Blitzschnell sein wie The Flash, ultrastark sein wie der Hulk und die Gedanken sowohl lesen als auch manipulieren können wie Professor X – Sicher habt ihr mal mit dem Gedanken gespielt, welche übernatürliche Fähigkeiten zu euch passen und was für Möglichkeiten sich ergeben würden, wenn ihr sie von heute auf morgen erhalten könntet.

Hamatora - Deutscher Trailer

Die Serie Hamatora präsentiert uns eine alternative Gegenwart, in der die übernatürlichen Kräfte, sogenannte „Minimums“, nichts Ungewöhnliches innerhalb der Gesellschaft darstellen. Die Besitzer solcher Kräfte werden entsprechend als „Minimum-Holder“ bezeichnet.

Der 17-jährige Teenager Nice ist, genau wie seine Freunde, solch ein Minimum-Holder und führt gemeinsam mit ihnen eine Detektivagentur mit dem titelgebenden Namen Hamatora. Die Auftragsfälle reichen von spurlos verschwundenen Personen bis hin zur Beschaffung brisanter Informationen. Während der Ermittlungen werden Nice und seine Freunde immer wieder mit Verbrechern konfrontiert, bei denen es sich ebenfalls um Minimum Holder wie sie handelt.

Hamatora - Wenn Superkräfte die Straffälligkeit fördern oder auch: die X-Men aus Yokohama

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Die Ermittlergruppe Hamatora findet sich immer wieder in ihrem Stammlokal, Cafe Nowhere, ein, welches zugleich als Detektei fungiert.
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Aktenzeichen X-Men

Klar, dass die Fetzen fliegen, wenn die jeweiligen Kontrahenten versuchen, sich mit ihren Fähigkeiten gegenseitig den Gar aus zu machen. Bis auf die recht bodenständig inszenierten Genre-untypischen Kampfszenen dürfte Freunde des Krimi- und Detektivgenres, hinsichtlich der Fälle, jedoch kaum etwas überraschen, zumal es sich bei dem Großteil ebendieser um Straftatenverfolgungen von geringer Tragweite handelt.

Nice und seine Leute stellen allerdings fest, dass die Täter eines gemeinsam haben: Bei allen handelt es sich zwar um Anwender eines Minimums, jedoch besitzen sie diese Gabe nicht seit der Geburt wie es im Normalfall hätte sein sollen. Stattdessen scheint irgendjemand an jenen Personen mysteriöse Experimenten durchgezogen und sie dadurch mit ihrer Wunschfähigkeit ausgerüstet zu haben. Anders als die Gerechtigkeit liebenden Mitglieder des Hamatora-Teams ist für sie die Versuchung zum Eigennutz der Kräfte groß, was früher oder später zu kriminellen Machenschaften führt.

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Das Mysterium um die steigenden Fälle neuer Fähigkeiten-Besitzer scheint auch mit einer aktuellen Mordserie zusammen zu hängen, deren Opfer ausschließlich natürliche Minimum-Holder sind. Jene Mordserie bildet das Fundament der Rahmenhandlung und ist mal mehr und mal weniger an die Fälle der einzelnen Folgen geknüpft. Erst gegen Ende zeichnen sich die Ausmaße eines Plans ab, der seit Anbeginn durch die einzelnen Verbrechen verfolgt wird.

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Bevor ein Minimum-Holder seine Fähigkeit einsetzt, muss dieser eine bestimmte Bedingung erfüllen. Die Kämpfe präsentieren sich dabei in schrillen Farben.
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Plot-Irrungen und -Wirrungen

Trotzt des sich anbahnenden Chaos, welches mit dem Vorhaben des früh eingeführten Drahtziehers einhergeht, gelingt es der Serie trotzt guter Cliffhanger nicht, an Fahrt zu gewinnen. Hauptsächlich liegt es daran, weil die aufgebaute Spannung zum Beginn der nächsten Folge durch einen neuen, antiklimatischen Handlungsstrang neutralisiert wird. Einige dieser episodenhaften Geschichten besitzen einen leicht ironischen, humorvollen Grundton und stehen damit im Kontrast zu dem eher düsteren Hintergrundgeschehen rund um die Mordserie.

Dadurch plätschert aber leider auch der Großteil der Handlung vor sich hin. Ab und an kann es in der Hinsicht auch verwundern, warum die neusten Entwicklungen nie so richtig Erwähnung finden. Durch die unter den Teppich gekehrten Ereignisse büßt die Geschichte immer wieder an erzählerischer Dynamik ein, auch wenn der Anime den roten Faden nie gänzlich aus den Augen verliert.

Die Action ist unterhaltsam, die Visualisierung interessant. Schade, dass die guten Ansätze und Charaktere nur halbherzig ausgearbeitet wurden.Fazit lesen

Was die Handlung auch überwiegend am Leben hält, sind die von Natur aus unterschiedlichen Mitglieder des Hamatora-Ermittlungsteams, die mit ihren individuellen Minimums ihren persönlichen Beitrag zu den Fällen leisten. Selbst wenn die Entwicklung dieser sich in Grenzen hält und es sich im Grunde um sehr stereotypische Figuren handelt, so macht es trotzdem Spaß, sie bei ihrer Zusammenarbeit und Interaktion zu beobachten.

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Hin und wieder stellt man sich bei Hamatora die Frage, was zum Teufel die Macher der Serie genommen haben, um Szenen wie diese zustande zu bringen.
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Oberflächliche Gesellschaftskritik

Ähnlich wie bei den X-Men präsentiert Hamatora ein gesellschaftskritisches Szenario, das sich um den Konflikt zwischen normalen Menschen und Minimum-Holdern dreht. Letztere werden aufgrund ihrer Kräfte vom Rest der Gesellschaft entweder verachtet oder beneidet, was durch die vermehrten Verbrechen, die von den Minimum-Nutzern verübt wurden, zusätzlich angeheizt wird. Dieser Konflikt ufert schließlich im Finale der ersten Staffel in einer Welle der Anarchie aus, welche leider keinen zufriedenstellenden Ausgang findet. Das hat die erste Staffel aber auch dem recht abrupten und zugleich fiesen Cliffhanger zu verschulden, der den Zuschauer mit jeder Menge offener Fragen zurück lässt.

Obwohl diese gesellschaftliche Kluft zwischen den einzelnen Gruppen durchgängig Erwähnung findet, bekommt man bis zum Ende nicht das Gefühl, dass die aufgezeigten Konflikte vollends ausgearbeitet wurden und lediglich als Hauptmotiv des anarchistischen Staffelfinales dienen. Interessiert man sich mehr für die Konsequenzen dieser zugespitzten Gesellschaftssituation, wird die erste Staffel weniger zufrieden stellen können. Als eigenständige Handlung funktioniert daher die erste Staffel nur, wenn im Kontext dazu auch die zweite Fortsetzungsserie „Re:Hamatora“ einbezogen wird.

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Auch Blutfontänen und platzende Köpfe sorgen immer wieder für den einen oder anderen WTF-Moment.
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Wo die Handlung nicht sonderlich mit Überraschungen aufwartet, überzeugt der Anime zumindest mit den besagten, gut inszenierten Kampfszenen. Allein schon deswegen ist Hamatora eine etwas ungewöhnlichere Detektivgeschichte, nicht nur aufgrund der regelmäßig gebotenen Action, sondern auch wegen der interessanten Visualisierung. Sobald es zum Einsatz der Minimums kommt, ändert sich die normale Optik nämlich zu einem schrillen Farbpanorama, so wie auch die unscheinbare, dezent im Hintergrund bleibende Musik zu energiegeladenen Elektro-Gitarrenklängen wechselt. Diese optisch-visuellen und audiovisuellen Kontraste sind aber auch im Großen und Ganzen das einzig Interessante, womit die Serie angesichts der ansonsten recht generischen Animationen und Geschichte heraus sticht.

Hamatora - Detektive mit Superkräften

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