Die Verfilmung von George R.R. Martins Fantasy-Saga „Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“, dessen erster Roman in der ersten zehnteiligen Staffel adaptiert wird, war in den USA eines der großen Fernsehereignisse des Jahres 2011.

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Noch vor dem DVD-Start am 30. März beschert RTL 2 nun eine Programmierung, die diesem Ereignis mehr als würdig ist. Vom 23. bis zum 25. März werden die zehn Folgen an drei aufeinanderfolgenden Abenden ab 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Der Sender hofft, mit dieser Vorgehensweise das Publikum nicht nur anzulocken, sondern auch zu halten, denn die Erfahrungen haben gezeigt, dass komplexe Serien mit fortlaufender Handlung einen steten Zuschauerschwund erleben.

Das Kalkül könnte aufgehen, denn „Game of Thrones“ erscheint weniger wie eine Serie als vielmehr wie ein zehnstündiger Film. In Westeros können Sommer Jahrzehnte währen und Winter ein Leben lang dauern. In dieser Welt der sieben Königreiche, über die Robert Baratheon (Mark Addy) herrscht, seit er vor Jahren mit anderen Edelleuten den Aufstand gegen den verrückten König wagte, sind Intrigen an der Tagesordnung.

Als Jon Arryn, die Hand des Königs, stirbt, bittet Baratheon seinen alten Freund Eddard „Ned“ Stark (Sean Bean), ihm zur Seite zu stehen. Eher widerwillig verlässt dieser sein Reich, ist ihm doch bewusst, dass er mit einem Schwert den Ränkeschmieden am Königshof nicht begegnen kann.

Game of Thrones - Das TV-Fantasy-Epos endlich auch in Deutschland

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Game of Thrones ist ein einzigartiges Fantasy-Epos in Übergröße.
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Nach der Macht giert das Haus der Lannister, das sich im Zwist mit dem Haus Stark befindet. Damit nicht genug, wollen die letzten Nachkommen des verrückten Königs in ihre Heimat zurückkehren und den eisernen Thron wieder für sich zu beanspruchen. Eine kurze Zeit des Friedens endet, Krieg zieht auf, während sich im Norden ein altes Unheil erhebt. Es sind unsichere Zeiten, in denen nur eines zweifelsfrei sicher ist: Winter wird kommen.

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Immenser Aufwand

Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO stellte ein Budget von 60 Millionen Dollar zur Verfügung, um „Game of Thrones“ Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist eine immense Investition und weit mehr, als für Serien in der Regel ausgegeben wird. Angesichts der namhaften Besetzung, der umfangreichen Sets und der hohen Anzahl an Kostümen und Props überrascht es aber nicht, dass hier tief in die Tasche gegriffen werden musste.

Es hat sich gelohnt – in mehrerlei Hinsicht. Die Staffel ist eine sehr dichte und originalgetreue Adaption des ersten Romans, gehört zu den Top-Programmen des Senders und heimste einige prestigeträchtige Preise ein.

Eine erwachsene Erzählung

Zur Besetzung gehören Sean Bean („Der Herr der Ringe“), Peter Dinklage („Die Chroniken von Narnia“), Mark Addy („Ritter aus Leidenschaft“), Nikolaj Coster-Waldau („Headhunters“), Lena Headey („300“), Harry Lloyd („Robin Hood“), Emilia Clarke („Triassic Attack“), Richard Madden („Hope Springs - Die Liebe deines Lebens“), Julian Glover („Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“), Alfie Allen („Abbitte“), Jason Momoa („Stargate Atlantis“, „Conan“), Charles Dance („Alien 3“) und die Newcomer Sophie Turner, Kit Harington und Maisie Williams.

Weniger eine Fernsehserie als vielmehr ein gigantischer, zehnstündiger Film.Fazit lesen

Besonders großartig ist der kleinwüchsige Peter Dinklage, der als Tyrion Lannister lernen musste, seine Körpergröße durch Klugheit wettzumachen. Er ist der heimliche Star der Serie und erhielt sowohl einen Emmy Award als auch einen Golden Globe als bester Nebendarsteller.

Einer der Unterschiede zum Roman ist, dass die Handlungsträger etwas älter gemacht wurden. Das gilt vor allem für die jüngeren Protagonisten wie die von Emilia Clarke gespielte Daenerys Targaryen. Notwendig wurde das, weil es in „Game of Thrones“ auch Sex gibt, manche Figuren wie Daenerys im Roman aber fast noch Kinder sind.

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Auch in Sachen Darstellung von Sex ist Game of Thrones nicht zimperlich.
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Wie bei Pay-TV nicht unüblich, hat man auch bei „Game of Thrones“ kein Problem damit, schöne nackte Körper zu zeigen. Anders als etwa bei „Spartacus: Blood and Sand“ kann man „Game of Thrones“ aber nicht vorwerfen, dass hier aus purem Selbstzweck gehandelt werden würde. Vielmehr erscheinen die pikanteren Momente der Serie durchaus stimmig und tragen bisweilen auch zur Vertiefung der charakterlichen Entwicklung bei.

Doch auch abseits nackter Tatsachen ist „Game of Thrones“ eine sehr reife Erzählung. Es handelt sich tatsächlich um ein groß angelegtes Epos, das über einen derart umfangreichen Darstellerstamm verfügt, dass man schon ein bisschen Zeit braucht, alle Figuren und ihre Beziehungen untereinander kennen zu lernen.

Das ist komplex gestaltet, weswegen der Ansatz von RTL 2, mehrere Folgen am Stück über drei Tage zu zeigen, im Vergleich zu einer Folge pro Woche durchaus Vorteile hat. Man kann schneller und intensiver in diese Welt eintauchen.

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Mit dabei: Sean Bean aus den "Herr der Ringe"-Filmen.
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Niemand ist sicher

Das Schöne an „Game of Thrones“ ist auch, dass keine Figur je wirklich sicher ist. George R.R. Martin schreckt in seinen Romanen nicht davor zurück, beliebte Figuren sterben zu lassen. Auch daraus beziehen Romane und Fernsehserie ihre Spannung, denn hier kann buchstäblich alles passieren.

Für die ganz großen Schlachten ist dann zwar doch nicht genügend Geld da, aber für kleinere Scharmützel reicht es. Zudem geht es hier auch weniger darum, Massenschlachten im „Herr der Ringe“-Stil zu zeigen, als vielmehr ein immer filigraneres Erzählnetz zu weben, das mit zahlreichen Schauplätzen und Figuren von Folge zu Folge komplexer wird.