Der amerikanische Online-Dienst Netflix ist vor kurzem auch selbst ins Geschäft als Produzent von Serienfernsehen eingestiegen. Nach „House of Cards“ präsentierte man vor kurzem die von Eli Roth produzierte Horrorserie „Hemlock Grove“, deren 13 Episoden alle am selben Tag zugänglich gemacht wurden.

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Anders als bei „House of Cards“ steht ein deutscher Termin im Pay-TV noch aus, es dürfte aber nicht allzu lange dauern, bis „Hemlock Grove“ auch hierzulande ausgestrahlt wird.

Alles beginnt mit dem Mord an einem Teenager. Der Cheerleader wird nachts auf offener Straße von einer Kreatur angegriffen, schwer verstümmelt und getötet. Die Polizei ist ratlos, wer hierfür verantwortlich ist. Es scheint, die Tat eines Tiers gewesen zu sein. So mancher ist sich jedoch sicher, dass ein Werwolf für die Tat verantwortlich ist.

Hemlock Grove - American Gothic meets Twin Peaks: Nach House of Cards der nächste Netflix-Kracher?

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Famke Janssen in ihrer Paraderolle als Mil..., äh, gutaussehende Mutter.
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Der Verdacht fällt auf den Zigeuner Peter Rumancek, der in dem reichen Roman Godfrey einen guten Freund findet. Wie alle in Hemlock Grove haben aber auch diese beiden jungen Männer ein Geheimnis, das sie vor jedem verbergen. Damit befinden sie sich in guter Gesellschaft in einer Stadt, in der die Fassade der Normalität von Tag zu Tag mehr bröckelt.

Vom Roman zur Serie

Schon Monate bevor Brian McGreevys Roman „Hemlock Grove“ erschien, waren die Verfilmungsrechte verkauft worden. Netflix produzierte zusammen mit Gaumont International Television und stellte dafür vor und hinter der Kamera ein namhaftes Team zusammen.

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Für Roman und Peter steht einiges auf dem Spiel, sind sie doch die Hauptverdächtigen im Mordfall.
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Als einer der ausführenden Produzenten fungiert Eli Roth, weiterhin arbeitet in der Position auch Mark Verheiden („Falling Skies“). Deran Sarafian, der in den 80er Jahren mit dem Sci-Fi-Monsterspaß „Alien Predator“ debütierte, ist ebenfalls als Produzent für die Serie tätig, inszenierte aber auch sechs Folgen der ersten Staffel.

Verworrene Kleinstadt-Geschichte, die zwar Lokalkolorit besitzt, aber abseits der ansprechenden Optik wenig zu bieten hat. Langatmig und kaum spannend.Fazit lesen

Die Dreharbeiten der 45 Millionen Dollar teuren Produktion begannen im Juli 2012 in Port Perry, einer Stadt im kanadischen Ontario, die zu Hemlock Grove werden sollte. Zuerst wollte man in Pennsylvania drehen, aber da ein Steuersparmodell, das es dort zeitweise gab, nicht zum Tragen kam, entschied man sich für das günstigere Kanada.

Für Netflix hat sich „Hemlock Grove“ schon ausgezahlt. Die Serie wurde häufiger gesehen als „House of Cards“. Die Kritiken sind indes sehr durchwachsen. Ob unter diesen Umständen noch eine zweite Staffel produziert werden wird?

Galactica-Veteranen

Während die Hauptrollen von Roman und Peter mit Bill Skarsgård und Landon Liboiron mit relativen Newcomern besetzt sind, gibt es mit Famke Janssen („X-Men“) als Romans Mutter und Dougray Scott („Mission Impossible 2“) als sein Onkel zwei bekannte Gesichter.

Letzterer war übrigens bis kurz vor Drehbeginn von „X-Men“ noch Wolverine, musste dann aber wegen Terminproblemen ersetzt werden.

Neben Lily Taylor („Das Geisterschloss“) gibt es mit Aaron Douglas und Kandyse McClure auch zwei Schauspieler, die schon bei „Battlestar Galactica“ gemeinsam agiert haben. Hier sind sie auch zusammen zu sehen, da er den Sheriff und sie eine Ärztin spielt, die diesen mysteriösen Fall untersuchen.

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"Wer ist der größte Milchbubi in Hemlock Grove?"
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Joel de la Fuente spielt den sinistren Dr. Pryce und übertreibt dabei kräftig. Früher, als er noch bei „Space 2063“ mitspielte, war er zu deutlich subtilerem Schauspiel fähig. Er ist aber im Grunde der einzige Totalausfall. Die restlichen Mimen mühen sich trotz schwacher Drehbücher überzeugende Darstellungen abzuliefern.

Wenig Wolf, viel Leerlauf

Im Vorfeld wurde viel darüber schwadroniert, dass die Verwandlungsszene einer Hauptfigur vom Mensch zum Werwolf unglaublich hart sei und so noch nie zuvor zu sehen gewesen ist. Für Fernsehverhältnisse stimmt das durchaus, an die grandiose Verwandlungssequenz aus „American Werewolf“ reicht „Hemlock Grove“ aber nicht heran.

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Im Zuge ihrer Nachforschungen decken Roman und Peter viele düstere Geheimnisse der Kleinstadtbewohner auf.
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Dennoch: So, wie die Verwandlung hier gezeigt wird, hebt sie sich zumindest von ähnlich gelagerten Sequenzen einschlägiger Filme ab.

Bedauerlich nur, dass der Werwolf in „Hemlock Grove“ kaum etwas zu tun hat. Das Monster taucht nur höchst selten auf. Im Grunde hätte man die Geschichte auch ohne ihn erzählen können, denn in erster Linie interessiert sich die Serie für die merkwürdigen Leute, die die Stadt bewohnen. Ein Werwolf sticht da gar nicht so sehr heraus.

Ein Problem ist jedoch, dass die Geschichten der anderen Figuren nur teilweise interessant sind. Zu oft hat man das Gefühl, dass der Geschichte besser gedient gewesen wäre, wenn man sie nicht auf 13 Episoden ausgedehnt hätte. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen, da die Show in der jetzigen Form dazu neigt, ziellos umherzuirren.