Schon nach ein paar Folgen lässt sich eines gleich sagen: „Agent Carter“ ist weit besser als „Agents of S.H.I.E.L.D.“, das aber zumindest in der zweiten Staffel ein wenig an Qualität zugelegt hat. Die achtteilige Miniserie „Agent Carter“ wiederum sieht dennoch weit aufwendiger aus. Das 1940er-Jahre-Zeitkolorit wird hier wunderbar dargeboten. Die Kostüme, die Frisuren, die Autos, die Props, das alles ist hochwertig und gibt ein Gefühl für die Zeit. Und nicht nur das, sogar die Dialoge atmen den Geist der 1940er, gerade so, als hätte man hier einen Film vor sich, der in dieser Dekade produziert worden ist.

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Alles beginnt mit einem Abschied. Man erlebt die letzten Momente mit, die Peggy Carter und Steve Rogers haben, nur über das Funkgerät, weil er sein Flugzeug ins Meer lenken muss, um eine verheerende Katastrophe abzuwenden. Das sind Szenen aus dem Film „The First Avenger“, die sich elegant in „Agent Carter“ einfügen.

Marvel's Agent Carter - Die erste Agentin von S.H.I.E.L.D.

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Die zentrale Figur der Serie ist Peggy Carter (Hayley Atwell).
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Die eigentliche Geschichte beginnt im New York des Jahres 1946. Peggy Carter ist beim SSR tätig, dem Geheimdienst, wird dort aber nur wie eine bessere Sekretärin behandelt, obwohl sie mehr Erfahrung und Talent als die meisten ihrer Kollegen hat.

Howard Stark wird vorgeworfen, Waffen an den Feind verkauft zu haben. Darum musste er sich auch einer Anhörung stellen, bleibt dieser aber schließlich fern und verschwindet. Man hält ihn für einen Verräter, nicht jedoch Peggy, die von Howard aufgesucht wird. Er berichtet ihr, dass ihm seine Technologie gestohlen wurde und dass er ihre Hilfe braucht, um sie zu finden, aber auch seinen Namen reinzuwaschen. Während er verschwindet, arbeitet Peggy Carter nun zusammen mit Starks Butler Edwin Jarvis daran, die gestohlene Technologie und die dafür verantwortlichen Hintermänner zu finden.

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Eine spannende Agentenserie im Marvel-Universum. Wer hätte das gedacht?
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Ein erster Hinweis ist mysteriös: Eine Organisation namens Leviathan scheint hinter dem Diebstahl zu stecken.

Agenten in der Welt der Superhelden

Mit „Agent Carter“ kommt eine neue Farbe ins filmische Marvel-Universum. Es gefällt, dass es hier nicht um Superhelden geht, stattdessen wird eine geradezu klassisch anmutende Agentengeschichte erzählt, bei der auch Gimmicks zum Einsatz kommen, die James Bond gefallen hätten.

Interessant ist dabei natürlich, dass das alles stark mit dem Marvel-Universum verbunden ist. Hier hat man noch nicht S.H.I.E.L.D., sondern den SSR, und Leviathan dürfte wohl auch nur ein Tarnname für Hydra sein. Was hier letzten Endes also geboten wird, ist die langsame Gründung von S.H.I.E.L.D., das dann auch gleich vom Erzfeind unterwandert wird.

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Die Serie wurde neben den „Captain America“-Filmen auch von den Marvel One-Shots, in denen Peggy Carter im Fokus steht, inspiriert.
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Interessant ist dabei auch, dass die Grundgeschichte durchaus auf einen Marvel-Klassiker zurückgeht. In den „Iron Man“-Comics gibt es die längst zum Klassiker gewordene Geschichte „Armor Wars“, in der Tony Stark loslegt, um all die gestohlene Technologie, mit der Rüstungen bei Freund und Feind gebaut wurden, zurückzuerlangen. Das Grundmuster ist auch bei „Agent Carter“ vorhanden.

Mit dabei ist in dieser Serie auch Butler Jarvis, der in den Comics für die Avengers tätig ist. Da man in „Iron Man“ aber schon etabliert hat, dass Jarvis eine künstliche Intelligenz ist, bekommt man hier den Mann zu sehen, der für Tony die Inspiration dafür war.

Auch andere bekannte Marvel-Elemente sind vorhanden, so wird schon in der zweiten Folge Roxxon Oil eingeführt, ein Unternehmen, das im Marvel-Universum nicht unumstritten ist.

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Wie eine frühe Black Widow

Hayley Atwell spielt erneut Peggy Carter. Sie ist eine Agentin, die extrem gut ist. Smart, schlagfertig, den anderen immer einen Schritt voraus. Atwell kann hier mehr glänzen als in ihren anderen Auftritten im Marvel-Universum, weil alles auf sie zugeschnitten ist. Das Zusammenspiel mit James D’Arcy („Cloud Atlas“) als Jarvis ist wunderbar, auch und gerade, weil sie eben nicht alles gleich angehen.

Aus dem übrigen Ensemble sticht Chad Michael Murray („One Tree Hill“) heraus, der hier eine richtig erwachsene Rolle spielt, als Agent Thompson aber auch Dinge tut, die fragwürdig sind. Weiterhin ist Lyndsy Fonseca dabei, die das Agentenleben aus „Nikita“ kennt. Und Dominic Cooper absolviert Gastauftritte als Howard Stark.