Die Nachricht kommt etwas plötzlich. Netflix hat per Pressemitteilung verkündet, die Dreharbeiten zur sechsten Staffel, die derzeit im Gange sind, vorerst auszusetzen.

House of Cards - Dreharbeiten zur sechsten Staffel aufgrund Missbrauchsvorwürfe ausgesetzt

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Kevin Spacey sieht sich mit dem Vorwurf sexueller Belästigung konfrontiert
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Die Welle der Empörung in Bezug auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Kevin Spacey schien sich zunächst in Grenzen zu halten. Vielleicht, weil die Tat über 30 Jahre her ist? Vielleicht, weil sich Spacey direkt über Twitter bei Anthony Rapp entschuldigte, der ihn der Nötigung bezichtigte, als er noch 14 Jahre alt war? Vielleicht aber auch, weil Spacey sein Statement direkt mit einem Outing seiner sexuellen Gesinnung verband, das allein für genügend Stoff sorgen würde. Oder vielleicht, weil es schlicht und ergreifend kurz vor Halloween passierte - ein Feiertag, der in den USA ungleich stärker begangen wird als hierzulande.

Der Druck, den Fans und Prominente auf Netflix ausüben, ist aber offensichtlich stark genug, dass der Streaming-Anbieter nach der Ankündigung, die Erfolgsserie House of Cards nach der sechsten Staffel zu beenden, nun weitere Konsequenzen zieht:

"Media Rights Capital und Netflix haben sich dazu entschieden, die Produktion der sechsten Staffel von House of Cards vorerst bis auf Weiteres auszusetzen, um den Verantwortlichen Zeit zu geben, die derzeitige Situation auszuwerten und jegliche Bedenken innerhalb des Casts und der Crew anzusprechen", heißt es hierzu von offizieller Seite.

Endet die Staffel ganz?

Der eigentliche Plan sah es laut Netflix angeblich vor, die Serie ohnehin mit der sechsten Staffel zu beenden. Die Entscheidung hierzu, bekräftigte der Streaming-Gigant, fiel bereits vor mehreren Monaten, was durchaus denkbar ist, fiel die fünfte Staffel doch hinter den Erwartungen zurück. Doch der Drehstopp könnte auch bedeuten, dass entweder Spacey ganz aus de letzten Staffel fällt oder die Dreharbeiten aufgrund der Missbrauchsvorwürfe gegen den Hauptdarsteller komplett eingestellt werden.

Andere Produktionen, in denen Spacey mitgespielt hat oder hätte mitspielen sollen, werden bereits justiert. Die Netflix-Verfilmung des Lebens des Schriftstellers und Politikers Gore Vidal wurde gecancelt, anders der Ridley-Scott-Film All the Money in the World. In der Verfilmung des Entführungsfalls in den 1970er-Jahren spielt Spacey den Ölmagnaten Paul Getty, der sich weigert, das Lösegeld für seinen Enkel zu bezahlen. Es heißt, das Marketing für das am 15. Februar 2018 hierzulande startende Drama soll sich nun ganz auf die Co-Stars Mark Wahlberg und Michelle Williams konzentrieren, während Spacey nicht mehr erwähnt werden soll. Er wäre im Film ohnehin kaum wiederzuerkennen.

Des Weiteren verkündete die International Academy of Television Arts and Sciences, dass sie den Schauspieler nicht mehr wie geplant mit dem 2017er International Emmy Founders Award auszeichnen werde.

Bleibt abzuwarten, was noch auf den renommierten Darsteller zukommen wird. Wie seht ihr das Ganze?