ein gewaltiger Fehler das gewesen ist. Denn einer von ihnen stirbt – und ein Zurückdrehen der Zeit ist nicht mehr möglich.

Sowohl die sechste Folge der Staffel als auch dieses Special befassen sich mit den Schattenseiten von Superkräften, mit der Art, wie man sie zweckentfremden und missbrauchen kann. Das sind clevere Geschichten, die Testament dafür sind, wie exzellent diese Serie ist.

Zwischenspiel

Mit Beginn der dritten Staffel muss man auf Robert Sheehan als Nathan Young verzichten. Ein letztes Gastspiel kann man nicht im Fernsehen, aber im Bonusmaterial der DVD-Box zur dritten Season sehen. In dem knapp zehnminütigen Kurzfilm „Vegas, Baby!“ reist er mit seiner Freundin nach Las Vegas, um seine neuen Kräfte zu nutzen, gerät aber in Schwierigkeiten. Am Ende wird klar, warum man Nathan in den weiteren Staffeln von „Misfits“ nicht mehr zu sehen bekommt.

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Die zweite und die dritte Staffel bieten einiges an Überraschungen.
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Ein Neuzugang

Bei der dritten Staffel, die aus acht Episoden besteht, ist einiges anders. Hauptsächlich liegt das an einem Neuzugang namens Rudy, der sich in zwei Menschen spalten kann, der eine nett und freundlich, der andere ein geiler Idiot. Darüber hinaus haben die Misfits völlig neue Kräfte, womit sich auch ganz neue Situationen ergeben.

Die dritte Staffel bietet die mittlerweile übliche Mixtur aus Soap-Elementen und Mystery-Geschichten, wobei die Art, wie hier gesprochen wird, nach wie vor ein sehr authentisches Gefühl mit sich bringt.

Eine der besten Serien zum Thema Superhelden. Dramatisch, spannend, auch witzig und mit erstaunlich großen Konzepten versehen.Fazit lesen

Toll an dieser Staffel ist auch, dass man auf starke phantastische Elemente zurückgreift. So gibt es eine Alternativweltgeschichte, die sich damit befasst, wie Großbritannien aussehen würde, wenn die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten. Und die Misfits müssen eine Zombie-Apokalypse im Keim ersticken, bevor sie wirklich weltbedrohliche Maßstäbe annimmt.

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Ab der vierten Staffel ist dann (wahrscheinlich) Schluss.
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Darüber hinaus befasst sich die Staffel natürlich mit Simons Schicksal, das aus der zweiten Season bekannt ist, aber der Weg dorthin muss noch erkundet werden. Interessant ist dabei übrigens eine Geschichte, in der jemand mit Kräften einen Comic zeichnet, der dann Wirklichkeit wird.

Am Ende führt die Serie zum Anfang zurück. Es gibt Verluste und nichts ist mehr, wie es wahr. Darum gibt es in der vierten Staffel noch weit stärkere Veränderungen – kaum einer der bekannten Misfits ist dann noch dabei.