Mit zwei Jahren Verspätung kommt nun die Action-Serie „Hunted“ auch nach Deutschland. RTL Crime strahlt sie ab dem 4. Juli aus. Allzu lange wird das nicht dauern, wurden seinerzeit doch nur acht Folgen produziert. Zwar hatte man eine längere Laufzeit anvisiert, in den USA lief die Show aber nicht besonders gut. Produziert wurde sie für die britische BBC, die sie nicht nur in Großbritannien, sondern auch auf dem amerikanischen Sender Cinemax, der zum BBC-Verbund gehört, auswerten wollte. Gerade dort zeigte sich „Hunted“ aber als enttäuschend. An der Qualität der Serie hat es aber nicht gelegen.

Sam Hunter (Melissa George) ist eine Agentin, die für die private Agentur Byzantium tätig ist. Sie überlebt einen Anschlag auf ihr Leben und vermutet, dass dieser von Mitgliedern der Firma, für die sie tätig ist, orchestriert worden ist. Nachdem sie sich wieder erholt und den Dienst erneut antritt, arbeitet sie Undercover als eine Nanny. Sie weiß nicht, wem sie noch trauen kann, aber ihr wird immer klarer, dass der Anschlag auf ihr Leben mit einem Ereignis in ihrer Kindheit zu tun haben muss.

Hunted - Jack Bauer könnte sich in Sam Hunter verlieben

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Die Serie startet am 04.07.2014 auf RTL Crime.
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Gejagt in London

Die Serie spielt in London, wobei der ursprüngliche Plan war, jede Staffel in einer anderen europäischen Metropole spielen zu lassen. Für die zweite Staffel war Berlin vorgesehen, dazu kam es aber nicht mehr, da die BBC sich gegen eine Fortsetzung entschied. Ganz ausgeschlossen ist eine Fortführung aber noch nicht, Produzent Frank Spotnitz hat die Sache noch nicht aufgegeben.

Er hat Pläne für einen Spin-off, eine neue Serie, aber mit derselben Hauptfigur. „Sam Hunter“ soll sie heißen, Melissa George wieder in der Hauptrolle haben und, so alles gut geht, die Geschichte fortsetzen. Dann allerdings am Ehesten in Form einer Miniserie. Ob es dazu aber wirklich kommt? Die Karten stehen eher schlecht, da die letzten News hinsichtlich dieser Miniserie nun auch schon gut ein Jahr alt sind.

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Samantha Hunter (Melissa George).
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Entwickelt wurde „Hunted“ von Spotnitz, der als einer der Autoren und Produzenten von „Akte X“ seinen größten Erfolg gefeiert hat. Für „Hunted“ zog er mit seiner Familie sogar nach England um, wo er im Vorfeld, als sich die Produktion verzögerte, auch für „Strike Back“ tätig geworden ist. Eigentlich wollte Spotnitz eine andere Hauptdarstellerin. Er hatte die Serie Gillian Anderson vorgestellt, die die Idee mochte und auch bereit war, aber die Produktion verzögerte sich immer mehr, weswegen sie schließlich nicht mehr die Rolle spielen konnte, da sie zwischenzeitlich andere Engagements angenommen hatte.

Eventuell hätte die Serie mit Anderson länger überlebt. Sie ist schauspielerisch deutlich interessanter als Melissa George, die zwar in Action eine gute Figur macht, wie ihre Kollegen aber darunter zu leiden hat, dass die Dialoge teilweise etwas albern geraten sind. „Hunted“ möchte in der Liga von „Spooks“, „24“ und „Homeland“ mitspielen, die schauspielerischen Schwergewichte, die dort über holprigere Erzählungen und unschöne Wendungen hinwegtäuschen können, fehlen hier aber.

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Die Serie wurde leider schon wieder eingestellt.
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Zudem Spotnitz‘ beste Zeit auch schon lange hinter ihm ist. Bei „Akte X“ war er ein Innovator, ein Mann mit frischen Ideen, der ungewöhnlich denken und das auch in einem Drehbuch umsetzen konnte. Heutzutage verlässt er sich mehr auf bekannte und erprobte Formeln, was man auch „Hunted“ anmerkt.

Klischee-Agenten

Während es interessant ist, einen privaten Geheimdienst unter die Lupe zu nehmen, da so etwas eher selten geschieht – im Kino zum Beispiel hervorragend mit „The East“ –, ist die Umsetzung oftmals etwas klischeehaft. „Hunted“ bedient sich der erwartbaren und bekannten Konventionen, die mit diesem Genre einhergehen. Die Schurkenfiguren sind vergleichsweise stereotyp gezeichnet, die Heldenfiguren aber auch nicht sehr viel differenzierter gestaltet. Letzten Endes leidet die Serie an Drehbüchern, die zwar wissen, wie man Spannung und Action aufbaut, die aber inhaltlich nötige Tiefe vermissen lassen.