Die neue Serie „iZombie“ basiert auf der 28-teiligen Comic-Serie von Chris Roberson und Michael Allred, die von 2010 bis 2012 veröffentlicht wurde. Mit der jüngst in den USA gestarteten Serie hat der Comic aber kaum etwas gemein. Oder anders gesagt: Rob Thomas („Veronica Mars“) und seine Kollegin Diane Ruggiero haben etwas ganz anderes daraus gemacht. Geblieben ist im Grunde nur der Titel und die Fähigkeit der Hauptfigur, Erinnerungen von Verstorbenen aufzunehmen, wenn sie deren Gehirn frisst.

In der Fernsehserie ist das Liv Moore, der eine glänzende Zukunft als Ärztin bevorsteht, die dann aber auf eine Party geht, auf der sich ein paar Menschen dank einer neuen Designerdroge in Zombies verwandeln. Sie wird angefallen, stirbt und erwacht wieder.

Fünf Monate später ist ihr Leben ganz anders. Sie hat sich von ihrem Verlobten getrennt und arbeitet nun in der Pathologie. Mit ein Grund dafür ist, dass sie in regelmäßigen Abständen Gehirn benötigt, um ihre kognitiven Fähigkeiten nicht zu verlieren und zum klassischen Zombie zu werden.

iZombie - Eine Serie mit Hirn!

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Süßer die Zombies nie waren.
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Ihr Kollege Ravi vermutet schnell, dass sie untot ist und konfrontiert sie damit. Er findet es faszinierend und glaubt, dass man auch eine Heilung finden kann. Aufgrund der Erinnerungen, die sie von einem Mordopfer aufnimmt, hilft Liv dem Polizisten Clive Babineaux bei einem Fall, in dem das Leben von gleich mehreren Prostituierten bedroht ist.

Im Verlauf dieser Ermittlungen wird LIv klar, dass sie zwar vieles verloren, aber auch einiges gewonnen hat. Sie wollte Menschen als Ärztin helfen, nun tut sie das eben als Zombie-Medium. Das gibt ihr eine gewisse Ruhe – endlich kann sie wieder schlafen. Doch eines beschäftigt sie immer noch: Was, wenn es andere wie sie da draußen gibt? Und wenn die brutaler zu Werke gehen als sie?

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Vom Comic ins Fernsehen

In der Comic-Serie heißt die Hauptfigur Gwen und hat den illustren Job einer Totengräberin. Daher bekommt sie ihren Gehirnnachschub. Ihre beste Freundin ist der Geist einer Frau, die in den 1960er Jahren starb, und Scott, ein Werterrier. Das sind amüsante und skurrile Figuren, die man gerne auch in der Fernsehserie gesehen hätte.

Im Vergleich zu ihnen wirken Ravi und Clyde schon sehr, sehr normal. Der Unterschied von Comic und Fernsehserie liegt aber vor allem darin begründet, dass die Produzenten aus dem Format ein Procedural gemacht haben. Es geht um das Lösen von Kriminalfällen, nicht unähnlich „Quincy“ oder – um aktueller zu sein – „Bones“, nur mit einem Zombie-Twist.

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Kriminalfälle lösen mit einem Zombie. Warum auch nicht?!
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Das Format funktioniert, auch wenn der erste Fall schon sehr simpel gestrickt wurde. Spannung kommt da kaum auf, aber es besteht Entwicklungspotenzial. Als Horror- oder Dramaserie funktioniert „iZombie“ jedoch weniger gut. Aber gut möglich, dass sich da noch was tut.

Der Moment, in dem Liv fast zum richtigen Zombie wird, ist vielversprechend. Auch die letzte Einstellung mit ihrer Vision, die ihr zeigt, dass ein Zombie jemanden getötet hat, weist darauf hin, dass sich noch einiges tun wir. Und dann kann man Rob Thomas natürlich vertrauen, der schon mit „Veronica Mars“ bewiesen hat, dass er unkonventionell erzählen kann.

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Überhaupt erinnert „iZombie“ ein bisschen an die Serie. Zwar ist die Hauptfigur schon deutlich anders, aber mit den Off-Kommentaren kommt Liv der guten Veronica schon nahe – zumal ihr Zombie-Look der blonden Detektivin auch ähnelt.

Die Comic-Wurzeln

Auch wenn nicht viel vom Comic geblieben ist, so gedenkt man ihm zumindest. Die Vorspannsequenz ist wie ein Comic gestaltet und wurde von Michael Allred gezeichnet. Sehr schön ist auch, dass es immer wieder Comic-Panels zu sehen gibt, inklusive Textkästchen, die hier als eine Art Kapiteltitel fungieren.