Denkt man an „House of Cards“, dann natürlich in erster Linie an die amerikanische Serie mit Kevin Spacey in der Hauptrolle. Aber dieses Kartenhaus der Politik gab es schon sehr viel früher, einige Jahrzehnte früher, genauer: im Jahr 1990. Damals debütierte die britische Miniserie, die auch die Basis für die erste Staffel der amerikanischen Adaption darstellt. Insgesamt wurden von 1990 bis 1995 drei Miniserien produziert, die ersten beiden präsentiert Pandastorm nun auf DVD, die dritte soll im Sommer folgen.

House of Cards (UK) - Intro

Die Konservativen haben die Wahl gewonnen. Damit beginnen sie die längste Regierungszeit einer einzelnen Partei nach dem Weltkrieg. Ausschlaggebend für den Erfolg bei den Wahlen war auch Francis Urquhart, der sich ausrechnet, dass ein Ministerposten auf ihn wartet. Doch dann kommt die bittere Ernüchterung: Der neue Premierminister hält sein Versprechen nicht und offeriert Francis keinen Ministerposten. Stattdessen will er ihn als Fraktionschef behalten, da er ihn benötigt, um Ruhe in den eigenen Reihen zu schaffen.

House of Cards - Staffel 1 + 2 - Vor Kevin Spacey brachte Ian Richardson das Kartenhaus zum Einsturz

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Das britische Original wurde bereits 1990 produziert.
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Der Premierminister ahnt jedoch nicht, dass er dem alten Mann damit ganz gewaltig vor den Kopf stößt. Francis hat nun nur noch ein Ziel. Er will den Premierminister stürzen und sich selbst in die Position bringen, den Posten zu übernehmen.

Mit allen Regeln der Kunst beziehungsweise des dreckigen Polit-Geschäfts beginnt er zu intrigieren, schart Verbündete um sich und nutzt eine junge Journalistin, um den Premierminister in Bedrängung zu bringen.

Vor und zurück

Obwohl nun schon fast ein Vierteljahrhundert alt, hat diese britische Miniserie nichts von ihrer Wirkung eingebüßt. Einerseits liegt das daran, dass sich das Politikgeschäft kaum verändert hat, andererseits an den exzellenten Darstellern, allen voran Ian Richardson als Francis Urquhart. Er ist deutlich älter als Kevin Spacey in der amerikanischen Version, aber nicht weniger verschlagen. Er lächelt freundlich, während er einem das Messer nicht nur in den Rücken rammt, sondern es auch noch umdreht.

House of Cards - Staffel 1 + 2 - Vor Kevin Spacey brachte Ian Richardson das Kartenhaus zum Einsturz

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In der Hauptrolle: Francis Urquhart (Ian Richardson).
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Die Serie war damals bahnbrechend, einer von Francis‘ Sprüchen ging sogar ins britische Politgeschehen ein: „You might very well think that; but I couldn‘t possibly comment.“ Gemeint ist damit ein simples „Ja, aber wenn man mich fragt, leugne ich alles“. Das ist ein Euphemismus wie der, dass ein Politiker sich zurückzieht, weil er Zeit mit seiner Familie verbringen will, wenn er in Wahrheit vor die Tür gesetzt wurde.

Thatchers Berater

Die Serie basiert auf dem Buch von Michael Dobbs, der einst als Berater für Margaret Thatcher tätig war und seine politischen Erkenntnisse und Erlebnisse in die Geschichte einfließen ließ. Andrew Davies schrieb das Drehbuch zur Miniserie und fungiert bei der amerikanischen Version als einer der Produzenten.

Von ihm kommt auch der Kunstgriff, die vierte Mauer zu durchbrechen. Francis spricht immer wieder direkt das Publikum an. Das war schon bei Kevin Spacey in der US-Version ungewöhnlich, im Jahr 1990 aber schlichtweg bahnbrechend.

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Das britische Original erscheint nun endlich auf Blu-ray und DVD in Deutschland. Am 25.03.2014 ist es soweit.
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Ein neuer König

In „House of Cards – Um Kopf und Krone“ bekommt Großbritannien einen neuen König. Dieser hat gänzlich eigene Vorstellungen, was ein besseres und sozialeres England betrifft. Dabei stellt er sich offen gegen die konservative Regierung, der Francis Urquhart als Premierminister vorsteht. Francis wird schnell klar, dass dem Monarchen Grenzen aufgezeigt werden müssen. Mit seiner typisch intriganten Art legt sich Francis mit der Krone an.

Die Intrigen des politischen Geschäfts waren zu Beginn der 90er Jahre auch nicht anders als heutzutage. Das tolle Original zum erfolgreichen US-Remake.Fazit lesen

Diese Serie aus dem Jahr 1993 ist für das Publikum, das nun die Spacey-Version des „House of Cards“ genießt, insofern interessanter, als dass sie stärker für sich steht. Diese Geschichte können die Amerikaner in ihrer Version nicht adaptieren, während die erste Miniserie durchaus die Grundlage für die erste Staffel der Netflix-Version geliefert hat, auch wenn man dort mehr Raum hatte, um die Geschichte zu erzählen.