In den USA hat Netflix die zweite Staffel von „Hemlock Grove“ schon veröffentlicht, in Deutschland kann man die erste Staffel über Amazon Prime Instant Video sehen, ab September wird es aber auch noch eine andere Möglichkeit geben. Denn Netflix startet dann seinen Service auch in Deutschland, womit das Unternehmen beginnen wird, seine eigenen Programme auch selbst auszuwerten. Die Synchronisation einiger Stoffe läuft bereits auf Hochtouren, da man zum Start natürlich auch einiges an interessantem Material aufbieten will.

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Ob dann auch die zweite Staffel von „Hemlock Grove“ schon vorhanden sein wird, ist noch unklar, es ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit. Die erste Staffel hat einige Probleme mit sich gebracht, bei der zweiten wurden sie ein wenig korrigiert. Das liegt einerseits daran, dass man offensichtlich darauf gehört hat, was in der ersten Staffel bemängelt wurde, andererseits am neuen Showrunner Charles Eglee, der schon für „The Shield“, „Dexter“ und „The Walking Dead“ tätig war und eine ganz andere Qualität mit sich bringt.

Hemlock Grove - Staffel 2 - Netflix kommt nach Deutschland

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Zimperlich geht es in "Hemlock Grove" nicht zu.
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Und so geht’s weiter

Roman (Bill Skarsgård) und Peter (Landon Liboiron) stecken mittendrin in einem neuen Mysterium, das die Stadt in Pennsylvania heimsucht. Ihre Beziehung zueinander steht im Zentrum, auch und gerade, weil sie Probleme haben, die überwunden werden müssen. Es kommt zu einigen Hindernissen, die für eine neue, durchaus interessante Dynamik sorgen. Das sorgt aber auch alles dafür, dass sie eben nicht mehr die besten Freunde sind, die sie mal waren. Während sie aneinandergeraten und sich mit Visionen verschiedener Morde befassen müssen, taucht Miranda Cates (Madeline Brewer) in der Stadt auf und bringt neue Geheimnisse und Gefahren mit sich.

Alles wird besser

Das große Problem der ersten Staffel war, dass die Geschichte über Gebühr gestreckt wurde. Der Wechsel von gegenwärtiger und vergangener Handlung biss sich miteinander, die Figuren machten keine Entwicklung durch, hatten bisweilen noch nicht mal eine richtige Geschichte, die sie erlebten, und die Geschichte mäanderte.

Das alles lässt sich mit der neuen Staffel nicht abstellen, aber man handhabt es hier etwas besser, indem man die Rückblicke zurückfährt. Noch immer ist es problematisch, dass man ein unglaublich großes Ensemble hat, dem man auch in der zweiten Staffel nicht durchgehend gerecht werden kann. Aber immerhin sind die Figuren hier stärker mit der Haupthandlung verbunden. Aber das gilt eben nicht durchgehend.

Hemlock Grove - Staffel 2 - Netflix kommt nach Deutschland

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Wie geht das Horror-Drama weiter?
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Das Problem ist, dass das große Mysterium, das in der ersten Folge eingeführt wird, oftmals scheinbar vergessen wird. Hin und wieder kommt man darauf zurück, es dauert jedoch, bis dieser eigentliche wichtige Bestandteil der Handlung stärker ausgearbeitet wird. Neben der Haupthandlung gibt es noch sekundäre und tertiäre Geschichten, die kleiner, unwichtiger und uninteressanter sind.

Was in der ersten Staffel mau war, wird jetzt zumindest ansehbar.Fazit lesen

Die Show schafft es nicht, all diese Handlungsebenen miteinander zu verbinden. Stattdessen dienen diese kleineren Geschichten, so jene um den Orden des Drachen, als Ablenkung und Showstopper. Der Staffel wäre besser gedient gewesen, sie kürzer zu halten und sich dafür einzig und allein auf die Haupthandlung zu konzentrieren.

Die Serie sieht nach wie vor gut aus

Dass Netflix richtig Geld in die Produktion der Serie gesteckt hat, merkt man auch der zweiten Staffel an. Die schwüle Südstaaten-Atmosphäre wird hier sehr ansprechend umgesetzt, die Ausstattung und die Effekte, obwohl es davon ruhig mehr geben könnte, sind (zumeist) schön anzusehen, und die Schauspieler sind durchgehend gut. Das gilt vor allem für die Rückkehrer aus der ersten Staffel, die hier mit ein bisschen besserem Material arbeiten können.

Um noch mal auf die Effekte zu sprechen zu kommen. Speziell im Finale gibt es eine Sequenz, die nicht so gut aussieht, wie man sich das wohl gewünscht hätte. Es wirkt albern, was sicherlich nicht der Ansatz von „Hemlock Grove“ war, und das umso mehr, da man zuvor ja gerne auch auf Splatter setzt, nicht weil es inhaltlich notwendig ist, sondern weil man es als Netflix-Serie kann.