Hannah lebt in New York. Sie hat das College abgeschlossen und arbeitet seit zwei Jahren als Praktikantin. Nun besuchen ihre Eltern sie. Beim Dinner erklärt ihre Mutter ihr schließlich, dass es kein Geld mehr gibt. Sie können es sich nicht mehr leisten, ihren Lebensunterhalt zu bezahlen. Eine schockierende Nachricht für Hannah, die gerne Schriftstellerin wäre, es nun aber noch schwerer hat, in der großen Stadt ihre großen Träume zu verfolgen.

Das ist die erste Szene der von Judd Apatow produzierten Serie „Girls“, die von Hauptdarstellerin Lena Dunham als eine Show beschrieben wird, die jenen Bereich abdeckt, der bei „Gossip Girl“ und „Sex and the City“ nicht vorkommt. Die eine Serie ist auf Teenager fokussiert, die andere auf erwachsene Frauen, aber was, so Dunham, tut sich mit der Generation der Twentysomethings?

Die Hauptfiguren leben in Greenpoint in Brooklyn. Sie alle versuchen, ihren Platz im Leben zu finden und etwas aus sich zu machen. Aber der Weg zum Erwachsensein ist mit allerhand Fehlern gepflastert. Doch es sind diese Fehler, aus denen man lernt und die uns zu dem machen, wer wir sind.

Girls - Sex and the City in jung und sexy: Vier Mädels schlafen sich durch New York

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Keine Teenager, aber auch noch keine Frauen: Girls widmet sich den bisher vernachlässigten Mittzwanzigerinnen.
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Die HBO-Produktion „Girls“, die bisher im Pay-TV lief, wird am 13. und 14. Juli auf ZDFneo jeweils ab 22.00 Uhr ausgestrahlt. Der Sender setzt auf Event-Programmierung und zeigt die erste Staffel mit allen zehn Episoden an nur zwei Tagen.

Ein Jungstar mit eigener Serie

„Girls“ wurde von Lena Dunham entwickelt, die 2010 mit dem Independent-Film „Tiny Furniture“, den sie schrieb und inszenierte, sehr positive Kritiken einheimsen konnte. Der Erfolg dieses Films war es auch, der ihr die Möglichkeit gab, mit Judd Apatow an einer eigenen Fernsehserie für HBO zu arbeiten. Apatow gefiel die Phantasie, aber auch der Tiefgang, der mit Dunhams Geschichten einherging. Das spiegelt sich auch in „Girls“ wieder, das dem Produzenten zufolge Männern einen Einblick in reale Frauen geben soll.

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Weltenbummlerin Jessa will sich endlich in New York einleben. Klappt nur nicht sonderlich gut.
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Für Dunham ist die Show stark autobiographisch gefärbt. Sie verarbeitet hier viel, das sie selbst erlebt hat, so etwa, dass ihre Eltern ihr die finanzielle Unterstützung strichen und sie zur Autorin wurde.

Eine Inspiration für sie war „Sex and the City“, nur dass „Girls“ einen realistischeren Blick auf das Leben in New York werfen soll. Der frühere HBO-Hit wird in der Serie aber auch immer wieder erwähnt, da Hannah und ihre Freundinnen natürlich große Fans sind. Die Show hat eine ganze Generation von jungen Frauen geprägt und – im Fall der Protagonistinnen – auch dazu bewegt, nach New York zu kommen, um dort ihre Träume zu verfolgen.

Dunham fungiert als Chefautorin der Serie und ist zusammen mit Jennifer Konner die Showrunnerin. Wie sehr die Serie ihr Baby ist, sieht man auch daran, dass sie alle zehn Folgen der ersten Staffel schrieb oder mitschrieb und fünf auch inszenierte. Eine durchaus große Leistung, wenn man zugleich auch noch die Hauptdarstellerin ist.

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Hauptdarstellerin Lena Dunham ist zugleich autobiographisches Vorbild ihrer Rolle und ausführende Produzentin der Serie.
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Da Dunham sehr eng mit „Girls“ verbunden ist, ist auch verständlich, dass sie es alles andere als witzig fand, als eine Porno-Parodie auf die Serie produziert wurde – etwas, das heutzutage mit fast allen erfolgreichen Formaten durchexerziert wird.

Ein authentisches Gefühl

Die Serie ist mit Newcomern besetzt, so dass man gar keine vorgefertigten Meinungen zu den Mimen mitbringt. Man kann sie in ihren Rollen entdecken, was hilft, der Show ein authentisches Gefühl zu verleihen. Zudem überzeugt „Girls“ auch dadurch, dass die Serie sehr echt wirkt.

Die Frauen in dieser Show sehen aus und reden so, wie man es von echten Menschen erwartet. Natürlich sind die Situationen übersteigert, denn nach wie vor handelt es sich um eine dramatische Serie, die Konflikte benötigt, die im echten Leben so vielleicht nicht zu finden sind. Die Figuren sind bisweilen neurotisch, ahnungslos und auch ein bisschen egoistisch.

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Als Gegenentwurf zu Sex and the City darf auch der titelgebende Sex in Girls nicht fehlen.
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Man kann ihnen vorhalten, dass sie nicht wirklich Verantwortung für das eigene Leben übernehmen wollen und stattdessen den Eltern auf der Tasche liegen, aber das ändert nichts daran, dass dies eine dramatische Serie ist, die geschlechterübergreifend durchaus gefällig ist. Dabei gilt zu beachten: Die Serie wird nach der etwas unwirschen Pilotfolge deutlich besser.

Die Gegenthese zu Sex and the City, deutlich bodenständiger und interessanter – und das nicht nur für Zuschauerinnen.Fazit lesen

Der Sex und die Stadt

Als Gegenentwurf zu „Sex and the City“ funktioniert „Girls“ ziemlich gut, wobei die zwischenmenschlichen Beziehungen inklusive schweißtreibender körperlicher Aktivitäten ebenfalls so gestaltet sind, dass sie sehr authentisch wirken. Das ist es dann auch, was den Reiz der Serie ausmacht: Man kennt Menschen wie die, die in dieser Serie agieren – oder ist gar selbst einer von ihnen.