Man kann darüber streiten, ob die neuen Folgen von „Die Liga der Gerechten“, die Kabel 1 ab dem 6. Juli jeden Samstag morgens um 8 Uhr ausstrahlt, nun die dritte oder die fünfte Staffel der Serie ist. In Deutschland ist sie praktisch die dritte, in den USA könnte man sie als die fünfte zählen, denn vor den drei Staffeln, die im Original „Justice League Unlimited“ heißen gab es schon zwei Serien – oder, je nach Lesart, eine andere Serie – mit Titel „Justice League“. Die Folgen dieser zwei Staffeln wurden bislang nicht lokalisiert.

Dass es nun mit „Die Liga der Gerechten“ weiter geht, ist indes schon ein kleines Wunder. Die Serie debütierte im Jahr 2005 bei Kabel 1. Zwei Staffeln wurden bis 2007 eigentlich recht erfolgreich gezeigt, dennoch ließ der Sender sehr lange auf die letzte Staffel warten. Sieben Jahre, nachdem die letzte Folge der Staffel in den USA lief, erfahren nun auch die deutschen Fans, was sich mit der Liga der Gerechten tut.

Und weil wir schon dabei sind: Der Titel ist wirklich grauenhaft. Die klassische, alte Übersetzung wäre eigentlich „Gerechtigkeitsliga“, wobei sich bei Superhelden heutzutage ohnehin eingebürgert hat, Personen- und Teamnamen in der Regel im Original zu belassen.

Auf insgesamt 13 neue Folgen der „Liga der Gerechten“ darf man sich nun freuen.

Gaststars aus dem DC-Universum

Die Staffel beginnt mit „Die Legion bin ich“, in der der gerade entkommene Lex Luthor sich um eine Mitgliedschaft in Gorilla Grodds Gegenstück zur Liga bewirbt. „Der Schatten des Falken“ befasst sich mit Shayera- Hawkgirl –, an die sich ein Archäologe wendet, der behauptet, die Reinkarnation eines früheren Ehemanns von ihr zu sein.

Die Liga der Gerechten - Staffel 5 - Die Justice League ist noch nicht im Kino, rettet aber im Fernsehen die Welt

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Die Superhelden-Rasselbande auf einem Haufen.
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„Unterirdisch“ ist der Titel der dritten Folge, die Qualität ist aber alles andere als das. Hier verschlägt es Green Lantern, Stargirl, S.T.R.I.P.E. und Supergirl in die unterirdische Welt von Skartaris, in der der Warlord Travis Morgan phantastische Abenteuer erlebt. Die Abenteuer des Warlords gibt es übrigens auch in einer wundervollen Comic-Edition.

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„Zu anderen Ufern“ hat nichts mit lesbischen Liebeleien auf der Amazoneninsel zu tun, stattdessen muss Wonder Woman gegen Gorilla Grodds Anti-Liga kämpfen. „Ein ganz normaler Tag“ zeigt, wie der Alltag von Wally West alias The Flash aussieht. Dabei arbeitet er nicht nur in einem forensischen Labor und widmet seine Zeit dem Flash-Museum, sondern kämpft auch noch gegen vier Schurken.

Für die übrigen Folgen liegen die deutschen Titel noch nicht vor. Aber auch hier tut sich so einiges. So erleben Superman, Batman und Wonder Woman ein Abenteuer mit dem Geist Deadman, wird Superman von einem paranoiden, zum Monster gewordenen General angegriffen, tauschen Lex Luthor und der Flash versehentlich den Körper, müssen sich die Damen der Liga in einer Arena bekämpfen, trifft Supergirl im 31. Jahrhundert auf die Legion der Superhelden, kehrt Hawkman zurück und greift Darkseid mit seinen Horden die Erde an, um sich an Superman zu rächen, weswegen die Liga und ihr Gegenstück der Schurken sich zusammentun müssen, um den Planeten zu retten.

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In großer Tradition

„Die Liga der Gerechten“ steht in der Tradition der klassischen „Batman“-Zeichentrickserie von Paul Dini. Die Figuren sind cartoonmäßig gezeichnet, haben aber außergewöhnlich viel Charme. Mit der Serie beweist man wieder mal, dass man bei DC das bessere Händchen hat, wenn es darum geht, die eigenen Superhelden in Zeichentrickform umsetzen zu lassen.

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Trotz der frühen Sendezeit richtet sich die Serie nicht ausschließlich an Kinder.
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Einer der Produzenten der Serie war der 2011 verstorbene Comic-Autor Dwayne McDuffie, der auch einige Kollegen aus der Comic-Szene zur Serie brachte. So wurden Episoden der „Liga der Gerechten“ von J.M. DeMatteis und Neal Adams geschrieben, viele andere orientieren sich an klassischen Comics, die von Künstlern wie Gardner Fox, Carmine Infantino oder Denny O’Neill in den 60er und 70er Jahren gestaltet worden sind.

Schade ist, dass es keinen Zweikanalton gibt, denn die englische Originalfassung kann mit einigen bekannten Sprechern aufwarten, so u.a. Michael Rosenbaum, der den Flash spricht. Das ist umso amüsanter, da er bei „Smallville“ Lex Luthor war. Die deutsche Fassung hat zwar weniger Starpower, ist dafür aber erstklassig umgesetzt und weist gute Sprecher auf.

Schade nur, dass es – wie schon beim Titel – immer mal wieder Diskrepanzen in der Übersetzung gibt. Hier wäre es ganz gut gewesen, wenn man als Berater jemanden hinzugezogen hätte, der sich mit den Comics auch wirklich auskennt.