Manche Serien werden einfach versteckt, negiert, schnell ausgestrahlt und wieder vergessen. Bei ZDFneo könnte man meinen, der Sender würde sich für „Low Winter Sun“ schämen. Warum sonst wählt man wohl einen Erstausstrahlungstermin unter der Woche nach Mitternacht? Ab dem 4. Februar laufen die zehn Folgen der ersten und einzigen Staffel, die letztes Jahr schon im Pay-TV zu sehen gewesen ist.

Low Winter Sun - Trailer

„Low Winter Sun“ ist ein amerikanisches Remake einer britischen Miniserie. Die debütierte 2006 mit nur zwei Folgen, bei der amerikanischen Version des Senders AMC hat man gleich zehn Folgen produziert, womit die Geschichte natürlich größer aufgezogen werden musste.

Low Winter Sun - Was einst britisch war, ist jetzt amerikanisch. Und länger. Und dröger…

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Die Serie startet bei uns am 16.01.2014 auf ZDF Neo.
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Joe Geddes (Lennie James) ist der Partner von Brendan McCann, aber nicht gut auf ihn zu sprechen. McCann ist ein korrupter, brutaler Cop. Geddes und sein Kollege Frank Agnew (Mark Strong) verschwören sich, um McCann zu töten. Sie wollen es wie einen Selbstmord aussehen lassen, setzen ihn ans Steuer seines Wagens und fahren ihn in den Fluss. Damit könnte die Sache erledigt sein, aber am nächsten Tag tauchen Ermittler der Internen im Revier auf.

Offenbar stand McCann schon im Visier der internen Ermittlung, nun ist man jedoch noch interessierter an ihm, denn man hat nicht nur seine Leiche aus dem Fluss gezogen. Im Kofferraum seines Wagens war noch ein anderer Toter. Die Obduktion ergibt zudem, dass McCann nicht ertrunken ist.

Agnew und Geddes machen sich Sorgen, dass man ihnen auf die Spur kommt. Und jeder von ihnen ist sich nicht sicher, ob er dem anderen noch trauen kann…

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Das Strecken bekam der Serie außerordentlich schlecht.
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Mark Strong zum Zweiten

Mittlerweile ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass britische (Mini-) Serien in den USA eine Neuauflage erleben, oftmals sogar mit ein oder zwei derselben Darsteller. So ist es auch hier, denn Mark Strong („Green Lantern“) hat bereits 2006 Frank Agnew gespielt, damals noch in der britischen Produktion. Hier nun ist er ein amerikanischer Polizist mit gleichem Namen. Die übrige Besetzung ist neu, kurioserweise aber doch sehr britisch. Denn Geddes wird von Lennie James gespielt, den Serienfans vor allem aus „Jericho“ und „The Walking Dead“ kennen.

Allenfalls Durchschnitt. Gute Produktionswerte und ein tolles Ensemble reichen manchmal eben nicht aus.Fazit lesen

Beide spielen ungleiche Partner, denn sie erhalten den Auftrag, den Mord an McCann zu klären. Da sowohl der Bürgermeister als auch die Interne ein Auge auf sie haben, müssen sie so den Eindruck erwecken, vollsten Einsatz zu liefern, während sie natürlich daran interessiert sind, die Sache im Sande verlaufen zu lassen. Das ist eine interessante Prämisse, aus der sich viel Spannung beziehen lässt. Allein, es geschieht nicht.

Vielleicht liegt es an der längeren Erzählform, vielleicht fehlt einfach der richtige Esprit, aber „Low Winter Sun“ ist keine besonders spannende Angelegenheit. Bei dieser Serie hat man den Fall, dass eigentlich alle Ingredienzien stimmen, aber das Gesamtwerk einfach nicht zünden will. Einen Hit kann man nicht planen, einen Flop allerdings auch nicht – das passiert alles von selbst.

Zwischen allen Stühlen

Sprague Grayden („Jericho“, „24“) spielt die Frau von Brendan McCann. Sie ist so verkommen wie er, steht zwischen Gut und Böse und scheint jeden auszuspielen, geradeso, wie es ihren eigenen Plänen behilflich ist. Das ist eine gute Rolle, die auch im Zusammenspiel mit den beiden Hauptdarstellern gut funktioniert. Generell gilt: Die Besetzung von „Low Winter Sun“ ist topp, an ihr liegt es nicht, dass die Serie einfach nicht in Schwung kommen will.